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Kolumne
Spürbarer Verzicht

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Tag elf der Fastenzeit. Obwohl ich selbst derzeit nicht faste, bin ich doch täglich mit dem Thema beschäftigt. Um mich herum üben sich nämlich die meisten wortreich in Enthaltsamkeit. Sie verzichten für einige Zeit auf bestimmte Speisen, Getränke und Genussmittel. Von Hannelore Hempel

Verzichtet wird aber  auch auf andere Dinge, zum Beispiel das Autofahren. Andere verzichten gar auf Handy, Smartphone und Co., um sich zu disziplinieren. Jedenfalls sind viele damit beschäftigt, sowohl ihren Körper als auch ihre Seele durch Fasten und Enthaltsamkeit zu läutern. Es ist die Zeit zum Innehalten, für viele Gläubige auch die Zeit der spirituellen Ortsbestimmung und „Inventur“. Die etwa 40 Tage vor Ostern eignen sich besonders zum Fasten, weil  die Askese nach der dunklen Jahreszeit ein Weg zur Gesundung von Leib und Geist ist. Doch ist spürbarer Verzicht zu allen Lebenszeiten ein probates Mittel, zu sich selbst zu finden.