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Arbeitsmarkt
So viele Arbeitslose wie im Januar

St. Wendel. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosenzahl im Kreis St. Wendel um rund zehn Prozent gesunken.

Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis St. Wendel lag im Februar mit 1655 auf Januarniveau. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Arbeitslosigkeit deutlich gesunken (minus 9,6 Prozent). Neben der registrierten Arbeitslosigkeit galten 1023 Personen nicht als arbeitslos, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus waren (siehe Ausführungen zur Unterbeschäftigung). „Die Menschen profitieren derzeit von einer regen Nachfrage auf Seiten der Unternehmen. Aus der Arbeitslosigkeit heraus eröffnen sich gute Beschäftigungschancen, insbesondere für qualifizierte Fachkräfte“, betont Jürgen Haßdenteufel, Leiter der Agentur für Arbeit Saarland. Eine marktgerechte Qualifikation ist laut Haßdenteufel der Schlüssel für eine nachhaltige Integration in Beschäftigung.


„Ein Schwerpunkt unserer Arbeit liegt darin, Ungelernte zu qualifizieren, immer mit Blick auf die Bedürfnisse des Marktes. Wer Fachwissen besitzt, hat deutlich höhere Chancen auf Integration und langfristig wesentlich bessere Perspektiven als jemand, der nur auf Helferniveau arbeiten kann. Wir investieren daher sehr zielgerichtet in Weiterbildungsmaßnahmen“, so Haßdenteufel: „Im Jahr 2018 stehen dafür seitens der Arbeitsagentur als regionaler Anteil für den Kreis St. Wendel zwei Millionen Euro zur Verfügung.“

Bei der Agentur für Arbeit ist die Zahl der Arbeitslosen im Februar um sieben auf 807 gesunken, das waren 5,3 Prozent weniger als vor einem Jahr. Im aktuellen Monat waren 484 Männer und 323 Frauen arbeitslos gemeldet. Gegenüber dem Vorjahr ist sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen ein Rückgang der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen. Bei den bei der Arbeitsagentur gemeldeten Jüngeren unter 25 Jahren lag die Arbeitslosigkeit mit rund 125 Personen auf Vorjahresniveau. Die Zahl der Arbeitslosen in der Altersgruppe 50-plus lag bei 355. Sie hat sich gegenüber dem Vorjahr geringfügig verringert (minus neun).



Die Arbeitslosigkeit beim Jobcenter des Landkreises ist im Februar geringfügig gestiegen (plus neun auf 848). Damit liegt sie deutlich unter dem Vorjahreswert (minus 13,4 Prozent). 382 Frauen und 466 Männer waren im aktuellen Monat arbeitslos gemeldet. Bei den Frauen ist die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 14,2 Prozent, bei den Männern um 12,7 Prozent gesunken. 238 von Arbeitslosigkeit Betroffene waren älter als 50 Jahre. Dies entspricht einem Anteil von 28,1 Prozent an allen Arbeitslosen. Ihre Zahl konnte gegenüber dem Vorjahr um 15 Prozent reduziert werden. Weniger als die Hälfte der beim Jobcenter registrierten Arbeitslosen ist gleichzeitig auch langzeitarbeitslos, also bereits ein Jahr und länger registriert. Mit rund 320 Langzeitarbeitslosen beträgt ihr Anteil an allen Arbeitslosen 38,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 15 Prozent.

Die Unterbeschäftigung lag im Kreis St. Wendel im Februar mit 2650 Personen um 250 unter dem Vorjahresniveau. Unter den Unterbeschäftigten waren 1655 Menschen arbeitslos, und 1023 galten nicht als arbeitslos, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus waren. Darunter befanden sich rund 260 Personen in einer Fördermaßnahme für Flüchtlinge. Der Anteil der Arbeitslosen an der Unterbeschäftigung betrug 62 Prozent. Der Arbeitsmarkt wurde damit durch Maßnahmen der Arbeitsmarktpolitik um 38 Prozent entlastet.

In der Unterbeschäftigung werden zusätzlich zu den registrierten Arbeitslosen auch die Personen abgebildet, die nicht als arbeitslos gelten, weil sie Teilnehmer an einer Maßnahme der Arbeitsmarktpolitik oder in einem arbeitsmarktbedingten Sonderstatus sind. Diese Personen werden zur Unterbeschäftigung gerechnet, weil sie für Menschen stehen, denen ein reguläres Beschäftigungsverhältnis fehlt. Es wird unterstellt, dass ohne den Einsatz dieser Maßnahmen oder ohne die Zuweisung zu einem Sonderstatus die Arbeitslosigkeit entsprechend höher ausfallen würde.

Seit Jahresbeginn haben die Unternehmen der Region 380 offene Stellen  gemeldet, 13 Prozent mehr als vor einem Jahr. Aktuell sind noch 770 offene Stellen gemeldet. Besonders viele  Mitarbeiter werden weiterhin in der Zeitarbeit, im Handel, im Verarbeitenden Gewerbe, im Baugewerbe im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen gesucht.