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Blaulicht
So starten Biker sicher in den Frühling

Auf Helm, Nierengurt, Stiefel, Handschuhe und Lederkombi sollten Biker nie verzichten.
Auf Helm, Nierengurt, Stiefel, Handschuhe und Lederkombi sollten Biker nie verzichten. FOTO: dpa / Swen Pförtner
Kreis Neunkirchen . Monatelang waren sie von den Straßen verschwunden. Doch jetzt kehren die Motorrad- fahrer zurück. Damit bei den ersten Touren nichts schief geht, gibt die Polizei einige Tipps. Von Sarah Konrad

Die Gashand kribbelt. Sonne und steigende Temperaturen locken. Jetzt geht’s endlich wieder raus aus der Garage und rauf auf die Straßen. Im Kreis Neunkirchen haben am Wochenende hunderte Motorradfahrer ihre Maschinen aus dem Winterschlaf geweckt. Und die Vorhersage ist vielversprechend: Auch für die kommenden Tage ist bestes Biker-Wetter gemeldet. Doch die Polizei warnt: Motorradfahrer sollten nicht gleich Vollgas geben. „Die Begeisterung für Technik, der Spaß am Fahren und das Gefühl von Freiheit und Abenteuer wollen wir den Bikern nicht nehmen“, sagt Armin Stengel von der Polizeiinspektion Nordsaarland. Er rät allerdings, es zunächst langsam angehen zu lassen.


Im vergangenen Jahr ereigneten sich im Saarland insgesamt 850 Verkehrsunfälle, an denen Kraftradfahrer beteiligt waren. 604 Menschen sind dabei verunglückt. Das zeigt die Polizeiliche Verkehrsunfallstatistik des Saarlandes für 2017. Demnach starben im vergangenen Jahr auf saarländischen Straßen zehn Menschen bei Unfällen mit Mopeds, Rollern oder Motorrädern. 146 Personen wurden schwer und 448 leicht verletzt. Für sechs der zehn tödlichen Unfälle waren die Biker selbst der Auslöser. Auch Polizei-Sprecher Stengel kann aus Erfahrung berichten: Bei den meisten Motorradunfällen seien die Zweiradfahrer die Verursacher.

Um diese Zahlen zu minimieren, hat die Polizei Nordsaarland nun einige Sicherheitstipps veröffentlicht. Stengel empfiehlt den Bikern beispielsweise, ihre Maschine vor der Fahrt gründlich zu überprüfen. Funktioniert die Beleuchtung? Sind Reifendruck und Profiltiefe in Ordnung? Wie sieht es mit der Kettenspannung und der Schmierung, der Federung und den Stoßdämpfern aus? Der Polizist weist außerdem darauf hin, alle Schrauben und Muttern noch einmal nachzuziehen und die Fußrasten zu befestigen. Besonders wichtig: Motorradfahrer sollten prüfen, ob die Bremsen und die Lenkung uneingeschränkt funktionsfähig sind.

Bevor sie sich auf ihre Maschine schwingen und zur ersten längeren Tour des Jahres aufbrechen, empfiehlt Stengel den Zweirad-Fans, ein paar Fahrübungen zu machen. So könnten sie sich wieder an ihr Gefährt gewöhnen. „Dazu kann man zum Beispiel einen verkehrsarmen Platz aufsuchen und hier einige Manöver wie das Bremsen und Ausweichen trainieren“, sagt der Polizei-Sprecher. Dies sei eine gute Gelegenheit, um sich gefahrlos mit dem Motorrad vertraut zu machen.

Neben angepasster Fahrweise biete die passende Ausrüstung den besten Schutz. „Man sollte auf keinen Fall nur mit Jeans und T-Shirt fahren. Egal wie warm es ist“, warnt Stengel. Die Bekleidung sollte immer aus Helm, Nierengurt, Handschuhen, Biker-Stiefeln, Lederkombi oder Textilgewebeanzug bestehen. „Sie sollte kontrastreich und reflektierend sein, nicht flattern und die Beweglichkeit nicht einschränken“, erklärt der Polizist. Er rät Motorrad-Fans außerdem zu einem Integralhelm mit gepolstertem Kinnbügel, der der aktuellen ECE-Norm entspricht.



Darüber hinaus empfiehlt Stengel den Bikern, vorausschauend zu fahren. Vor allem jetzt zu Saisonbeginn. Sie sollten anderen Verkehrsteilnehmern die Chance geben, sich wieder an die Motorrad-Flut zu gewöhnen. Autofahrer sollten derweil besonders auf Zweiradfahrer achten. Der Polizist appelliert: „Auf beiden Seiten ist Rücksicht gefragt.“

Auf den Straßen im Saarland gab es vergangenes Jahr insgesamt 850 Unfälle, an denen Motorradfahrer beteiligt waren.
Auf den Straßen im Saarland gab es vergangenes Jahr insgesamt 850 Unfälle, an denen Motorradfahrer beteiligt waren. FOTO: picture alliance / dpa / Jaºrgen Mahnke