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Meine WM
Slalom mit Maradonna

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Diego Armando Maradonna. Noch heute klingen die drei Worte wie Musik in meinen Ohren. Es war 1986 bei der Weltmeisterschaft in Mexiko, als ich den Namen des Mensch gewordenen Fußballgottes erstmals hörte. Von Thorsten Grim

Und sah, was sein Träger so alles mit Ball und Gegner anstellen konnte. Der Ball liebte das argentinische Lockenköpfchen und er den Ball. Legendär, wie der damals 26-Jährige im Viertelfinale gegen England hinter der Mittellinie startete, sämtliche Gegenspieler wie Slalomstangen umkurvte und schließlich zum 2:0 einnetzte. Das Tor des Jahrhunderts, wie auch die FIFA 2002 offiziell feststellte. Hängen geblieben ist aber auch das 1:0, das Maradonna mit hochgereckter Faust erzielte. „Ein bisschen die Hand Gottes und ein bisschen Maradonas Kopf“, soll der Argentinier nach dem Spiel gesagt haben. Dann kommt der 29. Juni: WM-Finale Argentinien – Deutschland. In der 83. Minute sehen fast 115 000 Fans im Azteken-Stadion in Mexiko City, wie Maradona einen Zucker-Pass auf Jorge Burruchaga spielt, der nun auf dem Weg zum deutschen Tor ist. 2:2 steht es da. Gleich darauf wird Burrachaga alle deutschen Titelträume beerdigen. Es ist zum Heulen, aber wie will man gegen einen Fußballgott gewinnen? Mit einem deutschen Diego, wie sich vier Jahre später zeigen soll. Im Finale von Rom siegt die Nationalelf mit 1:0. Auch dank des Schwaben Guido (Diego) Buchwald, gegen den Maradonna an dem Tag keinen Stich macht.