| 00:00 Uhr

Zwergenteam spendet 5000 Euro für den guten Zweck

St Wendel. Der Zwergenwald am St. Wendeler Weihnachtsmarkt erfreut nicht nur Groß und Klein; dort werden auch fleißig Spenden gesammelt. In diesem Jahr kamen 5000 Euro zusammen. Über jeweils die Hälfte freuten sich die Homburger Frühchenstation und die Aktion Benni & Co., die sich für die Forschung einer seltenen Erbkrankheit engagiert. Daniel Ames

"Auch dieses Jahr war die Spendenbox wieder prall gefüllt", vermeldete Mechthild Marx vom Urweiler "Zwergenteam" im Sitzungssaal des Rathauses. Insgesamt 5000 Euro wurden in sogenannten Spendenzwerg eingeworfen.

Seit 1998 arbeiten die ehrenamtlichen Helfer am Zwergenwald, der jedes Jahr auf dem St. Wendeler Weihnachtsmarkt an der alten Stadtmauer steht. Die Besucher können sich dort kostenlos an der liebevoll gestalteten Kirmes im Kleinformat oder dem Café Überzwerg erfreuen und mit einer Spende etwas Gutes für Kinder tun. Laut Marx seien bisher gut 90 000 Euro eingenommen worden, die an Kinderhilfsprojekte weitergeleitet wurden. Von den Spenden aus dem vergangenen Jahr profitieren die Frühchenstation der Homburger Universitätsklinik und die Aktion Benni & Co. mit jeweils 2500 Euro . Letztere investiert in die Forschungsarbeit zur seltenen Erbkrankheit Muskeldystrophie des Typs Duchenne. Sie bricht meist zwischen dem dritten und fünften Lebensjahr aus und ist unheilbar. Die Muskeln der Kinder werden im Verlauf so schwach, dass sie auf den Rollstuhl angewiesen sind. Meist besteht ab dem 18. Lebensjahr vollständige Pflegebedürftigkeit; viele Patienten sterben vor dem 30. Lebensjahr, weil Herz und Lunge versagen.

Harald Bier nahm mit seinem Sohn Jonas (23), der die Erbkrankheit in sich trägt, den Scheck für die Aktion Benni & Co. entgegen. Laut Bier sind in Deutschland rund 2500 junge Menschen an Muskeldystrophie des Typs Duchenne erkrankt und "wegen der geringen Zahl wird auch nicht intensiv danach geforscht." Darum gehe das Geld der Stiftung auch vollständig in Forschungsprojekte, unter anderem an das Münchner Genforschungszentrum und in die USA.

Die zweite Hälfte der Gesamtspendensumme von 5000 Euro ging an die Frühchenstation der Homburger Universitätsklinik. "Wir werden von dem Geld Abdeckungen für unsere 20 Säuglingsinkubatoren anschaffen", berichtete der Direktor der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie, Prof. Dr. Ludwig Gortner. Sie dienen dazu, den Stress für die Frühgeborenen zu mindern, und damit ihre Entwicklung zu stabilisieren.