| 20:12 Uhr

Zeitung macht Schule
Zu viel Stress für G8-Schüler?

Die Karrikatur von Leyla Ercan verdeutlicht, dass die Leistung der G8-Schüler oftmals durch den stärkeren Druck beeinträchtigt wird.
Die Karrikatur von Leyla Ercan verdeutlicht, dass die Leistung der G8-Schüler oftmals durch den stärkeren Druck beeinträchtigt wird. FOTO: Leyla Ercan
St. Wendel. Zurzeit wird über das Thema, G9 an den saarländischen Schulen wieder einzuführen, stark diskutiert. Seit 2009 wird an den Gymnasien angeboten, das Abitur nach nur acht Jahren zu absolvieren. Seitdem kommen Beschwerden von Schülern, die über zu wenig Freizeit klagen, auf. Sollte deshalb G9 wieder eingeführt werden? Bei G8 werden innerhalb der ersten beiden Lehrjahre zwei Fremdsprachen eingeführt. Diese werden schnell auf einem hohen Leistungsniveau unterrichtet. Folglich steigt die Erwartung an die Schüler ab der siebten  Klasse erheblich.

Zurzeit wird über das Thema, G9 an den saarländischen Schulen wieder einzuführen, stark diskutiert. Seit 2009 wird an den Gymnasien angeboten, das Abitur nach nur acht Jahren zu absolvieren. Seitdem kommen Beschwerden von Schülern, die über zu wenig Freizeit klagen, auf. Sollte deshalb G9 wieder eingeführt werden? Bei G8 werden innerhalb der ersten beiden Lehrjahre zwei Fremdsprachen eingeführt. Diese werden schnell auf einem hohen Leistungsniveau unterrichtet. Folglich steigt die Erwartung an die Schüler ab der siebten  Klasse erheblich.


Der stellvertretende Schulleiter des Cusanus-Gymnasiums St. Wendel, Holger Büch, wurde dazu befragt. „Der neue Leistungserlass, der schriftliche sowie mündliche Leistungsnachweise fordert, setzt die Schüler sichtlich unter Druck. Mit G8 hat das meiner Meinung nach nichts zu tun“, so Büch.

Außerdem wurden zwei Schülerinnen, die die Jahrgangsstufe zwölf des Cusanus-Gymnasiums besuchen, interviewt. Sie wurden gefragt, wie sie den Leistungsdruck während ihrer Schulzeit mit G8 empfanden. „Ich fand die acht Jahre auf der weiterführenden Schule sehr anstrengend. Im Vergleich zu meinen Freunden, die die Gemeinschaftsschule in Marpingen besuchen, hatte ich durch das Lernen nahezu keine Freizeit. Wenn ich noch einmal wählen müsste, würde ich nach Marpingen gehen und dort mein Abitur erst nach neun Jahren bewältigen“, so die 18-jährige Marie Maldener aus Tholey-Hasborn. Die 17-jährige Caroline Holderbaum, ebenfalls aus Hasborn, äußerte sich mit den Worten: „Ich stimme Marie voll zu. Meiner Meinung nach wird man in den acht Jahren auf dem Gymnasium nur auf das Abitur und die Universität vorbereitet, während man auf einer Gesamtschule in Nebenfächern etwa die Kunst des Kochens oder des Werkens erlernen kann. Dennoch würden sich Gymnasium und Gemeinschaftsschule kaum noch unterscheiden, wenn man wieder G9 einführt. Dann könnte man auf beiden Schulen das Abitur nach neun Jahren bewältigen.“

Bei dem Thema G8 oder G9 gehen die Meinungen sichtlich auseinander. Eine Unterschriftensammlung vergangenes Jahr sollte Klarheit schaffen. Sie sammelte Stimmen für die neun Lehrjahre an den saarländischen Gymnasien. Das Ergebnis jedoch war nicht einstimmig. Folglich ist es noch nicht
klar, ob G9 wieder eingeführt wird.