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Ziegen sind auch Landschaftspfleger

Osterbrücken. Seit mehr als 20 Jahren gibt es bereits Ziegen auf dem Martinshof, der damit über einen großen Erfahrungsschatz in der Ziegenhaltung verfügt. Inzwischen sind es bereits mehr als 220 Milchziegen, die mit ihrer Nachzucht in mit Stroh eingestreuten geräumigen Laufställen gehalten werden und in der Vegetationszeit auch Weidegang haben

Osterbrücken. Seit mehr als 20 Jahren gibt es bereits Ziegen auf dem Martinshof, der damit über einen großen Erfahrungsschatz in der Ziegenhaltung verfügt. Inzwischen sind es bereits mehr als 220 Milchziegen, die mit ihrer Nachzucht in mit Stroh eingestreuten geräumigen Laufställen gehalten werden und in der Vegetationszeit auch Weidegang haben. Der Milchziegenbetrieb auf dem Martinshof ist mittlerweile der größte Ziegenbetrieb im Saarland. Bewirtschaftet wird er von Diplom-Agraringenieur Dietrich Philipczyk unter Mithilfe seiner Frau Ines. Beim vierten Europäischen Buren- und Ziegenzüchtertreffen trafen sich Ziegenzüchter und Ziegenhalter aus ganz Deutschland in den beiden Burenziegenzuchtbetrieben von Ernst und Rosalinde Brill und Bernd und Heike Müller in Bubach.Am zweiten Tag des Europäischen Ziegenzüchtertreffens trafen sich mehr als 30 Ziegenzüchter zu einem Rundgang auf dem Martinshof. Als Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Ziegenzüchter überbrachte Ulrike Höfken, MdB, Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ist, die aus der Eifel angereist war, zu Beginn der Besichtigung des Milchziegenbetriebes ihr Grußwort. Ziegen lösen ProblemDie Vorsitzende des Bundesverbandes Deutscher Ziegenzüchter würdigte zunächst die wichtige Rolle der Ziegenhaltung bei der nachhaltigen Bewirtschaftung und für die Beweidung von steilen und verbuschten Lagen, den Einsatz der Ziegen in der Landschaftspflege zur Erhaltung unserer Kulturlandschaft. Höfken machte aber auch auf Probleme aufmerksam, mit denen die Ziegenhalter aufgrund von EU-Richtlinien konfrontiert würden. Als Beispiel nannte sie die Einführung der elektronischen Tierkennzeichnung. Im Anschluss an die Ausführungen der Bundesvorsitzenden der Deutschen Ziegenzüchter führte Dietrich Philipczyk die Ziegenzüchter über den Hof und erklärte die Arbeitsweise des ökologischen Landbaues. Seit seiner Gründung 1986 durch die Familie Gerhard und Monika Kempf wirtschaftet der Martinshof nach den Richtlinien des Biolandverbandes. Zu den 220 Ziegen kommt eine kleine Mutterkuhherde. Das Futter für die Tiere wird unter Verzicht von chemischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln auf inzwischen über 130 Hektar Acker- und Grünland angebaut. Die Ziegenmilch wird in der hofeigenen Molkerei hauptsächlich zu Quark und Joghurt verarbeitet. Neben der Landwirtschaft befinden sich unter dem Dach des Martinshofes eine Metzgerei und ein Stadtladen in Saarbrücken. kp