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Zauberfestival am Limit

Der italienische Magier Trabuk faszinierte in der St. Wendeler Innenstadt Menschenmassen mit seinen Kunststücken. Hier bei seinem Auftritt außerhalb der Wertung am Sonntag hinter der Basilika. Foto: georg Lauer/GOG/Veranstalter
Der italienische Magier Trabuk faszinierte in der St. Wendeler Innenstadt Menschenmassen mit seinen Kunststücken. Hier bei seinem Auftritt außerhalb der Wertung am Sonntag hinter der Basilika. Foto: georg Lauer/GOG/Veranstalter FOTO: georg Lauer/GOG/Veranstalter
St Wendel. Bundesweit hat das 16. Zauberfestival für Medienecho gesorgt. Nach Angaben des Festivalleiters Georg Lauer berichteten weit mehr als 100 Tageszeitungen. Allerdings wünscht sich Lauer mehr Widerhall seitens der hiesigen Geschäftswelt. Matthias Zimmermann

Seine Begeisterung über den internationalen Zuspruch für das Zauberfestival in der Kreisstadt ist groß. Festivalleiter Georg Lauer registrierte während der jetzt zu Ende gegangenen 16. Auflage Besucher nicht nur aus der näheren Umgebung. Aus ganz Deutschland reisten Fans der Magie zu der dreitägigen Veranstaltung an. Aus dem benachbarten Ausland wie den Niederlanden und Belgien, sogar aus Italien will der Organisator Zuschauer erspäht haben. "Ob das denn 20 000, 25 000 oder 30 000 Besucher waren, weiß ich nicht." Da das Festival kostenlos unter freiem Himmel an gleich mehreren Orten über die Bühne geht, sei eine genaue Zahl eben nicht zu ermitteln.



Was Lauer allerdings registrierte: Das Festival stoße mit seinen bisherigen Veranstaltungsorten an seine Kapazitätsgrenzen. Sein konkretes Beispiel: "Der Schlossplatz ist für die große Open-Air-Zaubergala am Samstagabend längst zu klein geworden." Tausende Menschen drängelten sich um die Bühne. Deshalb trägt sich der Leiter des Spektakels, das die Stadt St. Wendel veranstaltet und deren Kosten von geschätzten 35 000 Euro übernimmt, mit dem Gedanken, auf die größere Freifläche in der benachbarten Mott umzuziehen. Lauer: "Wenn wir diese in die Mott verlagern, könnten viel mehr Zuschauer die Show genießen." Mit bis zu 3000 Menschen sei der Schlossplatz am Limit. Auch das Organisatorische sei aus seiner Sicht auf der ebenen Mott-Fläche einfacher zu handhaben als auf dem Schlossplatz mit seinem Gefälle. So Lauers Überlegungen, die möglicherweise schon kommendes Jahr nach Absprache mit weiteren Verantwortlichen greifen könnten. Der Termin stehe zumindest schon mal: 4. bis 6. August.

"Sehr stolz" zeigt sich der Festivalleiter auf die bundesweite Medienpräsenz . Seine Recherche hätten ergeben, dass mehr als 100 Tageszeitungen über das Zauberfestival im Vorfeld und auch im Anschluss berichteten. Auch auf Rundfunkbeiträge dazu sei er aufmerksam gemacht worden. Während er in diesem Zusammenhang von einem "grandiosen Medienecho" spricht, kritisiert Lauer: "Unverständlich für mich ist, wie wenig Geschäfte oder Dienstleister sich zumindest ein wenig in das Zauberfestival integrieren, etwa mit einer entsprechenden Schaufensterdekoration." Besonders irritiere ihn, dass jene Gäste "ratloses Schulterzucken ernten", die sich in Läden nach der Veranstaltung erkundigten. Das mache Lauer traurig, und ihm fehle dafür "jegliches Verständnis". Zumal das Festival die Innenstadt kaum beeinträchtige. "Es gibt keine laute Musik, keine Betrunkenen und keine Sperrungen." Lediglich am Samstagabend sei die Bahnhofstraße teils gesperrt. Dem gegenüber stünden tausende Kunden sowie Mehreinnahmen für Gastronomie und Hotellerie. "Die Hotels sind ausgebucht."

Meinung:

Gemeinsame Anstrengung

Von SZ-Redakteur Matthias Zimmermann

Weihnachtsmarkt. Ostermarkt, Marathon, Zauberfestival: Die Liste der Veranstaltungen, die der Außenwirkung St. Wendels, der gesamten Region gut tun, könnte um einiges fortgeführt werden. Viele profitieren davon: zuerst die Menschen, die als Teilnehmer oder Zuschauer in den Genuss der diversen Spektakel kommen. Und dann die Geschäftswelt, insbesondere Gastwirte sowie Hotelbetreiber, deren Kassen durch angereiste Besucher klingeln. Wer einen Nutzen von den Angeboten in der City hat, sollte dafür Interesse übrig haben. Es geht um eine gemeinsame Anstrengung. Nicht darum, sich auf der Leistung anderer auszuruhen.

Fulminanter Abschluss des Zauberfestivals: Auf dem Schlossplatz ging die große Zaubergala vor begeisterten Zuschauern über die Bühne. Foto: B & K
Fulminanter Abschluss des Zauberfestivals: Auf dem Schlossplatz ging die große Zaubergala vor begeisterten Zuschauern über die Bühne. Foto: B & K FOTO: B & K