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Wortlos glücklich

Die Moderatoren und Komiker Linne und Riesling mischten sich auf dem Schlossplatz ins Publikum. Fotos: Bonenberger & KLos
Die Moderatoren und Komiker Linne und Riesling mischten sich auf dem Schlossplatz ins Publikum. Fotos: Bonenberger & KLos
St Wendel. Straßenkünstler aus aller Welt haben am Wochenende in der Innenstadt ihre Tricks und Gags präsentiert. 16 Straßenzauberer stellten sich zum 15. Mal der Jury. Sieger wurde der Japaner Kamimaro, der bei der Gala auf dem Schlossplatz geehrt wurde. Frank Faber

Kein einziges Wort kam ihm während seiner Show über die Lippen, umso stimmiger war sein Programm: Der japanische Zauberkünstler Kamimaro hat am Wochenende den 15. internationalen Wettbewerb der Straßenzauberer in St. Wendel gewonnen. "Darüber bin ich sehr glücklich. Alle Kollegen haben mit hoher Qualität gearbeitet", lobte Kamimaro. Der Japaner erhielt für seine Darbietung 474 von 600 Punkten.

Wo hatten denn die sechs Juroren in dem topbesetzten Teilnehmerfeld die Unterschiede festgestellt? Rolf Rolsn aus Österreich erklärte: "Kamimaro hat seine Shows elegant mit sehr viel Feinfühligkeit vorgeführt, das war Magie." Überragendes Detail während Kamimaros Darbietung: eine zunächst weiße, schwebende Rose, die er durchs Anzünden mit einem Feuerzeug in eine rote Rose verwandelte. "Das hat er auf verschiedenen Standorten bei der Hitze und Wind sehr gut präsentiert", wertete Rolsn. Pech für die Besucher der Open-Air-Gala am Samstagabend auf dem Schlossplatz: Kamimaro ließ seine Super-Nummer stecken und zauberte klassisch mit Ringen.

Den zweiten Platz belegte der US-Amerikaner Nickey Finn vor Braidon Morris aus Kaiserslautern. Durch die Gala führte das Comedy-Duo Linne und Riesling, die sich als Olympic-Boys sportlich betätigten. Der Künstler der spektakulären Momente hieß El Kote. Am Fruchtmarkt kletterte der waghalsige Akrobat die Häuserfassaden hinauf, atemberaubend seilte sich der außer Konkurrenz mitmischende Chilene von der Dachterrasse des Cafés Journal auf den Schlossplatz ab. "Der Typ ist des Wahnsinns", beschrieb Festivalleiter Georg Lauer den Straßenakrobaten.

Den Comedy-Sonderpreis heimsten zwei andere Zauberer ein: Mago Flip aus Udine in Italien mimte eine Mischung aus Clown und Magier. Der Augsburger Ballonkünstler Tobi van Deisner modifizierte spontan seine Show am Fruchtmarkt mit einer coolen Idee: "Es war superheiß, und da musste ich doch das Publikum mit meinem Laubgebläse und Wasser etwas abkühlen."

Es sei für ihn wie immer in St. Wendel toll gewesen, vor so vielen begeisterten Menschen auftreten zu dürfen. "Von Jahr zu Jahr kommen mehr Besucher von auswärts dazu. Alle haben drei Tage ihren Spaß - und den gibt es kostenlos", resümierte der zufriedene Festivalleiter Lauer.

Unterstützung vom Saarland





Neben München und Dresden ist die Kreisstadt nun auch der bundesweit dritte Ort, der vom Magischen Zirkel in Deutschland (MZvD) die Plakette für die Förderung und Würdigung der Zauberei erhalten hat. Eine kleine Statue für die Verdienste um die Zauberei überreichte Eberhard Riese, der MZvD-Präsident, Saar-Innenminister Klaus Boullion (CDU ). "Damit kann er nun seinen unbearbeiteten Aktenstapel beschweren", riet Riese dem Ex-Wendeler Stadtchef. Der kündigte an, dass die Landesregierung das Zauberfestival weiter unterstützen werde.

Am Sonntag sind die Magier wieder ausgezogen, um die Besucher mit ihren Tricks zu unterhalten. Mittendrin: der WM-Dritte Jakob Mathias aus Oberlinxweiler. > : weiterer Bericht

Tobi van Deisner packte am Fruchtmarkt den Laubsauger aus.
Tobi van Deisner packte am Fruchtmarkt den Laubsauger aus.
Sieger Kamimaro mit Rose.
Sieger Kamimaro mit Rose.
El Kote aus Chile hangelte sich über dem Schlossplatz – eine waghalsige Nummer.
El Kote aus Chile hangelte sich über dem Schlossplatz – eine waghalsige Nummer.
Todd Various aus den USA verblüffte mit Ballons.
Todd Various aus den USA verblüffte mit Ballons.