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Wallfahrt
Von der Kita auf den Pilgerpfad

Die Vorschulkinder der Kita in Niederlinxweiler gehen vorne weg. Aber auch junge Pilger der Kitas der Stiftung Hospital, in Alsfassen, Bliesen und Winterbach waren unterwegs.
Die Vorschulkinder der Kita in Niederlinxweiler gehen vorne weg. Aber auch junge Pilger der Kitas der Stiftung Hospital, in Alsfassen, Bliesen und Winterbach waren unterwegs. FOTO: B&K / Bonenberger/
St. Wendel. Zum Pilgertag zog es in St. Wendel auch viele junge Wallfahrer auf den Weg. So waren 130 Vorschul-Pilger unterwegs. Von Frank Faber

Ähnlich wie der Heilige Wendelin bei seiner Tätigkeit als Hirte sind die jungen Wallfahrer aus den Kindertagesstätten der Kreis-
stadt schon früh unterwegs. Es ist Pilgertag und Wendels Pastor Klaus Leist ist es generell wichtig, dass die Kinder darin einen festen Platz haben. Der Kirchenmann begrüßt am Freitagmorgen 130 Pilger im Vorschulalter an der Wendelskapelle. Alle sind wegen Wendelin gekommen. Sie stellen ihn als Schafhirte oder als den Königssohn aus Schottland dar, der sich anlässlich einer Wallfahrt nach Rom entschließt, der Krone zu entsagen, um als frommer Einsiedler im St. Wendeler Land zu leben. „Um Wendelin herum gibt es viele Geschichten zu erzählen“, sagt Pastor Leist, der den Lebensweg des Stadtheiligen anhand der Glasfenster in der Wendelskapelle wie aus einem Bilderbuch zeigt. „Der Heilige Wendelin wird von vielen Menschen verehrt, er ist auch der Schutzpatron der Landwirte“, berichtet Leist den Kindern. Anschließend setzt sich der Tross mit den Kindern von der Kapelle bis an sein Grab in der Basilika in Bewegung.


Bevor der Wortgottesdienst beginnt, geht es noch zur Stärkung ins Cusanushaus. Oh, da fehlt aber noch was. Fix werden Pilger-Buttons und aus Watte Schäfchen gefertigt. Ein paar schwarze Schafe mischen sich auch darunter. Die Pflicht ist erfüllt, jetzt folgt die Kür. Denn die Kinder und Erzieherinnen unterstützen den Pastor beim Wortgottesdienst in der Basilika. Zuerst geben sie vorne am Altar ihre gebastelten Schäfchen ab, die dann auf einer Leinwand, die eine Wiese darstellt, weiden. „Die Kinder sind dann so gebannt, dass ist faszinierend“, lobt der Pastor seine Assistenten.

Pssst. Die Stimme von Gabi Rauber, Leiterin der Kinderhilfe der Stiftung Hospital, dringt durch den Kirchenraum. Sie erzählt die Schöpfungsgeschichte. Mit „Über Gottes Schöpfung staunen wie St. Wendelin“ haben die kleinen Wallfahrer den Gottesdienst überschrieben. Jeder Kindergarten hat Wendelin etwas zu sagen und trägt es ihm in den Fürbitten vor. „Gib uns ein Herz, das offen ist für alles Schöne in der Welt, Gott unser Vater“, bittet die Gruppe der Stiftung Hospital. Der Pastor ergänzt: „Denn wir sind ein Teil deiner wunderbaren Schöpfung. Darum beschütze uns heute und an allen Tagen. Amen“. Und zum Schluss singen alle zusammen: „Ich bin der Hirte Wendelin und habe viele Schafe lieb“. In einer Prozession folgt danach der Gang zu seinem Hochgrab, ehe sich die Wallfahrer auf den Rückweg begeben.