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Streetfood
Viele Köstlichkeiten und nasse Füße

Die Almglocke bimmelt: Das Zeichen für die Gäste des Street-Food-Festivals, dass die nächste Lage mit Almpizzen fertig ist.
Die Almglocke bimmelt: Das Zeichen für die Gäste des Street-Food-Festivals, dass die nächste Lage mit Almpizzen fertig ist. FOTO: Frank Faber
St. Wendel. Das erste Street-Food-Festival in St. Wendel lockte viele Gäste und auch Sturmtief Fabienne kam zu Besuch. Von Frank Faber

Ein eigenes Street-Food-Festival gehört in vielen Städten und Landkreisen mittlerweile zum Standardrepertoire der Veranstaltungen. Zum ersten Mal hat nun die Aktionsgemeinschaft „In St. Wendel tut sich was“ die reisenden Küchenmeister in die Kreisstadt gelockt. Teils auf Räder und unter dem Zeltdach wurden die Speisen und Gerichte auf der Mott gekocht, gebraten oder gegrillt.


Hoppla, hatte sich da jemand verirrt? Das Verkaufsmobil eines Konzerns der Tiefkühlprodukte herstellt, passte nicht so recht in das versammelte Ensemble der sogenannten Start-ups, Freelancer, Köche und Quereinsteiger. In ihren Gerichten spiegelte sich die Vielfalt unterschiedlichster Essenskulturen der Welt wieder.

Ein Argentinier und zwei Brasilianer bereiteten im Zeltpavillon argentinische Filetstücke zu. „Bei uns ist alles frisch“, betonte der Küchenchef des Teams El Gaucho, der aus der argentinischen Stadt Cordoba stammt. Die Südamerikaner waren in den letzten Zügen ihrer Vorbereitungen. Und das hieß: Stress. Nebenan bimmelte Jonas die Almglocke und holte ein Blech mit Almpizzen aus dem Ofen. „Bei uns gibt es die Pizza mit Schmand statt Tomatensoße“, sagte Jonas. Der Kundschaft schmeckt´s, und er ergänzte zufrieden, dass ihre Pizzakreation im Saarland gut ankommen würden.



Zwei Mädels sind im Foodtruck von „Qualilife Green“ im Einsatz. Indian Falafel auf Fladenbrot sowie Süßkartoffel-Pommes standen auf der Healthy-Food-Speisekarte, die nicht nur Veganer und Vegetarier ansprach. Für Michael Groß aus Urexweiler und sein Team ist es das erste Street-Food-Festival überhaupt. „Wir gucken mal, wie denn es läuft“, sagte Groß, der Wildspezialitäten aus dem Hochwald im Angebot hatte.

Der selbst ernannte „King of Wrap“ hat früher 40 Stunden pro Woche als Grafikdesigner gearbeitet und den Job hingeschmissen. Mittlerweile nennt er sich „Mykeyson“ und geht mit seiner mexikanischen Küche auf Tour. „Die Burritos und Wraps gibt es bei mir mit 30 verschiedenen Zutaten“, erklärte Mykeyson. Das Ambiente würde passen und das Wetter hoffentlich auch. „Trotz des herbstlichen Wetters war der Betrieb am Freitag noch gut“, meinte der Straßenkoch aus dem baden-württembergischen Städtchen Rottweil.

Mitten auf der Mott-Futterfläche waren am Freitag alle Bierzeltgarnituren mit Gästen besetzt. Eine Gruppe legte sich nach dem Essen gemütlich in die Liegestühle und hielt ein Schwätzchen. Dem Nachtisch in Form einer leckeren Kalorienbombe von den Crazy Waffle Bakers aus Pfaffen-Schwabenheim, war äußerst schwierig zu widerstehen. „Eis, Waffel und die Soße dazu kann sich jeder selbst zusammenstellen“, stellte Lorenzo seine Spezialität vor. Danach durfte der Verdauungskaffee nicht fehlen. Eine Mischung aus elf Elitebohnen lief an der mobilen Kaffeebar von Frank Roob aus der Siebträger-Maschine in die Tasse. „Aus 70 Prozent Arabica- und 30 Prozent Robustakaffee setzt sich die Mischung zusammen“, erklärte der Bliesener, der seit drei Jahren mit der Kaffeebar unterwegs ist.

Eigentlich dachte Roob zu Beginn noch, das Wetter würde schlechter werden – ob er eine Vorahnung hatte? Denn am Samstagabend setzte Regen ein und am Sonntag wurde das Street-Food-Festival von Sturmtief Fabienne begleitet von heftigen Windböen und prasselnden Regentropfen besucht. Auf deren Kundschaft hätten die 15 Gourmet-Anbieter wohl gerne verzichtet.