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„Unsere Dörfer lebenswert erhalten“

Ein Platz zum Wohlfühlen: Magnus Jung auf seinem Lieblingsplatz, der Sinnenbank auf dem Hügel auf der Klopp. Hier hat er einen schönen Blick auf seinen Heimatort Kastel. Foto: B&K
Ein Platz zum Wohlfühlen: Magnus Jung auf seinem Lieblingsplatz, der Sinnenbank auf dem Hügel auf der Klopp. Hier hat er einen schönen Blick auf seinen Heimatort Kastel. Foto: B&K FOTO: B&K
St Wendel. Er macht gerne Politik. Ob als Kasteler Ortsvorsteher, als Landtagsabgeordneter oder als Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion. Magnus Jung möchte aber mehr. Er will Landrat werden. Deshalb tritt er bei der Direktwahl am Sonntag, 15. März an. Die interkommunale Zusammenarbeit und die Gestaltung des demografischen Wandels sind für ihn zwei von mehreren wichtigen Zukunftsaufgaben. Volker Fuchs

"Der Landrat muss der politische Ideengeber für den Landkreis sein. Er muss wissen, wohin sich der Landkreis entwickeln soll." Darin sieht Magnus Jung eine wichtige Aufgabe des Landrates. Darüber hinaus müsse dieser als Leiter der Kreisverwaltung eine effiziente Organisation steuern, sei Repräsentant der Region und Ansprechpartner für die Menschen. "Er muss offen sein für die Bürger", betont Jung. Diese Aufgaben zu erfüllen, das reizt den Sozialdemokraten. Deshalb bewirbt sich der 43- jährige Landtagsabgeordnete für seine Partei um das Amt des Landrates.

"Der Landkreis steht in einigen Bereichen gut da", betont Jung im SZ-Gespräch. Die Zahl der Arbeitslosen sei niedrig, die Region habe sich touristisch gut entwickelt. "Das wichtigste Ereignis war der Bau des Ferienparkes", betont er: "Jetzt müssen wir die Chance ergreifen, den Tourismus weiterzuentwickeln." Dazu zählt auch der Nationalpark. Jung: "Dieser bietet langfristig eine riesige Chance für die Region." Arbeiten müsse man auch am Selbstbild der Bevölkerung. Die müsse erkennen, "wir sind Tourismusregion, wir sind gute Gastgeber und können damit Geld verdienen."

Positiv sieht der SPD-Kreisvorsitzende, der auch die Kreistagsfraktion seiner Partei führt, auch den Ausbau der Krippenplätze. Landesweit sei man da an der Spitze. Der Kreis habe sich auch gut als Schulträger um seine Schulen gekümmert. Positive Ansätze gebe es auch beim Thema erneuerbare Energien. Da stecke man allerdings noch in den Kinderschuhen, im Vergleich zu dem, was möglich sei, so Magnus Jung . Der Kreis müsse über eine kommunale Gesellschaft selbst stärker investieren. Jung: "Der Landkreis ist am besten geeignet, hier Wertschöpfung zu generieren."

Es gibt aber auch einige Entwicklungen, die dem SPD-Politiker nicht gefallen, die er ändern möchte. Seit Jahren habe seine Partei eine Struktur- und Sparkomission gefordert, um den hoch verschuldeten Kommunen zu helfen. Jung: "Der Kreis müsste hier vorangehen. Er ist die optimale Ebene zur Organisation der interkommunalen Zusammenarbeit." Der Landrat müsse die Bürgermeister an einen Tisch bringen, müsse klären, welche Aufgaben gebündelt und wo angesiedelt werden können. Zum Beispiel im IT-Bereich, beim gemeinsamen Einkauf, bei der Kassenverwaltung. Jung: "Nicht jeder muss alles machen. Ich will, dass wir die modernsten Verwaltungsstrukturen im Saarland bekommen."

Wobei er aber auch betont: "Ich bin nicht für eine Gebietsreform. Die Existenz des Landkreises St. Wendel in seinen bisherigen Strukturen steht nicht zur Debatte. Bürgernähe und eine effiziente Verwaltung sind unverzichtbar."

Jung will sich, sollte er gewählt werden, beim Thema Beschäftigung und gute Arbeit stärker engagieren. Trotz Zuwachs an Arbeitsplätzen, die Arbeitsplatzdichte im St. Wendeler Land sei nach wie vor unterdurchschnittlich. Auch habe man die höchste Quote im Land bei der geringfügigen Beschäftigung. Nun sind die Eingriffsmöglichkeiten des Landrates hier eingeschränkt. Für Magnus Jung gilt jedoch: "Ich muss zunächst das Problem zur Kenntnis nehmen. Dann das Gespräch mit den Unternehmern und Gewerkschaften suchen. Ich muss mich hier mehr kümmern." Und weiter: "Eine gute Tourismusregion braucht gut ausgebildete und gut bezahlte Arbeitskräfte."

Bei der Schulentwicklung will er prüfen, ob es nicht sinnvoll ist, an einer oder anderer Stelle über Neubauten statt Sanierungen nachzudenken. Zum Beispiel beim Berufsbildungszentrum in St. Wendel , das zurzeit über drei Standorte verteilt ist.

Wichtig ist für den SPD-Politiker auch die Weiterentwicklung des ländlichen Raumes. Jung: "Die Kulturlandschaft kann nur so bleiben, wenn sie weiter bewirtschaftet wird." Dazu brauche man die Landwirte, deren Zahl jedoch zurückgehe. Die Entwicklung des ländlichen Raumes ist untrennbar verbunden mit dem demografischen Wandel. Magnus Jung will gemeinsam mit den Kommunen überlegen, wie sich die Region weiterentwickeln soll: "Wir brauchen hier ein gemeinsames Leitbild." Das Ziel: "Wir müssen unsere Dörfer lebenswert erhalten."

Wobei Magnus Jung hier auch auf das bürgerschaftliche Engagement setzt. "Das Ehrenamt und die Vereine sind tragende Säulen des Lebens in unseren Dörfern. Der Zusammenhalt, das Miteinander in der Gesellschaft geht nur mit den Vereinen."

Seit 1999 sitzt Magnus Jung für die SPD im Kreistag, seit 2003 führt er dort die größte Oppositionsfraktion. Obwohl seine Partei nicht die Mehrheit im Kreistag hat, sagt er selbstbewusst mit Blick auf viele einstimmige Entscheidungen: "An vielem, was wir im Landkreis erreicht haben, haben ich und meine Partei einen Anteil. Wir haben Themen vorangebracht und brauchen uns nicht zu verstecken."

Das macht der Landtagsabgeordnete auch nicht im laufenden Wahlkampf. Hausbesuche, Info-Stände gehören dazu, auch werden Flyer kreisweit verteilt. Und selbstverständlich gibt es auch kleine und große Plakate mit dem Wahlkampfslogan des Landrats-Kandidaten: "Magnus macht's möglich".Wo sehen Sie die Stärken des Landkreises?

Magnus Jung : Unser Landkreis steht in vielen Bereichen besser da als andere, und das hat mit den Menschen zu tun: der soziale Zusammenhalt, das ehrenamtliche Engagement, die qualifizierten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und die verantwortungsbewussten Unternehmerinnen und Unternehmer. Die schöne Landschaft können wir für die touristische Entwicklung nutzen. Und es gibt eine regionale Identität, die in der Vergangenheit ihre Wurzeln hat, Heimat gibt und eine gute Grundlage für die Zukunft ist.

Was würden Sie am liebsten jetzt direkt ändern?

Jung: Generell: dass alle Waffen schweigen. Als Landrat: gegen Auswüchse bei der Leiharbeit und die überhöhte Zahl von geringfügiger Beschäftigung vorgehen.

Was bedeutet eigentlich Macht für Sie?

Jung: Macht ist die Chance, Politik zu gestalten und Ideen zum Wohl der Menschen durchzusetzen.

Wo liegen Ihre Schwächen?

Jung: Zu wenig Geduld und zu wenig Zeit für Familie und Freunde.

Was würden Sie durchsetzen, wenn Sie einen Tag lang Bundeskanzler von Deutschland wären?

Jung: Ein gerechteres Steuersystem, das große Konzerne und Vermögen stärker belastet, und eine ausreichende Finanzausstattung für das Saarland und seine Kommunen.

Welcher Politiker ist Ihr Vorbild?

Jung: Noch immer Willy Brandt .

Mit welcher Filmfigur können Sie sich identifizieren? Und warum?

Jung: Immer mit den Guten, vor allem, wenn sie es nicht leicht haben und daran nicht verzweifeln. Außerdem mit den Yedi-Rittern und den Rittern der Kokosnuss.

Was ist eigentlich Ihre Lebensphilosophie?

Jung: Immer das Beste geben, und das Glas ist mindestens halb voll.

Welche Stärken haben Sie?

Jung: Ich habe (fast) immer eine Idee. Und bei der Umsetzung bin ich kreativ und hartnäckig. Und: Ich graule nicht.

Worüber können Sie lachen?

Jung: Über vieles, worüber ich mich früher geärgert habe.

Was bringt Sie zur Weißglut?

Jung: Niedertracht und Lügen.

Wenn Sie sich etwas von den Bürgern des Kreises wünschen könnten (außer dass sie am 15 . März zur Wahl gehen), was wäre das?

Jung: Dass sie sich an den Werten Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit orientieren. Dann würde sich vieles zum Besseren wenden.

Was schätzen Sie an Ihrem politischen Gegner?

Jung: Falls Udo Recktenwald gemeint ist: Ich sehe ihn nicht als politischen Gegner. Ich schätze an ihm, dass auch er das Beste für den Landkreis will und nicht nachtragend ist.

Zum Thema:

Zur PersonName: Dr. Magnus JungGeburtsdatum: 28. Oktober 1971Geburtsort: WadernWohnort: KastelFamilienstand: verheiratetKinder: eine Tochter (16)Beruf: LandtagsabgeordneterParteizugehörigkeit: SPDParteiämter: SPD-Kreisvorsitzender St. Wendel , Vorsitzender der Kreistagsfraktion seiner Partei, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion . vf

Zum Thema:

HintergrundDie Aufgaben des Landkreises: Der Landkreis ist zuständig für alle sozialen Aufgaben, von der Kinderbetreuung über die Jugendhilfe bis zur Seniorenpflege . Im St. Wendeler Land auch für die Betreuung der Hartz-IV-Empfänger. Weitere Zuständigkeiten: weiterführende Schulen, ÖPNV, Katastrophenschutz. Darüber hinaus hat der Kreis ordnungspolitische Aufgaben, so als untere Bauaufsicht und untere Jagdbehörde. Freiwillige Aufgaben sind der Tourismus samt Bostalsee, die Wirtschaftsförderung und die Pflege des Ehrenamtes. vf