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Ungeplant: Zwei Rennen am Abend

St Wendel. Rund 7000 Zuschauer haben am Freitag die Stadttour der Saarland-Pfalz-Rallye verfolgt. Sowohl Veranstalter als auch Polizei sind mit dem Verlauf zufrieden. Bis auf eine kleine Sache mitten in der Nacht. Frank Faber

Zwei sportliche Top-Ereignisse an einem Abend, so etwas gibt es nicht alle Tage in der Kreisstadt. Zunächst verfolgten von den Veranstaltern geschätzte 7000 Zuschauer während der Raserei , wie die Reifen der Rallye-Boliden ihre Autogramme auf den Asphalt hinterließen.

Ohne Motorgedröhne und unter Ausschluss der Öffentlichkeit veranstalteten Unbekannte dann mit den bei der Motorsportveranstaltung dienenden Schikanen auf der Wendalinusstraße ein nächtliches Strohrundballen-Rennen. Schnelligkeit und Geschicklichkeit war bei den Teilnehmern des illegalen Strohrennens gefragt. Das Reglement sah vor, die Ballen über den präparierten Parcours zum Schlossplatz zu befördern. Geldpreise, welche die motorisierten Gewinner der Saarland-Pfalz-Rallye kassierten, gab's nicht. "Nur die Strohballen von ihrem Platz wegzurollen, ist zwar ärgerlich, immer noch ein Streich", sagte der ADAC-Organisationsleiter Dieter Martin. Mit der zweiten Disziplin der anonymen Sportler konnte sich Martin nicht anfreunden. "Das ist purer Vandalismus", verurteilte der Orga-Chef .Sie schlitzten die Rundumfolie an vier Ballen durch und verteilten das Stroh auf ihrer Rennstrecke. "So was ist eine Sauerei ", grollte Martin.

Ansonsten zeigte er sich mit dem Verlauf der Lichterfahrt am Freitag und der Düserei am Samstag über den Stadtkurs mit den wahren Rallyefahrern zufrieden. Tausende Fans zückten fünf Euro, um zu erleben, wie die Piloten mit ihren PS-starken Arbeitsgeräten an der evangelischen Kirche abbogen. Der dortige Zuschauerpunkt entfiel, weil die Veranstalter dichtere Zuschauerränge erreichen wollten. Auch auf die Bierzeltatmosphäre mittig des Schlossplatzes wurde verzichtet. "Bei dem schönen Wetter war so mehr Freiraum für die Bestuhlung der Gastronomie betrieb vorhaben", sagte Martin. Die Sperrzeiten der Straßen habe die Verwaltung so gestrickt, dass es für die Anlieger noch erträglich gewesen sei. Von der Polizei wurden keine Zwischenfälle gemeldet.

Was kann man besser machen? Feststeht, ein Strohballenrennen wird nicht im städtischen Veranstaltungskalender der Stadt erscheinen. Die Stadt und der ADAC denkt lieber über eine bessere Einsicht von den Zuschauerpunkten auf die Rennpiste nach. Eine treppenstufenartige Tribüne würde den Service deutlich verbessern. Denn wenn Kinder auf dem Schlossplatz nicht in der ersten Reihe stehen können, sehen sie die rasenden Boliden höchstens im Fernsehen. > : Weiterer Bericht

Macht die Rallye Spaß? Oder nervt sie? SZ-Leser äußern sich im Internet via Facebook . Michael Blasius ärgert sich_ "Lachhaft, Eintritt zu verlangen und dann solche übertriebenen Sicherheitsabstände von teilweise über 20 Meter zu machen bei gerader Strecke. Macht keinen Spaß mehr."

Hingegen lobt Dagma Thomaser. Die vorbeirauschenden Rennwagen am Bosenberg - für sie kein Grund zur Klage, "Wünsche der Veranstaltung viel Spaß und Erfolg und ganz wichtig: ohne Beanstandungen." Ganz anders Michelle Weber: "Es störte und das nicht zu wenig." Fast euphorisch reagiert Sabrina Hornig auf die Veranstaltung im Landkreis: "Voll dabei. Es is' geil."

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saarbrueckerzeitung.wnd



Die Abendfahrt vom Dom aus kommend. Foto: Keven Brill
Die Abendfahrt vom Dom aus kommend. Foto: Keven Brill FOTO: Keven Brill