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Und eine Drehleiter gibt's auch

Sofort einsatzbereit ist das Mini-Löschfahrzeug, das Platz für acht kleine Feuerwehrleute bietet. Roland Mörsdorf aus Niederkirchen hat es in liebevoller Detailarbeit gebaut. Foto: Frank faber
Sofort einsatzbereit ist das Mini-Löschfahrzeug, das Platz für acht kleine Feuerwehrleute bietet. Roland Mörsdorf aus Niederkirchen hat es in liebevoller Detailarbeit gebaut. Foto: Frank faber FOTO: Frank faber
Niederkirchen. Das Martinshorn dröhnt, die Blaulichter blinken und signalisieren Einsatzbereitschaft. Der Niederkircher Roland Mörsdorf hat über die Jahre ein knallrotes Feuerwehrauto für Kinder gebaut. Nun will der 72-Jährige, dass das Fahrzeug sein Gerätehaus verlässt und zu Ausbildungs- und Präsentationszwecken bei den Jugendfeuerwehren zum Einsatz kommt. Frank Faber

So detailgetreu wie möglich hat Roland Mörsdorf aus Niederkirchen nach eigenen Vorstellungen in den 1980er Jahren ein Feuerwehrauto für seine behinderte Tochter Michaela gebaut. Ein Fahrgestell mit vier Rädern macht das Spaßgefährt zu einem funktionellen Unikum.



"Das Auto ist fahrbereit, alles daran funktioniert einwandfrei und kommt jederzeit über den TÜV ", sagt der ehemalige stellvertretende Löschbezirksführer der örtlichen Feuerwehr. Der 16,5 PS starke Motor und das Getriebe hat der 72-jährige Bastler von einem Fiat 500 entliehen, die Vorder- und die Hinterachse hatten als Fahrwerk eines Goggomobils gedient. Karosserie, Rahmen und Bodengruppe hat Mörsdorf aus dem Stahlblech eines Telefonschrankes zusammengesetzt, die Sitzbänke sind Marke Eigenbau.

"Es ist ein Gruppenfahrzeug für acht kleine Feuerwehrleute", erklärt der Konstrukteur. An dem Mini-Löschfahrzeug soll das Blaulicht zur Freude blinken und nicht, weil Gefahr droht. "Bei mir steht das Auto nur rum, ich würde es gerne den Bambini- und Jugendfeuerwehren zur Ausbildung und Präsentation zur Verfügung stellen", erklärt Mörsdorf und ergänzt: "Am Auto kann man den Kindern und Jugendlichen spielerisch alle Funktionen zur Brandschutzerziehung erklären."

Diesbezüglich will sich die Kreisbeauftragte Cornelia Holz mit dem Tüftler in Verbindung setzen. "Das wäre für unsere Bambinifeuerwehren eine Attraktion", ist Holz überzeugt. Denn die hydraulische Drehleiter kann zweifach, in eine Höhe von drei oder sechs Metern, ausgefahren werden. Der Wassertank ist mit 100 Litern befüllt und - wie es im Brandschützerjargon heißt - für den Schnellangriff bereit. Schläuche, aber auch Strahlrohre sind daneben gelagert und für eine kindgerechte Bedienung sofort in Reichweite. Eine Seilwinde hat Mörsdorf vorne am Fahrzeug angebracht. Der Innenraum des Mobils ist reich an Gefächern und eignet sich somit als Lagermöglichkeit für Ausbildungsutensilien.

"Immer wieder fallen mir neue Details ein, die ich dann ein- oder umbaue, richtig fertig wird das Auto wohl nie", sagt Mörsdorf, der 20 Jahre als Feuerwehrmann auf dem Saarbrücker Flughafen im Einsatz war. Zuvor hat der heutige Senior als Bergmann, Werkzeugmacher, Betriebsschlosser und Landmaschinenmeister gearbeitet.

Das Löschauto mit dem Kennzeichen WND-FF 112 kann er sich zudem als Ausstellungsstück vorstellen. "Uns fällt bestimmt was Passendes ein", sagt die Kreisjugendbeauftragte.