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Träume aus Blech und Chrom

Nicht nur was für harte Kerle. Da lohnt sich auch für Mädels ein näherer Durch-Blick. Fotos: ralf Mohr
Nicht nur was für harte Kerle. Da lohnt sich auch für Mädels ein näherer Durch-Blick. Fotos: ralf Mohr
Winterbach. Die Harley-Freunde in Winterbach hatten zum Wochenendtreff eingeladen – und zahlreiche Motorradfans folgten dem Ruf. Sonntags waren dann auch zahlreiche US-Cars wie der legendäre Ford Mustang und Oldtimer zu sehen. Ralf Mohr

Das erste, was man bei den Harley-Freunden in Winterbach lernt: Man ist hier prinzipiell per Du! Und somit ging es gleich familiär zu bei den Fans von US-Autos oder Oldtimern auf dem Festplatz. "Wir haben hier ein sehr angenehmes Publikum", bestätigte auch Bernd Gerber von den Harley-Freunden.



Rund 280 Harley-Davidsons aus der Region, aber auch aus den Benelux-Staaten und der Pfalz waren zu sehen. Dazu zählte auch die Maschine von Walter. Die glänzte mit einem dezenten und doch phänomenalen Airbrush auf der Cockpitverkleidung. "Live to Ride - Ride to Live" (Leben um Motorrad zu fahren, Motorradfahren um zu leben) war da über einem Adler-Kopf zu lesen und spiegelte so die Philosophie des Harley-Fahrens wieder.

Am Sonntag kamen zu den Motorrädern noch unzählige US-Cars und Oldtimer dazu: vom VW-Käfer bis zum Ford Mustang. Letzteren hatten auch Walter und Andrea Eberle dabei. "Amis waren immer mein Traum", erklärte Walter Eberle. "Und ganz besonders der Ford Mustang. Der Wagen stammt aus Kalifornien und ich bin erst der zweite Besitzer", berichtet er. "Das ist nix für die Autobahn, da macht es viel mehr Spaß niedertourig über die Landstraße zu brabbeln." Eberle liebt den unnachahmlichen Sound. Dafür sei übrigens die ganz spezielle Zündfolge verantwortlich, erklärte Christian Roth aus Otzenhausen. Er hat sich sogar die Zündfolge der Zylinder seines 70er-Camaro auf den Unterarm tätowiert. "Das Auto ist ganz selten in Deutschland und hat schon einige Wettbewerbe gewonnen", berichtet er. Hinter der Windschutzscheibe liegen Autofachzeitschriften, die über seinen Wagen schon mal einen Artikel gebracht haben. Das rote Schmuckstück stammt aus der Schweiz und entwickelt deutlich mehr als 350 PS aus dem Acht-Zylinder-Small-Block. Etwas skurriler ging es bei den Hot-Rods und Rat-Cars zu. Wolfgang Winter aus Mettlach zeigte seinen Umbau eines Ford Modell A von 1930 zu einen heißen Straßenrenner. Im immer offenen Motorraum fällt hinter dem Kühler eine Whiskyflasche ins Auge. "Das Auto hat ein offenes Kühlsystem und das ist der Überlauf. Ich hätte auch ein sündhaft teures Teil aus dem Zubehörhandel da einbauen können, aber so haben wir beide was davon. Dem Auto läuft das Kühlwasser nicht weg und ich hab eine Flasche Whiskey trinken können."

"Vor sechs Jahren hat alles mit einem Harley-Treffen direkt an der Bundesstraße mit 38 Harleys angefangen", erinnert sich Bernd Gerber von den Harley-Freunden. "Dann wurde es von Jahr zu Jahr mehr und im vergangenen Jahr hatten wir 150 Motorräder und rund 50 Autos hier." Darum war der Verein jetzt auf den Festplatz ausgewichen. Fast 50 Helfer waren rund um die Uhr im Einsatz und sorgten für die Bewirtung und Betreuung der Gäste. Ein Verkaufsstand mit Modellautos und Motorrädern und diversem Zubehör gehörte neben den musikalischen Abendveranstaltungen ebenfalls zum Programm. Der Reinerlös der Veranstaltung soll wieder einem caritativen Zweck zu Gute kommen.

Airbrush-Kunst ist das i-Tüpfelchen auf dem Motorrad – etwas, das nicht mehr zu trennen ist.
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