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Fußball
SV und FC St. Wendel wollen verschmelzen

Sollte die Verschmelzung kommen, bleibt Frank Backes (hinten links) Trainer der SG St. Wendel.
Sollte die Verschmelzung kommen, bleibt Frank Backes (hinten links) Trainer der SG St. Wendel. FOTO: Erich Fuchs / Erich Fuchs/Verein
St. Wendel. Sie kicken schon seit fünf Jahren zusammen: Weil das so gut funktioniert sollen beide Clubs jetzt zu einem werden. Von Philipp Semmler

Lange waren sie erbitterte Rivalen, seit fünf Jahren arbeiten sie in einer Spielgemeinschaft zusammen. Die Rede ist von den beiden St. Wendeler Fußball-Clubs, dem SV Blau-Weiß und dem FC St. Wendel. Nun planen die Vorstände beider Vereine eine Verschmelzung, bei der aus den zwei Vereinen einer wird. „Sie soll zu neuen Saison kommen“, erklärt der Vorsitzende des FC, Stephan Thul.


Eine Verschmelzung ist ähnlich einer Fusion, es gibt jedoch einige Unterschiede. „Der Verwaltungsaufwand ist dabei beispielsweise wesentlich geringer. Deshalb haben wir uns für diese Möglichkeit entschieden“, berichtet Thul.

Thul erklärt auch, warum beide Vereine diese Verschmelzung anstreben: „Es geht darum, dass es künftig nur noch einen Verein gibt, in dem alle Kräfte gebündelt sind. Die Zusammenarbeit in der SG hat in den letzten Jahren gut funktioniert. Alle Arbeiten am selben Ziel und auch zwischenmenschlich passt es. Eine Verschmelzung ist da der nächste logische Schritt“

Stefan Wegmann, der Vorsitzende des SV ergänzt: „Die Spieler reden ohnehin nur noch von der SG, nicht mehr vom FC oder von Blau-Weiß. Deshalb macht eine Verschmelzung Sinn. Wegmann weiter: „Wenn es nur noch einen Verein gibt, bringt dies auch Vorteile bei der Sponsoren-Ansprache und es wird nur noch ein Vorstand, statt bisher zwei benötigt.“

Ob es die von den Vorständen geplante Verschmelzung geben wird, darüber müssen aber in letzter Instanz die Mitglieder beider Clubs auf getrennten Mitgliederversammlungen entscheiden. Diese sind noch nicht genau terminiert. Geplant ist, sie im Mai stattfinden zu lassen.



Stimmen die Mitglieder zu, würde nach dem „Verschmelzungs-Gesetz“ aus den beiden alten automatisch der neue Verein entstehen. „Jeder, dem der St. Wendeler Fußball am Herzen liegt sollte zustimmen“, appelliert Wegmann.

 Wie der heißen soll, darüber werden ebenfalls die Mitglieder entscheiden können. Vorüberlegungen seitens der Vorstände gibt es aber schon. „Wir könnten uns gut den Namen FC Blau-Weiß St. Wendel vorstellen“, berichtet Wegmann. „In diesem sind Teile des Namens beider Clubs vorhanden.“

Sollte die Verschmelzung kommen, dann steht auch der Trainer für den neuen Club schon fest: Der aktuelle Übungsleiter der SG St. Wendel, Frank Backes, hat seinen Vertrag beim aktuellen Tabellen-Dritten der Bezirksliga St. Wendel für eine weitere Saison verlängert. „Wir haben bei meinem Amtsantritt im Sommer 2017 ohnehin gesagt, dass wir längerfristig etwas aufbauen wollen. Dies, und das wir ein junges hungriges Team haben, das noch einiges erreichen will, waren für mich die ausschlaggebenden Gründe zu bleiben“, erklärt Backes.

Konkret soll St. Wendel in den kommenden Jahren höher spielen als derzeit. Bei der SG-Gründung hatte Thul die Verbandsliga als langfristiges Ziel ausgegeben. Dabei bleibt es auch: „Als Club einer Kreisstadt müssen wir den Anspruch haben dorthin zukommen. Die Stadt gibt das vom Potential her“, so der FC-Vorsitzende.

Hoffnung, dass dies gelingt, macht ihm vor allem die gute Jugendarbeit: Mit Akteuren wie Vincent Butgereit, Mathis Zeyer oder Thorsten Wirges sind bereits in dieser Spielzeit talentierte Akteure aus dem eigenen Nachwuchs im Aktiven-Kader. Weitere werden in den beiden kommenden Jahren aus der A-Jugend nachrücken.