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Süßes vom Hasen oder süße Hasen

St Wendel. Duft heißen Brotes aus dem Steinbackofen, Glitzern funkelnden Glasschmucks, Begeisterung teils weit angereister Besucher: Seit Donnerstag ist die Innenstadt ein großer Markt mit Holzbuden. Bis Sonntag verkaufen die Händler. Matthias Zimmermann

Anstehen, warten. Nicht etwa an einem Stand mit heiß begehrter Ware. Nicht, um sich an einem Getränketresen zu erfrischen. Nicht am stählernen Haupteingangstor des Ostermarktes in St. Wendel . Sondern vor dem Brunnen auf dem Schlossplatz.

Da harrten am Donnerstag viele Besucher aus. In der Hand: eine Kamera, den Finger am Auslöser. Viele wollten sich vor der umfunktionierten Fontaine ablichten lassen. Als hübsche Erinnerung an einen sonnigen Markttag. Denn vor einigen Tagen hatten St. Wendeler CDU-Frauen aus Naturmaterialien eine überdimensionale Osterkrone auf das steinerne Monument gesetzt. Mit unzähligen bunten Ostereiern bestückt, einer Sisyphosarbeit gleich. Und das wussten am ersten Nachmittag des viertägigen Marktes die Schaulustigen sehr wohl zu würdigen.

Wie sie dies überhaupt bei ihrem Flanieren durch die Straßen der Altstadt taten. Schlenderten an Schmuckständen vorbei, hielten inne und begutachteten die glanzvollen Stücke. Unterdessen durchforsteten Kunden am Stand des Lions-Clubs Kartons mit Büchern, die vor der hölzernen Bude auf Klapptischen dicht an dicht stehen. Die Betreiber haben einen Verkaufs clou: Statt pro Stück bezahlt hier der Interessent wie an der Fleischtheke: pro Kilo Bücher drei Euro. Indes griff freudestrahlend eine Mittsechzigerin nach einem Krimischmöcker im Taschenbuchformat. Neben ihr begutachtete ein Herr mit äußerst prüfendem Blick ein mit unübersehbaren Gebrauchsspuren übersätes, fettbeflecktes Kochbuch von Anfang des 20. Jahrhunderts. Reichte es der Bedienung, die es auf die Waage legte. "Macht zweifuffzich", ließ sie wissen.

Ulkig dreinblickende Osterhasen standen wie in einem Rudel an einer Bude vor dem neuen Rathaus gegenüber dem Dom. Handgefertigte Holzfiguren, ausgesägt und liebevoll bemalt. Als niedliche Tischaccessoires oder überlebensgroß als Aufsteller. Hier schlichen kleine Kinder umher, ihre Eltern fest bei der Hand. Neugierige und faszinierende Blicke. Ein Junge zeigte auf einen lachenden Kerl in seiner Größe und fing schallend an zu lachen.

Währenddessen standen Altersgenossen etwas weiter an einem Gatter. Darin wetzten mehrere Kaninchen in natura umher. Dahinter labten sich Eltern, Omis und Opis vor der Open-air-Bäckerei an Fladenbrot.

Viel los am Eröffnungstag, an dem die Kennzeichen der Busse verrieten, dass viele von weit außerhalb angereist waren. Zudem war beim Bummel über den Markt ein Gewirr mannigfaltiger Dialekte und Akzente. Darunter auch Luxemburger und Franzosen, die den Frühlingstag in der Kreisstadt genossen.