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Stars kicken für den guten Zweck

St Wendel. Borussia Dortmund gegen Schalke 04 – dieses Derby reizt nicht nur in der Bundesliga. Auch wenn die beiden Traditionsmannschaften auf dem Platz stehen, ist das Interesse riesengroß. 1500 Fans, zum großen Teil in blau-weißen oder gelb-schwarzen Trikots, kamen zum Benefizspiel am Samstag nach St. Wendel. Melanie Mai

Olaf Thon und David Odonkor sind eindeutig die Stars beim Benefizspiel der Traditionsmannschaften von Borussia Dortmund und Schalke 04 am Samstagnachmittag in St. Wendel . Nicht nur, weil der Weltmeister von 1990 und der Publikumsliebling der WM 2006 die vielleicht berühmtesten Akteure auf dem Platz sind, sondern auch, weil sie nach dem Spiel fleißig Autogramme schreiben und für Fotos zur Verfügung stehen. Das, so betonen beide immer wieder, gehört bei Spielen der Traditionsmannschaften dazu. "Es ist schön, wenn so viele Fans einem zujubeln und Autogramme wollen; da kann man als Spieler doch was zurückgeben", sagt Odonkor nach der Partie gegenüber der Saarbrücker Zeitung. "Das sind für mich echte Fußballer", ist auch Organisator Torsten Morsch von der Birkenfelder Stefan-Morsch-Stiftung begeistert. Er fügt hinzu: "Olaf Thon hat niemanden abgewiesen, und auch Odonkor ist überall stehen geblieben." Sowieso ist Morsch fasziniert von der "zwanglosen Atmosphäre" - auch beim Anstoß. Sängerin Nicole und Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer haben sichtlich Spaß am Mittelkreis. "Ich habe extra die flachen Schuhe angezogen", scherzt Nicole.


Beide appellieren an die mehr als 1500 Besucher im Sportzentrum, sich doch typisieren zu lassen. Dazu Nicole: "Die Stiftung rettet Leben, man kennt sich in der ganzen Welt. Alle Menschen sind sehr dankbar, dass es die Stiftung gibt." Die Stefan-Morsch-Stiftung, in deren Kasse der gesamte Erlös des Benefizspieles fließt, ist mit ihrem roten Doppeldecker-Bus vor Ort. Dort können sich Menschen bis 40 Jahre typisieren lassen. Etwa 50 Männer und Frauen machen davon Gebrauch, unter anderem die komplette A-Jugend der SG St. Wendel . Für die meisten Traditionsteam-Spieler stellt sich die Frage nicht, sind sie doch schon älter als 40. Jungspund im Team ist Odonkor. Er sagt: "Ich stehe einer Typisierung offen gegenüber." Und warum spielt er mit 32 schon Traditionsmannschaft? "Heute hat man gesehen, dass mehr nicht geht", sagt Odonkor, der entgegen seiner Eigen-Kritik ab und zu mit seiner Schnelligkeit für Glanzlichter sorgt. "Meine Knochen wollen nicht mehr", fügt er hinzu. Da spiele er lieber ab und zu Traditionsmannschaft und habe seinen Spaß, statt sich in der Ersten Liga "zu quälen". In St. Wendel spielt er zum vierten Mal mit diesem Team das Derby gegen Schalke. Und es ist seine erste Niederlage. 4:1 endet die Partie für die Schalker. Und genau wie bei den Profis schmerze eine Niederlage gegen die Königsblauen besonders, gesteht Odonkor: "Wenn man die ganze Jugend bei Dortmund durchlaufen hat, dann ärgert man sich natürlich." Zumal er nicht zufrieden mit sich und der Leistung seines Teams ist: "Das war eines unserer schlechtesten Spiele."

Aber das war Nebensache. Morsch fasst zusammen: "Das war eine Top-Aktion."

David Odonkor lehnte keinen Fotowunsch ab. Foto: Mai
David Odonkor lehnte keinen Fotowunsch ab. Foto: Mai FOTO: Mai