| 22:17 Uhr

Unwetter-Einsätze
St. Wendeler Land säuft ab

Die Tholeyerstraße in St.Wendel überflutet. Gullideckel konnten dem Druck nicht standhalten.
Die Tholeyerstraße in St.Wendel überflutet. Gullideckel konnten dem Druck nicht standhalten. FOTO: B&K / Bonenberger/
St. Wendel. Vollgelaufene Keller, überflutete Straßen: Feuerwehr und Technisches Hilfswerk sind am Montag im Dauereinsatz. Von Evelyn Schneider

Es war wie schon die Tage zuvor: Urplötzlich verdunkelt sich der Himmel, helle Blitze zucken aus den grau-schwarzen Wolken, ein Donnergroll folgt und kurz darauf auch der Regen. Dieser ergoss sich am Montag sintflutartig über das St. Wendeler Land. Während das Unwetter am Samstag und Sonntag noch punktuell im Landkreis zuschlug, meldete Dirk Schäfer, Sprecher der Feuerwehr im Landkreis St. Wendel, am frühen Nachmittag: „Alle verfügbaren Löschbezirke sind im Einsatz“. Kurz darauf auch alle Einheiten des Technischen Hilfswerks (THW). Auch das Deutsche Rote Kreuz (DRK) war im Einsatz, um die Helfer zu verpflegen.


„Land unter“, lautete im Tagesverlauf ein kurzes Statement Schäfers. Am schlimmsten traf das Unwetter die Gemeinde Nonnweiler und hier im Speziellen den Ortsteil Kastel. In der Gemeinde Tholey war einmal mehr Hasborn-Dautweiler und dort die Ritzelbergstraße betroffen. Bereits am Samstag und Sonntag hatten Einsatzkräfte der Feuerwehr dort den Anwohnern geholfen. Weitere betroffene Orte im Landkreis waren Hofeld-Mauschbach, Furschweiler, Baltersweiler (alle Gemeinde Namborn), Marpingen sowie die Stadt St. Wendel.

Dirk Schäfer spricht von heftigsten Überflutungen. Immer wieder mussten deshalb auch Straßen gesperrt werden. Und immer wieder wurde das von Verkehrsteilnehmern ignoriert, wie der Feuerwehr-Sprecher berichtet. Was zur Folge hatte, dass die Helfer zunächst jene uneinsichtigen Autofahrer aus ihren Wagen haben retten müssen, statt zu Anwohnern zu eilen, deren Hab und Gut in Gefahr war.



Wasser ist laut Schäfer  in unzählige Keller gelaufen. Teils wurden Heizöltanks hochgeschwemmt und mussten von Feuerwehrleuten abgesichert werden.

Eine genaue Einsatz-Zahl konnte Schäfer nicht nennen. Bei Redaktionsschluss waren noch immer Feuerwehrleute unterwegs. Verletzt wurde, soweit bekannt, bei dem Unwetter niemand.

Dirk Schäfer lobt die gute interkommunale Zusammenarbeit der verschiedenen Löschbezirke. Jene, die in der eigenen Gemeinde nur wenige Einsätze hatten, halfen anderswo aus. Vorbildlich sei auch das Zusammenwirken der Hilfsorganisationen gewesen.

Braune Brühe auf der Fahrbahn: Die Lebacher Straße in Winterbach in Richtung Alsweiler wurde gesperrt.
Braune Brühe auf der Fahrbahn: Die Lebacher Straße in Winterbach in Richtung Alsweiler wurde gesperrt. FOTO: B&K / Bonenberger/
Die Bahnunterführung in Oberlinxweiler steht voll Wasser. Sie ist für den Verkehr gesperrt.
Die Bahnunterführung in Oberlinxweiler steht voll Wasser. Sie ist für den Verkehr gesperrt. FOTO: B&K / Bonenberger/
Aufräumarbeiten in Kastel: Von dort meldete die Feuerwehr die ersten Einsätze am Montag.
Aufräumarbeiten in Kastel: Von dort meldete die Feuerwehr die ersten Einsätze am Montag. FOTO: B&K / Bonenberger/
In der Jahnstraße in St. Wendel stand auch das Wasser.
In der Jahnstraße in St. Wendel stand auch das Wasser. FOTO: Melanie Mai
Wasser verschluckt Autos in Marpingen.
Wasser verschluckt Autos in Marpingen. FOTO: Elias Karaca
Hagelschaden in Otzenhausen.
Hagelschaden in Otzenhausen. FOTO: Laura Finkler - Belcamino
Die Fahrbahn ist nicht mehr zu sehen, die Annenstraße steht voller Wasser. Da wird der Mercedes zum Boot. Dieses Foto schickt Julius Dillinger aus Alsfassen.
Die Fahrbahn ist nicht mehr zu sehen, die Annenstraße steht voller Wasser. Da wird der Mercedes zum Boot. Dieses Foto schickt Julius Dillinger aus Alsfassen. FOTO: Julius Dillinger
Zwischen Baltersweiler und Furschweiler zeigte sich diese braune Brühe auf der Straße.
Zwischen Baltersweiler und Furschweiler zeigte sich diese braune Brühe auf der Straße. FOTO: Barbara Sheila Schöneberger
Feuerwehr und Schläuche im Dauereinsatz: Viele Keller mussten ausgepumpt werden, wie hier in Hasborn.
Feuerwehr und Schläuche im Dauereinsatz: Viele Keller mussten ausgepumpt werden, wie hier in Hasborn. FOTO: Dirk Schäfer