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Kooperation
Lehrreiche Ausflüge in die Natur

Bei ihren Exkursionen in den Nationalpark arbeiten Oberstufenschüler aus St. Wendel bewusst in der freien Natur.
Bei ihren Exkursionen in den Nationalpark arbeiten Oberstufenschüler aus St. Wendel bewusst in der freien Natur. FOTO: Ina Haupenthal
St. Wendel. Projekt im Nationalpark soll St. Wendeler Cusanus-Gymnasiasten für die Naturwissenschaften begeistern. Von red

Unter dem Motto „Our common Future“, auf Deutsch „Unsere gemeinsame Zukunft“, startete im Schuljahr 2018/19 ein gemeinsames Projekt zwischen dem Nationalpark, dem Umwelt-Campus Birkenfeld (UCB) und dem St. Wendeler Cusanus-Gymnasium. Ziel soll es sein, mehr Schüler für naturwissenschaftliche Fächer und Studiengänge zu motivieren. In den nächsten zwei Jahren wird daher der Nationalpark Hunsrück-Hochwald durch die Schüler erforscht.


Anstelle von Unterricht tauschten die Oberstufenschüler mit Beginn ihres Seminarfaches kürzlich für einen Tag Stifte und Blöcke gegen Kescher und Siebe und machten einen Ausflug in den Nationalpark. Was diesen so besonders macht, lernten die Schüler bereits vorab in der Schule, sodass es nach einer kurzen Einführung schnell ans praktische Arbeiten ging. In vier Gruppen wurden die vorkommenden Schmetterlinge und Vögel bestimmt, die Gewässergüte analysiert sowie die Fauna des Baches untersucht.

Professor Susanne Hartard vom Umwelt-Campus hat das Projekt initiiert. „Ich schätze das interdisziplinäre Arbeiten und die Zusammenarbeit mit den Schülern, Lehrern und Kollegen. Mit dem Cusanus-Gymnasium haben wir mittlerweile seit einigen Jahren eine erfolgreiche Kooperation.“



Das Projekt „Biodiversitätswandel und Klimaschutz in Entwicklungsbereichen des Nationalparks Hunsrück-Hochwald“ wird über zwei Jahre von der Robert Bosch Stiftung gefördert. Mit dem Förderprogramm „Our Common Future – Schüler, Lehrer, Wissenschaftler forschen für die Welt von morgen“ unterstützt die Robert Bosch Stiftung mit insgesamt über 1,4 Millionen Euro gemeinsame Forschungsprojekte von Lehrkräften und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zum Themenfeld Nachhaltigkeit.

Auch Sebastian Schacht aus dem Bereich Umweltbildung im Nationalparkamt beteiligt sich an dem Projekt: „Die Nationalparkverwaltung unterstützt das Projekt sehr gerne. Es ist uns ein großes Anliegen, die beiden wichtigen Bereiche Forschung und Umweltbildung im Nationalpark miteinander zu verbinden. Vielleicht kommt der ein oder andere im Studium wieder auf uns zu und möchte seine Abschlussarbeit bei uns schreiben.“ Auf einem Arbeitssteg mitten im Moor gab Ranger Roland Schmidt einen Einblick in die Arbeiten der Renaturierung und erzählte unter anderem, warum man im Hunsrück keine Moorleichen finden wird. Er erläuterte, welche Pflanzen aktiv auf die Jagd gehen und wie sich Torfmoos gegen Konkurrenten durchsetzt.

Überrascht waren die Schüler von den ersten Erkenntnissen der Auswertung ihrer Proben am Umwelt-Campus. Ihre Untersuchungen erfolgten im Biologielabor von Professor Stefan Stoll und seinem Mitarbeiterteam. Die am ersten Exkursionstag genommenen Sedimentproben wurden auf ihre Zusammensetzung hin untersucht und die im Gewässer lebenden Kleinstlebewesen bestimmt. Die Analysen ergaben wertvolle Erkenntnisse zu der Vielfalt der Arten in den untersuchten Bächen. Diese Ergebnisse interpretieren die Schüler in ihren jeweiligen wissenschaftlichem Arbeiten bis Ende des Jahres. Wissenschaftlich arbeiten, gängige Methoden aus der Forschung anwenden und diese richtig zu dokumentieren, stehe dabei im Vordergrund, heißt es in einer Mitteilung des UCB.

Martin Wagner, Schulleiter des Cusanus-Gymnasiums, ist nach eigener Aussage überzeugt, dass dieses Projekt der Kooperation mit dem Umwelt-Campus Birkenfeld und dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald für die Schüler ein Glücksfall ist, da sich hier neben der Möglichkeit der Erstellung einer wissenschaftlichen Arbeit sich ihnen auch die Chance zum Einblick in Studiengänge und damit zur Berufsorientierung bietet.

Auch die Labore des Umwelt-Campus können die Schüler des Cusanus-Gymnasiums nutzen.
Auch die Labore des Umwelt-Campus können die Schüler des Cusanus-Gymnasiums nutzen. FOTO: Ina Haupenthal