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Neujahrsempfang
St. Wendel will auch 2018 hoch hinaus

Überflieger: Für den Nervenkitzel beim Neujahrsempfang war die Trailgruppe St.Wendel verantwortlich.
Überflieger: Für den Nervenkitzel beim Neujahrsempfang war die Trailgruppe St.Wendel verantwortlich. FOTO: B&K / Bonenberger/
St. Wendel. Positiv im Rückblick und optimistisch für die Zukunft – das war St. Wendels Bürgermeister Peter Klär beim Neujahrsempfang. Von Thorsten Grim

Wake me up when it‘s all over – so heißt ein Titel des schwedischen DJ und Musikproduzenten Avicii. Den gab am Freitagabend die Band „Einfach... Jaa“ im gut gefüllten St. Wendeler Saalbau zum Besten. Hierhin hatte die St. Wendeler Stadtverwaltung mit Bürgermeister Peter Klär (CDU) an der Spitze zum traditionellen Neujahrsempfang geladen. Doch auch wenn die drei Musiker für ihre im Stil von „Jethro Tull“ gehaltene Interpretation, so hörte es zumindest Moderator Klaus Lambert heraus, viel Applaus einheimsten – so ganz trafen sie damit nicht das Thema. Denn in St. Wendel ist man hellwach und muss nicht aufgeweckt werden – erst recht nicht, wenn alles vorbei ist. Im Gegenteil, wie Bürgermeister Klär in seiner Rede verdeutlichte. St. Wendel will vorausgehen und auch in 2018 kräftig investieren, „damit wir im Wettbewerb der Städte um den Spitzenplatz weiter vorne bleiben“.


„2017“, sagte Klär, der in seiner Rede zunächst zurück blickte, „war wieder ein wichtiges Jahr – in jeder Hinsicht. Aber vor allen Dingen deshalb, weil wir auf dem Weg der Stadtentwicklung wieder Schritt für Schritt nach vorne gekommen sind.“ Und Klär untermauert seine Aussage mit Zahlen: Wieder habe St. Wendel mit seinen Märkten, dem Sport und der Kultur mehr als 500 000 Besucher in die Stadt gelockt. Auch habe das Tourismuskonzept zum Thema Pilgern und Wallfahren im Wendelinusjahr voll gegriffen. Mehr als 50 neue Wohneinheiten seien entstanden in der Stadt, deren Fuhrpark (zumindest teils) klimafreundlich mit Strom fahre, „statt mit dem Strom zu schwimmen“. Zudem seien in St. Wendel im zurückliegenden Jahr mehr als 20 Millionen Euro an privaten Investitionen getätigt wurden.

Als gelungenes Beispiel der Stadtentwicklung nannte der St. Wendeler Bürgermeister die Brühlstraße. „Enger Zeitplan, enger Kostenplan, verdammt hohes Risiko. Das schaffen die nie! Auch diese Stimmen gab es. Und am Ende? Es hat alles absolut funktioniert“, sagte Klär nicht ohne Stolz. „Für mich ein Beispiel, wie man auch unter schwierigen Umständen ans Ziel kommen kann.“



Ob es hierfür ein Erfolgsrezept gebe, fragte Klär und lieferte die Antwort gleich mit: „Ich glaube es nicht. Aber ich weiß, dass wir auch deshalb so erfolgreich sind, weil wir eine Stadt und eine Stadtverwaltung sind, die ihre Arbeit an den Interessen ihrer Bürger ausrichtet. Und wir haben Erfolg, weil wir uns und den Menschen etwas zutrauen.“ Mit diesem so „typischen St. Wendeler Selbstbewusstsein“, dem Vertrauen in das eigene Können, habe die Kreisstadt dort, wo andere rote Linien ziehen, neue Horizonte entdeckt. Im zurückliegenden Jahr habe St. Wendel einen Haushalt von mehr als 70 Millionen Euro abgewickelt. „Und das war auch notwendig. Denn als Wirtschaftszentrum des Kreises muss unser Motor laufen.“

Auch im neuen Jahr will Klär den Motor brummen hören. Das Aufgabenfeld sei breit gefächert. Denn die Weichen für die Zukunft des Landes würden in den Städten und Gemeinden gestellt. „Dort und nur dort entsteht Deutschland. Wir erschließen Wohngebiete, wir bauen Straßen, Schulen, Kindergärten, wir sorgen für Wasser und Strom, wir kümmern uns um die Nahversorgung, Handel und Gewerbe.“ Alle Zukunftsthemen der Republik spielten sich in den Städten und Gemeinden ab. Es sei höchste Zeit, dass dies auch auf den übergeordneten politischen Ebenen erkannt werde. In diesem Zusammenhang hielt Klär fest, dass das, was in Berlin bei den Sondierungsgesprächen zur GroKo bisher verhandelt wurde, in die richtige Richtung geht: „16 Milliarden Euro für Bauen, Wohnen und Schulinfrastruktur sind wenigstens mal ein Einstieg.“ Das werde allerdings nicht ausreichen. Daher sei er zwar froh, dass Innen- und Bauminister Klaus Bouillon (CDU) für das Saarland ein zusätzliches Programm angekündigt habe. Doch auch das genüge nicht. „Wichtig wäre, wenn es den Städten und Gemeinden erlaubt würde, auch für die Schulinfrastruktur Darlehen aufzunehmen. Für den Ausbau der Krippenplätze wurde uns dies ermöglicht. Ich halte es für geboten, dass dies auch für notwendige Investitionen in unsere Grundschulen gelten muss.“

Apropos Investitionen. Auch in diesem Jahr werde in St. Wendel kräftig investiert. „In unserer Planung gehen wir von einem Haushaltsvolumen von 70 bis 75 Millionen Euro aus“, berichtete Klär. Ein Teil davon, nämlich drei Millionen Euro, soll beispielsweise in ein Sonderprogramm für Kanal- und Tiefbauarbeiten fließen. In Abstimmung mit St. Wendel werde das Land die Sanierung der Mommstraße in Angriff nehmen. Zuvor werde ein Verkehrsgutachten für den Bereich Bahnhofstraße/Brühlstraße/Mommstraße in Auftrag geben.

Großflächige Baulanderschließung sei in Winterbach geplant, wo in diesem Jahr auch der zweite Bauabschnitt des neuen Gemeindezentrums angegangen werde. „Im Gewerbegebiet Hottenwald in Bliesen laufen die Planungen zur Erschließung von weiteren 22 000 Quadratmetern Gewerbefläche“, berichtete Klär, und „der Kunstrasenplatz des SV Bliesen ist auch dabei“. Für die Infrastruktur in den Stadtteilen, also für Kulturzentren, Feuerwehren sowie Schulen seien zwei Millionen Euro eingeplant. Und mit der neuen Sporthalle geht es laut Klär noch im ersten Halbjahr los, „werden wir die Architekten- und Ingenieurleistungen zur Erarbeitung der Entwurfsplanung und Kostenberechnung vergeben“. Klärs Fazit: „Die Zukunft gewinnen wir nur mit Menschen, die sich nicht nur für das interessieren was ist, sondern für das, was sie tun können, damit mehr gelingt“ Womit wir wieder beim (nicht nötigen) Aufwecken wären.

St. Wendels Bürgermeister Peter Klär blickte optimistisch ins neue Jahr.
St. Wendels Bürgermeister Peter Klär blickte optimistisch ins neue Jahr. FOTO: B&K / Bonenberger/
Bekamen mit den meisten Applaus: Lena (links) und Kathrin Sicks.
Bekamen mit den meisten Applaus: Lena (links) und Kathrin Sicks. FOTO: B&K / Bonenberger/
„Einfach... Jaa“ gab den Eisbrecher – mit Querflöte, Gitarre und Holzkiste.
„Einfach... Jaa“ gab den Eisbrecher – mit Querflöte, Gitarre und Holzkiste. FOTO: B&K / Bonenberger/