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Sportabzeichen
Die Krönung der sportlichen Leistung

Die erfolgreichen Schüler mit ihren Urkunden auf der Bühne in Bliesen.
Die erfolgreichen Schüler mit ihren Urkunden auf der Bühne in Bliesen. FOTO: Frank Faber
Bliesen. Zum 20. Mal hatte die St. Wendeler Kreissparkasse für Kinder die Sportabzeichen-Abschlussveranstaltung organisiert. Von Frank Faber

In der Sport- und Kulturhalle Bliesen wurde ein Jubiläum gefeiert. Zum 20. Mal organisierte die St. Wendeler Kreissparkasse ihre Sportabzeichen Abschlussveranstaltung und zeichnete Schüler aus dem Landkreis für besondere sportliche Leistungen aus. „Die Sparkassen-Finanzgruppe ist der größte nicht staatliche Sportförderer in Deutschland“, stellte Sparkassen-Vorstandsmitglied Marc Klein fest. Ein großer Teil der Fördersumme fließe dabei in den Breitensport. Bereits seit 1999 kommt auch davon ein Betrag dem Schulsport im Landkreis St. Wendel zugute. Denn mit fünf Euro wird jedes erworbene Sportabzeichen belohnt. „Wir wollen mit der Aktion einen Anreiz schaffen, sich noch mehr sportlich zu betätigen“, erläuterte Klein die Intension. Und die Zahlen können sich sehen lassen. Knapp 50 000 Sportabzeichen haben die Schüler seit 1999 abgelegt, was mit mehr als 350 000 Euro honoriert worden ist. „Der jeweilige Geldbetrag für die Schulen ist zweckgebunden und dient der Anschaffung von neuen Sportgeräten und der Gestaltung des Sportunterrichts“, sagte Klein.


Ohne den Sport in der Schule, so gestand Johanna Recktenwald aus Marpingen, sei sie nicht zu dieser Medaillensammlung gekommen, die sie auf der Bühne zeigte. 2017 gewann die 17-Jährige gleich drei Titel bei den internationalen deutschen Meisterschaften des deutschen Behindertenbundes in der Disziplin Biathlon. Und wie kommt eine Schülerin aus Marpingerin eigentlich zur Wintersportart Biathlon? „Ich war in der Skilanglauf-AG der Lebacher Louis-Braille-Schule, und mit dem Team sind wir bei Jugend trainiert für Paralympics damals Dritte geworden“, berichtete Recktenwald. Als Belohnung gab es eine Einladung für den Olympiastützpunkt in Freiburg, wo sie Biathlon ausprobieren konnte. Die junge Sportlerin mit einem Sehrest von nur drei Prozent geht mit einer Begleitläuferin an den Start und auf die Scheiben schießt sie mit einem Akustik-Lasergewehr – „Je höher der Piepston, desto näher ist man am Ziel dran“, erklärte die Biathletin.

Hoch hinaus ging es für Raphael Holzdeppe in seiner Laufbahn. 2013 flog der Stabhochspringer aus Kaiserslautern bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Moskau über die Höhe von 5,89 Metern und wurde Weltmeister. „Beim Mutter-Kind-Turnen habe ich mit dem Sport begonnen“, berichtete der 29-Jährige. Später habe er verschiedene Sportarten ausprobiert und für die Disziplin Stabhochsprung sei er gescoutet worden. „Wichtig ist, dass man Spaß am Sport hat und einfach dann das Glück hat an den richtigen Trainer zu geraten, der einen weiterbringt“, meinte Holzdeppe. Eine erste Station für eine Laufbahn könnte das Sportabzeichen sein, fand Klein, Es sei der Beleg für die eigene sportliche Leistung. „Durch die Kombinationen der Disziplinen werden wichtige Grundfähigkeiten wie Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination geschult“, weiß Klein. Den 22 Schulen im Landkreis, die am Sportabzeichen teilnahmen, konnte er bei der 20. Auflage der Veranstaltung einen Betrag von 16 195 Euro überreichen.