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Sonne, neue Eindrücke, keine Mails

Den einen perfekten Urlaub für alle gibt es nicht, dafür sind die Ansprüche zu unterschiedlich. Foto: Andrea Warnecke/dpa
Den einen perfekten Urlaub für alle gibt es nicht, dafür sind die Ansprüche zu unterschiedlich. Foto: Andrea Warnecke/dpa FOTO: Andrea Warnecke/dpa
St Wendel. Urlaub sieht für jeden anders aus. Manche liegen gerne am Strand, andere schwören auf Bergtouren und die nächsten bleiben am liebsten zu Hause. Über ihre Vorlieben wurden Menschen aus dem Kreis St. Wendel online befragt. Ulrike Stumm

Im Schwarzwald Bollenhüte anprobieren, Kuckucksuhren bewundern oder gepflegt wandern gehen. Die Südtiroler Alpen erkunden. Sich in Rom das Forum Romanum und das Pantheon anschauen, danach zuschauen wie im "Fontana di Trevi" die Münze auf dem Brunnenboden einschaukelt. Am Bostalsee ausspannen und sich ein Eis gönnen. Oder sich doch lieber in Fuerteventura am Wellenreiten abarbeiten: Urlaub sieht für jeden anders aus.


Die einen entspannen nur, wenn sie ruhig am Strand liegen, den sie seit Jahren kennen, für andere ist genau das eine Qual: Sie brauchen Mountainbiketouren, Surfkurse, Joggingrunden oder müssen Neues entdecken, andere Sitten kennen lernen, um sich wohl zu fühlen.

Wie aber sehen das die Menschen in der Region, wie verbringen sie die schönsten Wochen des Jahres? 106 Menschen haben sich im Kreis St. Wendel an einer Umfrage beteiligt. Damit ist diese zwar nicht repräsentativ, interessante Aspekte enthält sie dennoch. Eine Erkenntnis: Die Mehrheit der Befragten muss nicht unbedingt richtig viele Kilometer zwischen ihr Zuhause und den Urlaubsort bringen, um abschalten zu können. 72 Prozent gaben an, dass sie nicht weiter weg fahren müssen, um sich zu entspannen. 25 Prozent brauchen dagegen auch räumlich ein bisschen mehr Abstand für das richtige Urlaubsgefühl. Drei Prozent antworteten hier mit Weiß nicht.



Häufig braucht man den Urlaub ja schon deswegen, weil es vorher noch mal richtig knackig wird: Koffer packen, gerne gleich für mehrere Kinder mit, früh genug zum Flughafen oder zur Bahn fahren. Das treibt den Puls hoch. Zu Hause bleiben will die Mehrheit unserer Befragten deswegen aber nicht. 25 Prozent bleiben, um diesen Stress zu vermeiden, lieber genau dort, wo sie sind. 68 Prozent antworteten mit Nein und wollen also lieber wegfahren. Sieben Prozent sind unentschlossen.

Bleibt die Frage, wohin die Reise eigentlich gehen soll. Und das ist nicht selten Grund für ziemlich ausufernde Diskussionen. Während der eine schon immer mal nach Australien wollte, ist das für den anderen absolut undenkbar. Die Freundin liebt das Meer, ihr Partner die Berge. Manche kehren gerne stets dorthin zurück, wo sie sich bereits auskennen. Andere brauchen den Kick des Neuen. Einen gemeinsamen Nenner zu finden, ist nicht immer einfach.

"Suchen Sie sich jedes Jahr andere Ziele aus, um immer wieder Neues zu erleben?", wollten wir daher bei unserer Umfrage wissen, um der Grundstimmung ein bisschen näher zu kommen. Beim Ergebnis ging es ebenfalls eindeutig zu. 61 Prozent suchen nach dem Unbekannten, 35 Prozent haben es mehr mit der Beständigkeit. Vier Prozent wollten sich nicht festlegen.

Dieser allgemeine Trend bestätigt sich dann einigermaßen bei Frage vier, wo explizit gefragt wurde, ob man regelmäßig an denselben Urlausort reist. Ja, sagten 34 Prozent der Teilnehmer aus dem Kreis. St. Wendel 58 Prozent machen das nicht so, der Rest, acht Prozent, war unentschieden, antwortete mit "Weiß nicht".

Ob Meer oder Berge, ob aktiv oder eher gemütlich: Was ist überhaupt das Wichtigste beim Urlaub für die Menschen aus dem Kreis St. Wendel? An dieser Stelle gab es bei der Umfrage die Gelegenheit, seine Meinung zu sagen. Die Antworten fielen naturgemäß sehr unterschiedlich aus. Für Margit Johann-Alles aus Namborn ist es ein Trio, das einen guten Urlaub ausmacht: "gutes Wetter, gutes Essen, gute Unterkunft". Dass Petrus es gut meint, ist ohnehin vielen wichtig.

So schreibt zum Beispiel Patric Haupt aus Marpingen Sonne an erster Stelle seiner Liste, die er dann fortführt mit "Sehenswürdigkeiten, Wasser, weg vom Alltag, keine Telefonate, keine Mails". Ein weiterer Punkt Sicherheit, die zum Beispiel Hans Joachim Paikner, ´St. Wendel, anführt.

Viele sind im Urlaub neugierig, wollen Neues entdecken. Das ist etwa bei Ulrike Kielnhofer-Schultze (Nohfelden) so, die "Land und Leute kennenlernen" möchte. Ähnlich sehen das Petra Wiesen aus Nonnweiler und Birgit Zimmer (St. Wendel). Bernd Horn, Oberthal, kombiniert beides, für ihn ist Urlaub "Erholung und neue Eindrücke".

Zum Thema:

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