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Serieneinbrüche und kein Ende

St Wendel. Seit knapp einem Jahr ziehen Unbekannte durch den Landkreis St. Wendel und plündern Tankstellen sowie Supermärkte. Nach Polizeiangaben haben es die Täter in erster Linie auf Zigaretten abgesehen. Der Schaden ist beträchtlich. Matthias Zimmermann

Familie Kern kommt nicht zur Ruhe. Innerhalb einer Woche haben Einbrecher ihre Tankstelle in Türkismühle gleich zwei Mal heimgesucht. "Von Donnerstag auf Freitag war der erste Fall", berichtet Dennis Kern. Und ergänzt: "Diese Woche kamen sie dann nochmal von Dienstag auf Mittwoch." Vor gar nicht allzu langer Zeit war de BFT-Tankstelle bereits schon einmal Ziel der Kriminellen, sagt der Sohn des Inhabers. Von ihnen fehlt bislang jede Spur. Was blieb, ist ein immenser Schaden, der in die Tausende geht. "Sie rissen das Gitter von einem Fenster und brachen die Tür auf, die dreifach gesichert ist", schildert der 28-Jährige. Die Ausbeute an Barem sei überschaubar. Etwas Wechselgeld habe in der Kasse gelegen. Teurer komme hingegen der Zigarettenklau zu stehen.

Wie übrigens in den meisten Fällen. Denn offensichtlich zieht zurzeit eine Bande durchs St. Wendeler Land. Davon gehen die Ermittler aus, wie Stephan Laßotta von der Pressestelle des Landespolizeipräsidiums in Saarbrücken sagt. Die Masche sei immer dieselbe. Darum ermittelten Beamte des Dezernats Eigentumskriminalität. Es handle sich längst nicht nur um Einzelfälle. Seine Kollegen gingen seit April vergangenen Jahres mittlerweile neun solcher Straftaten nach. Laßotta: "Es geht um Einbrüche in Tankstellen in Türkismühle, Tholey, Marpingen und Freisen und um Einbrüche in Supermärkte in Freisen, Bliesen und Nohfelden." Dabei hätten es die Unbekannten immer wieder in erster Linie auf Tabakwaren abgesehen. Der Gesamtschaden belaufe sich auf einen fünfstelligen Betrag.

Das sei dies längst nicht nur ein Phänomen im Landkreis St. Wendel . Laut Laßotta kämpfe die Kriminalpolizei bundesweit verstärkt gegen organisierte Banden mit dem gleichen Ziel. Was die Einbrüche in der Region betrifft, gebe es bislang keinen konkreten Hinweis auf die Täter.