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Senioren sicherer unterwegs

Hoof. Bei einem Vortrag der Verkehrssicherheitsberater Clemens Gergen und Kamillus Schumacher in Hoof bekamen die Senioren nicht nur Tipps, wie sie sicher zu Fuß unterwegs sind. Es gab auch Geschenke: Je ein reflektierendes Armband, damit sie auch bei Dunkelheit gut gesehen werden. Evelyn Schneider

Ein Auto erfasst zunächst die Beine eines Dummys, danach knallt der Kopf auf die Frontscheibe. Das Glas zerberstet. Diese Szene eines Unfalltests lässt die Senioren erschrocken auf die Leinwand blicken. "Der Film zeigt, was mit einem Fußgänger passiert, wenn er bei einer Geschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde von einem Auto erfasst wird", erläutert Clemens Gergen die Sequenz. Der Verkehrssicherheitsberater ist zusammen mit seinem Kollegen Kamillus Schumacher in den Hoofer Dorfladen gekommen, um die 20 Senioren des Kaffee-Nachmittags auf Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam zu machen.

Eingeschränkte Mobilität, Nachlassen des Seh- und Hörvermögens - Gründe, weshalb es für ältere Menschen oft schwerer ist, sicher unterwegs zu sein. Das Überqueren des Straße ist Gefahrenquelle Nummer eins. "Genau wie Kinder unter fünf Jahren können ältere Menschen oft die Entfernung heranfahrender Autos nicht richtig einschätzen", sagt Kamillus Schumacher.

Seit Beginn des Jahres sind bereits vier Senioren beim Queren der Straße saarlandweit getötet worden. Die entsprechenden Meldungen in der Saarbrücker Zeitung werden vom Beamer an die Leinwand geworfen. Betroffenheit bei den Zuhörern. Diese steigert sich noch, als Polizist Gergen das Ergebnis einer Studie von 2004 bis 2013 präsentiert. Darin wurden gezielt Unfälle mit Personen von 65 bis 69 Jahren, von 70 bis 74 Jahren sowie 75 Jahre und älter untersucht. In der Gruppe "75 plus" starben mit Abstand die meisten Fußgänger bei Unfällen (31). Im Vergleich dazu, neun Getötete in der Gruppe ab 65.

Doch was können die Senioren tun, um sicherer unterwegs zu sein? Die beiden Polizeibeamten haben dazu jede Menge Tipps in petto. Zum einen sei es wichtig, regelmäßig Hör- und Sehfähigkeit zu testen. Letzteres können die Senioren gleich während des Vortrags. Denn bei einem Beispieltext, zunächst in Großbuchstaben gedruckt, wird die Schrift zum Ende hin immer kleiner. Wer die letzten Buchstaben nicht mehr entziffern kann, sollte zur Kontrolle gehen. Beim Queren der Straße gibt es gefährliche und sichere Stellen. Auf Fotos dokumentiert Gergen, dass ein Fußgänger , der zwischen parkenden Autos über die Straße will, von Autofahrern kaum gesehen wird. Deshalb rät der Experte: Lieber einen Umweg in Kauf nehmen und Ampeln, Zebrastreifen oder Einmündungen zum Überqueren der Straße nutzen.

Ein Risiko-Faktor ist auch die Dunkelheit. Fußgänger , die schwarz gekleidet sind, sind schwer zu erkennen. Besser gesehen werden Menschen in heller Kleidung. Schumacher zeigt dazu Fotos. Auch reflektierende Streifen auf der Jacke sind hilfreich. Für die Senioren haben die beiden Polizisten leuchtende Armbänder dabei. Ein Geschenk, das für mehr Sicherheit sorgen soll.

Im SZ-Gespräch spricht Gergen die Angehörigen an. Auch sie könnten helfen, dass ihre älteren Verwandten sicherer im Straßenverkehr unterwegs sind. "Beim nächsten gemeinsamen Jackenkauf können sie den Senioren zu einer hellen Farbe raten", schlägt Gergen vor.

Zum Abschluss des etwa 30 -minütigen Vortrags plädiert Gergen noch für das Tragen eines Fahrradhelms, wenn Senioren mit dem Drahtesel unterwegs sind. Der schütze vor schweren Kopfverletzungen.