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Hilfsaktion
Sehhilfen für die Hilfsbedürftigen

An der Gemeinschaftsschule St. Wendel wurden fleißig Brillen gesammelt.
An der Gemeinschaftsschule St. Wendel wurden fleißig Brillen gesammelt. FOTO: Thorsten Grim
St. Wendel. Für die Aktion „Brillen ohne Grenzen“ wurde in St. Wendel gesammelt. Fast 700 Brillen kamen an der Gemeinschaftsschule zusammen. Von Thorsten Grim

() „Als Matthias Meiser am Telefon sagte, er hätte den Kofferraum voller Brillen, habe ich gedacht, er übertreibt ein wenig“, erzählt Thomas Bär von der Gemeinschaftsschule in St. Wendel. Aber als Meiser dann vorgefahren kam und wirklich den Kofferraum seines Autos voll mit abgelegten Sehhilfen geladen hatte, war Bär für einen kurzen Moment sprachlos. Inzwischen hat er seine Stimme wiedergefunden. „669 Brillen und 380 Etuis sind zusammengekommen“, berichtet der Lehrer vom Erfolg der Sammelaktion Brillen ohne Grenzen, an der sich die St. Wendeler Schule in diesem Jahr zum zweiten Mal beteiligt hat. Unterstützt wurde sie dieses Mal von Meiser sowie von Andreas Velten von der St. Wendeler Debeka-Geschäftsstelle. Dass der Versicherer und Bausparer mit im Boot war, kam dadurch zustande, dass Meiser in der Schule etwas abgeben musste und ihm dabei die Brillen-Spendenbox auffiel. Beziehungsweise sei der Brillenträger gefragt worden, ob er nicht eine alte Brille habe, die er für die Hilfsaktion spenden könnte. Er hatte eine.


Und nicht nur das. „Ich fand die Aktion so gut, dass ich angeboten habe, vonseiten der Debeka mitzumachen“, erzählt Meiser. Flink wurde in der Debeka-Geschäftsstelle ebenfalls eine Sammelbox aufgestellt und jeder interessierte Kunde bekam ein kleines Flugblatt mit, auf dem geschrieben stand, was mit der Aktion bezweckt werden soll. In der folgenden Tagen und Wochen wurden hunderte Brillen abgegeben, die Meiser und Geschäftsstellen-Leiter Velten in den Kofferraum packten und nun an der Schule abgaben. Dort nahm sie Petra Krenn; Geschäftsführerin der Ottweiler Druckerei (O/D), gemeinsam mit Bär entgegen.

Seit Jahren sammeln Möbel Müller in Dillingen und der Rotary Club St. Wendel mit Unterstützung vieler Saar-Optiker im Saarland gebrauchte Brillen, die über den Hilfsverein LSF (Lunettes sans frontière) im Elsass an Hilfsbedürftige in 56 Ländern versendet werden. Die O/D hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, einen Beitrag zu leisten, dass sich möglichst viele Schulen im Saarland an diesem Projekt beteiligen können. „Wir unterstützen das Projekt jetzt seit rund vier Jahren“, berichtet Krenn. Im vergangenen Jahr war sie in Frankreich, um sich vor Ort anzusehen, was mit den gesammelten Brillen passiert. „Die Brillen werden dort von ehrenamtlichen Mitarbeitern geprüft, gesäubert und dann weiterversandt.“ „Helfen ohne Riesenaufwand“, das sei eine tolle Sache , findet Bär.

Das sehen seine Schülerinnen Carolin Bubel, Carolin Schaal, Leah Englhardt und Katharina Piro, die halfen, die gesammelten Brillen zu versenden, ganz genau so. „Wenn ich eine Brille brauche, gehe ich zum Optiker, gucke welche mir steht und dann bekomme ich die“, berichtet Leah – natürlich in den finanziellen Grenzen, die die Mama vorgibt.

„Aber die Menschen, für die wir die Brillen sammeln, gilt das nicht. Die können nicht einfach mal zum Optiker gehen und sich eine neue Brille kaufen.“ Darum sei es ein gutes Gefühl, ihnen auf diese Art helfen zu können.