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Schützen
Schützenverein feiert 90. Geburtstag

Oberlinxweiler. Der Oberlinxweiler Schützenverein „Ruhig Blut“ blickt auf eine wechselvolle Geschichte zurück. Heute treten die Schützen teils in der Landesliga an. Von Frank Faber

Am Samstag, 30. Juni, ab 19 Uhr feiert der Schützenverein „Ruhig Blut“ Oberlinxweiler sein 90-jähriges Bestehen in der Kulturscheune. Gleichzeitig richtet der Traditionsverein das Kreisschützenfest des Kreises Nordsaar aus und dazu werden Geburtstagsgäste aus der gesamten Region im St. Wendeler Stadtteil eintreffen.


Lang, lang ist es her: Im Jahre 1928 wurde in Oberlinxweiler der Schützenverein im Vereinslokal Kiefer am Bahnhof gegründet. Otto Römer übernahm den Posten des Vorsitzenden. „Zuvor gab es einen Geselligkeits- und Gemütlichkeitsverein in Oberlinxweiler, deren Mitglieder sich zu Schießwettkämpfen getroffen haben“, blickt der aktuelle Vereinschef Wolfgang L’hoste zurück. Die Gründungsväter etablierten den Schießsport im Ort, weshalb später die Räume des Vereinslokals nicht mehr ausreichten. 1959 kaufte der Verein eine Zollbaracke in der alten Erzgrube und baute sie zu einem Schützenhaus mit acht Luftgewehrständen und einem Gesellschaftsraum um. Zwei Kleinkaliberstände wurden quer über die Schlucht zwischen den Felswänden der Erzgrube gebaut.

Doch dann kam die Neuführung der B41. „Es wurde die Brücke gebaut und wir haben das Schützenhaus abgeben müssen“, berichtet Wilhelm Gleißner, der von 1984 bis 1996 als Vorsitzender die Vereinsgeschicke gelenkt hat. Im Hohlinger Wald habe man einen geeigneten Platz für den Bau eines neuen Schützenhauses gefunden. Und dabei errichteten die Schützen etwas ganz Besonderes: den Bau eines unterirdischen Pistolenstandes, der ganz in Stahlbeton gegossen wurde und im Jahre 1974 fertiggestellt war. „Wir wollten die Belästigung für die Bevölkerung so gering wie möglich halten“, erklärt Gleißner. Dagegen, so der 72-Jährige, habe die Kleinkaliber-Schießanlage 1979 dichtgemacht werden müssen. „Sie hat neuen Vorschriften und sicherheitstechnischen Anforderungen nicht mehr entsprochen“, erläutert Gleißner. Sechs Jahre später ist der Schießstand wieder neu eingeweiht worden. Anfang der 1990er-Jahre war es dann der Freiluftstand, an dem der Zahn der Zeit genagt hat. „Da haben wir beschlossen, eine Schießhalle mit zehn Ständen zu bauen“, sagt der ehemalige Vorsitzende. Realisiert haben die Schützen das Projekt in Eingenregie. „Dafür muss dann auch das Geld da sein. Einfach ist das nicht, bei einem Verein, der nur knapp 100 Mitglieder hat“, weiß Gleißner. 1994 war der Neubau vollendet, der auch als Festsaal verwendet werden kann. „Wenn man so einen Verein mit aufgebaut hat, dann hängt man auch daran“, sagt Gleißner, der sich seit einem halben Jahrhundert bei „Ruhig Blut“ engagiert.



Derzeit zählt der Schützenverein 88 Mitglieder und deren sportliche Erfolge können sich sehen lassen. Die Luftgewehrmannschaft und die Teams Sportpistole und Schnellfeuerpistolen zielen auf Scheiben in der höchsten saarländischen Klasse, der Landesliga. Mit der Luftpistole und der freien Pistole schießen die Oberlinxweiler in der Oberliga. Auch in Zukunft, so der aktuelle Vorsitzende L’hoste, will der Verein an die sportlichen Erfolge anknüpfen und sein gesundes Vereinsleben fortführen.