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Fridays for Future
Schüler diskutieren mit Landrat über ihre Zukunft

 Bislang haben sich St. Wendeler Schüler einmal an der Bewegung „Fridays for Future“ beteiligt: Am 15 März demonstrierten sie auf dem Schlossplatz.
Bislang haben sich St. Wendeler Schüler einmal an der Bewegung „Fridays for Future“ beteiligt: Am 15 März demonstrierten sie auf dem Schlossplatz. FOTO: B&K / Bonenberger/
St. Wendel. Jugendliche haben sich am 15. März an der „Fridays for Future“-Aktion in St. Wendel beteiligt. Jetzt trafen sie sich mit Udo Recktenwald, um mit ihm über ihre Forderungen zu sprechen. Von Frank Faber

Freitag für Freitag demonstrieren Schüler in verschiedenen Städten für den Klimaschutz. In der Kreisstadt St. Wendel blieb es bislang bei einer Protestkundgebung der Bewegung „Fridays for Future“. Am Cusanus-Gymnasium war die Lage lange unklar, ob die Schüler überhaupt daran teilnehmen durften und Entschuldigungen abgeben mussten. „Das ist eine Ignoranz gegenüber der Bewegung“, beschwerte sich ein Schüler. Beim Gymnasium Wendalinum und an der Dr.-Walter-Bruch-Schule bekamen Schülern schnell grünes Licht zum Demonstrieren.


Am Freitag nutzen mehr als 50 Schüler die Gelegenheit, im Sitzungssaal des Landesamtes ihre konkreten klimapolitischen Forderungen dem St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald (CDU) vorzutragen. „Die Demonstrationen sind ein Appell an andere, aber dazu muss ich auch selbst etwas tun und das soll schon nachhaltig sein“, meinte Recktenwald. Nach dem von ihm und Dezernatsleiter Uwe Luther vorgestellten Klimaschutzkonzept des Landkreises legten die Schüler mit eigenen Vorstellungen, Anregungen, Verbesserungsvorschlägen und Forderungen los.

So machte ein Jugendlicher darauf aufmerksam, dass in der Kreisstadt St. Wendel innerörtlich ausgewiesene Radwege fehlen, um mit dem Fahrrad auch sicher unterwegs sein zu können. Ein Dr-Walter-Bruch-Schüler regte an, ihre Lehrkräfte, die zwischen den drei Standorten pendeln, mit Elektrorollern auszustatten. Die Anschaffung eines Elektroautos sei mit einem unrealistischen Preis verbunden und zudem bestünden noch zu wenig Möglichkeiten, um das Fahrzeug vernünftig aufladen zu können. Als schlecht strukturiert wurde der Fahrplan beim Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) beklagt. „Die Busse müssen dann eingesetzt werden, wenn sie gebraucht werden“, forderte eine Schülerin. Eine günstigere Tarifgestaltung würde zu einer besseren Auslastung der Busse führen.



Die Vorschläge stoßen beim Landrat, der seit geraumer Zeit für einen attraktiveren ÖPNV plädiert, auf offene Ohren: „Es ist sinnvoll, den ÖPNV attraktiver zu machen“. Er erläuterte den Aktivisten die verzwickte Wabenstruktur, wobei desto mehr Waben durchfahren werden, das Busticket teurer wird.

Ein Schüler kritisierte die Energieverschwendung an der Marpinger Gemeinschaftsschule. „Das Problem bei uns ist, dass die Heizung nur vom Hausmeister runter gedreht werden kann, weil in den Klassen dazu kein Schalter oder Regler dafür ist“, berichtete der Jugendliche. So laufe dann durch die zentrale Regelung in der siebten und achten Schulstunde im Neubau die Heizung, allerdings ohne das darin unterrichtet werde. Des Weiteren wurde eine Regenwassernutzung für die Toilettenspülung in öffentlichen Gebäuden und das Thema Klimaschutz auf dem Stundenplan gefordert. Landrat Recktenwald versicherte, die Forderungen zu prüfen. Er machte den Zuhörern das eingeschlafene Projekt „fifty-fifty“ schmackhaft, bei dem in den Schulen mit unterschiedlichen Maßnahmen zum Energiesparen aufgefordert wird. Die eingesparten Kosten kommen dabei zur Hälfte der jeweiligen Schule zugute.

Mit den konkreten Forderungen bewiesen die Schüler, dass sich für ihre Zukunft einsetzen. Sie wollten mit innovativen Ideen mithelfen, den Klimaschutz voranzutreiben. „Ich finde das sehr gut und wichtig, was ihr Schüler macht und damit leistet. Und egal ob das jetzt während der Schulzeit ist oder nicht, schafft ihr es, auf euch und das Thema Klimaschutz aufmerksam zu machen“, meinte Recktenwald. Umgekehrt werde er auch gerne zum Gespräch an den Schulen vorbeischauen.

 Mit Plakaten zeigten die Jugendlichen, was sei von den Politikern erwarten.
Mit Plakaten zeigten die Jugendlichen, was sei von den Politikern erwarten. FOTO: Melanie Mai
 Auch diese Schülerinnen setzten sich für eine saubere Umwelt ein.
Auch diese Schülerinnen setzten sich für eine saubere Umwelt ein. FOTO: Melanie Mai