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Volleyball
Schmettern, bis die Arme glühen

Das Sportzentrum in St.Wendel wurde am Mittwoch zu einem echten Ball-Saal: Rund 120 Grundschulkinder wuselten beim 2. Grundschul-Cup durch die Halle und hatten viel Spaß beim Schmettern, Baggern und Blocken.
Das Sportzentrum in St.Wendel wurde am Mittwoch zu einem echten Ball-Saal: Rund 120 Grundschulkinder wuselten beim 2. Grundschul-Cup durch die Halle und hatten viel Spaß beim Schmettern, Baggern und Blocken. FOTO: Bonenberger & Klos / B&K
St. Wendel. Da war richtig was los! 120 Schüler aus neun Schulen traten am Mittwoch beim 2. Grundschul-Cup des TV Bliesen gegeneinander an. Dabei hatten die Kids jede Menge Spaß im Sportzentrum St. Wendel. Von Philipp Semmler

Am Mittwochmorgen war es im St. Wendeler Sportzentrum fast so laut wie bei einem Heimspiel der Herren des Volleyball-Drittligisten TV Bliesen. Der Grund: 120 Kinder schwirrten mit strahlenden Gesichtern durch die Halle und baggerten, schmetterten und blockten, was das Zeug hielt.



Zum zweiten Mal hatte der TV Bliesen nämlich zum Volleyball-Grundschul-Cup in die Kreisstadt geladen. „Das ist ein wichtiger Bestandteil unserer Nachwuchsförderung“, erklärt Gerd Rauch. Der Trainer des Drittliga-Teams des TV ist auch in der Jugendabteilung des Vereins aktiv und fungierte beim Grundschul-Cup als Organisator.

Neun Schulen folgten der Einladung des TV und schickten die Teilnehmer ihrer Volleyball-Arbeitsgemeinschaften ins Sportzentrum. Mit dabei waren die sechs Schulen, mit denen Bliesen im Grundschulbereich kooperiert (Bliesen, Oberthal, St. Wendel, Namborn, Oberlinxweiler und Ottweiler-Lehbesch) sowie die Grundschulen Pflugscheid (bei Riegelsberg), Lebach und Merchweiler.

Gespielt wurde wie beim Beachvolleyball im Modus zwei gehen zwei auf ein drei Mal drei Meter großes Feld. Jedes der Teams hatte sechs Spiele zu jeweils zehn Minuten. „Die Kinder sollten dabei zeigen, was sie in ihren Arbeitsgemeinschaften gelernt haben. Einen Sieger haben wir nicht gekürt. Ergebnisse wurden auch nicht aufgeschrieben“, erklärte Rauch. „Der Spaß sollte im Vordergrund stehen – und das hat er auch. Alle Spieler waren Feuer und Flamme.“ Neben dem Spaß sollte auch die Sozialkompetenz gefördert werden. „Es gab keine Schiedsrichter. Die Teams haben selbst ihre Punkte gezählt“, so der Organisator.

Mit der zweiten Auflage des Cups war der 51-Jährige sehr zufrieden. „Ich denke, dass wir das zu einer dauerhaften jährlichen Einrichtung machen“, kündigte er an. Denn die Nachwuchsförderung ist für den TV Bliesen – und den gesamten Volleyballsport im Saarland – wichtig. „Es ist heutzutage ein langer Weg, bis wir Jugendliche zum Volleyball bekommen. In den Schulen anzusetzen, ist da definitiv der richtige Weg.“

Und diesen geht der Turnverein seit mehreren Jahren – mit Erfolg. „Es hat sich für uns auf jeden Fall gelohnt“, zieht Rauch Bilanz. Als einer von nur wenigen Clubs im Saarland stellt der TV Bliesen Nachwuchs-Teams in allen Altersbereichen. Insgesamt wird die Nachwuchsarbeit aber immer dünner. „Bei den Saarlandmeisterschaften der U14 hat das beispielsweise so ausgesehen, dass wir im Teilnehmerfeld mit drei Mannschaften waren. Dazu kam noch ein Team des TV Wiesbach – und das war es auch schon“, so Rauch.

Rund 60 bis 70 Kinder und Jugendliche gehen derzeit für Bliesen ans Netz. „Damit dürften wir im männlichen Bereich die größte Nachwuchs-Abteilung im Land haben“, erklärt Rauch. Und aus dieser schafften es auch schon Akteure – wie beispielsweise der deutsche Nationalspieler Moritz Reichert – ganz nach oben. Auch im aktuellen Drittliga-Kader des TV sind mit Lukas Scholtes, Jérôme Klauck, Julian Zewe, Danny Haben und Sandy Schumacher viele Spieler aus dem eigenen Nachwuchs.