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Lesung
Reise in die Vergangenheit des mittleren Ostertals

Osterbrücken. Zu einer Lesung aus Band 4 der „Chronik des mittleren Ostertals“ lädt der Heimat- und Kulturverein Ostertal am Mittwoch, 22. August, 19 Uhr, im Lokal Sutter. Der Mitautor des Bandes, Hans Kirsch, wird dabei laut Verein vor allem auf Vorgänge eingehen, die Bezüge zu Osterbrücken oder den Nachbarorten haben. Von red

So war etwa der Lehrer Eduard Petry in den 1920er-Jahren ein führender Funktionär des SPD-Ortsvereins Osterbrücken, ein Einwohner namens Baßler versuchte 1929 einen KPD-Ortsverband ins Leben zu rufen. In die im Dezember 1931 gegründete NSDAP-Ortsgruppe Niederkirchen traten erstmals am 1. April 1933 zehn Männer und eine Frau aus Osterbrücken ein; am Ende waren es 39.


Nach der Machtübernahme kamen Regimegegner in Schutzhaft, so zum Beispiel August Müller, der führende Kommunist im Dorf (Gandhi genannt). Der Sozialdemokrat Hermann Drumm, dessen Vater aus Osterbrücken stammte, kämpfte 1938 bei den Internationalen Brigaden in Spanien gegen die faschistischen Franco-Truppen und verlor dort sein Leben. Derweil wurde zur selben Zeit in Osterbrücken der NSDAP-Zellenleiter aus der Partei ausgeschlossen, weil er Geld aus der NSV-Kasse unterschlagen hatte. Schließlich wird der Autor auch von einem polnischen Zwangsarbeiter berichten, der in Selchenbach eine Bäuerin erschlagen hatte, sich daraufhin selbst erhängte, dann aber in Osterbrücken begraben wurde.