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Supermoto
Rasanter Ritt auf zwei Rädern

Lokalmatador Markus Volz driftet vor großer Kulisse in die Kurve, verfolgt von Andre Plogmann. Ganz hinten steigt Marc-Reiner Schmidt nach einem Sturz wieder auf seine Maschine. Er wird am Ende dennoch gewinnen.
Lokalmatador Markus Volz driftet vor großer Kulisse in die Kurve, verfolgt von Andre Plogmann. Ganz hinten steigt Marc-Reiner Schmidt nach einem Sturz wieder auf seine Maschine. Er wird am Ende dennoch gewinnen. FOTO: Thiel Achim / Achim Thiel
St. Wendel/Lebach. Packende Positionskämpfe, mitreißende Rennen: 9500 Zuschauer verfolgten am Wochenende die Läufe zur deutschen Supermoto-Meisterschaft in St. Wendel. Ganz vorne mit dabei war auch ein Lokalmatador. Von Frank Faber

Kurz vor der Ziellinie reißt Markus Volz beide Arme in die Höhe. Im zweiten Lauf der Internationalen Deutschen Supermoto-Meisterschaft in St. Wendel hat es der Husqvarna-Pilot aus Dirmingen in der Superprestige-Klasse (S1) geschafft: Mit Rang drei fährt der Lokalmatador einen Podestplatz ein. Überglücklich marschiert er wenig später Richtung Siegerehrung. „Das ist für mich wie der erste Platz“, freut sich Volz, der in Lebach eine Autoverwertung betreibt. Gegen die vor ihm ins Ziel gerasten Vollprofis Marc-Reiner Schmidt (Honda) und Markus Class (Husqvarna) hatte er keine Chance, gibt Volz zu. „Bei mir hat alles gepasst. Nach einem Fehler von Andre Plogmann hatte ich ein Polster auf ihn. Diesen Vorsprung habe ich bis ins Ziel halten können“, berichtete Volz strahlend.


Die beiden spektakulären Läufe der Top-Klasse S1 über eine Viertelstunde plus zwei Runden gewann Ex-Vizeweltmeister Schmidt. Seiner waghalsigen Kurventechnik und dem Speed seiner 70 PS starken Honda auf den Geraden konnte nur Class folgen. Kurz aber mischte auch Volz ganz vorne mit. Nach einem Superstart übernahm der Dirminger im ersten Lauf zunächst die Spitze. „Dann hatte ich aber ein, zwei Fehler drin, und sie sind von hinten an mir vorbei“, berichtet der Dirminger. Bis auf Platz neun fiel er zurück, als er in den vor ihm gestürzten Bernhard Hitzenberger hineinrutschte. Auch Schmidt hatte kurzzeitig Bodenkontakt und musste zunächst eine Lücke auf Class wieder zufahren. Runde um Runde scheuchte Schmidt danach den Wormser vor sich her und zog in der drittletzten Schleife an ihm vorbei. Volz kam am Ende von Lauf eins als Sechster ins Ziel.

Nach dem schweren Unfall im vergangenen Jahr war die Offroad-Strecke vom veranstaltenden ADAC aus Sicherheitsgründen umgebaut worden – um Fahrer und Zuschauer besser zu schützen. Die neue Gestaltung kam bei Volz allerdings weniger gut an. „Es gibt schönere Strecken. Man kann in den Fahrspuren nicht überholen, und der Kurs ist langsamer geworden“, fand er. Eingangs der Schotterpiste macht die insgesamt 1142 Meter lange Strecke einen Schlenker nach links, ehe sie sich in zwei Kanäle teilt. „Man muss die innere Spur nehmen, bei der äußeren Spur ist der Weg zu weit“, erklärte Volz seine Renntaktik. Doppelsieger Schmidt fand die gesamte Streckenführung dagegen „anspruchsvoll und sicher“.



Zum dritten Mal in Serie gewann Steffen Jung (Husqvarna) aus Oberkirchen beide Läufe der Ü 40-Konkurrenz. „Die Jungs hinter mir haben richtig Druck gemacht“, sagte der 44-Jährige schnaufend im Ziel. Im Offroad-Abschnitt habe er die Schläge von den Bodenwellen bis in den Lenker gespürt. „Ich konnte mit der Hand nicht mehr an die Vorderbremse gehen“, erzählte Jung. Für Neuling Christopher Robert aus Püttlingen war das Rennen in der Klasse S1 indes bereits im Training beendet. Der 17-Jährige stürzte auf einer rutschigen, staubigen Passage und brach sich einen Finger der rechten Hand. Nach einem Sturz von Robin Schwarz landete der Rettungshubschrauber im Wendelinuspark. Laut ADAC wurde im Krankenhaus eine Schulterverletzung diagnostiziert. Mit 226 Teilnehmern in sieben Klassen und 16 Rennen verbuchte der Veranstalter eine Rekordbeteiligung. Insgesamt zählte der ADAC 9500 Zuschauer an den beiden Tagen.