| 20:29 Uhr

Volleyball
Punkte sind da, aber die Anlage ist weg

Connor Lammey (hinten) zieht ab und knallt den Ball ins Feld des VfB Friedrichshafen II. Alle vier Sätze waren hart umkämpft – auch weil sich die Spieler des TV Bliesen ein paar Leistungsschwankungen erlaubten.
Connor Lammey (hinten) zieht ab und knallt den Ball ins Feld des VfB Friedrichshafen II. Alle vier Sätze waren hart umkämpft – auch weil sich die Spieler des TV Bliesen ein paar Leistungsschwankungen erlaubten. FOTO: Bonenberger/ / B&K
St. Wendel. Die Volleyballer des TV Bliesen haben am Samstag vor der Saison-Rekordkulisse von 600 Zuschauern den VfB Friedrichshafen II in der 3. Liga Süd mit 3:1 bezwungen. Vor dem Sieg gab es für den TV aber eine böse Überraschung. Von Philipp Semmler

Als die Verantwortlichen des TV Bliesen am Samstagnachmittag ins Sportzentrum St. Wendel kamen, merkten sie sofort, dass etwas nicht stimmte. Und in der Tat: Diebe waren in die Halle eingebrochen und hatten die Musikanlage gestohlen. Der Versuch, auch noch die Anzeigetafel des TV zu entwenden, schlug zwar fehl, allerdings war der Videowürfel stark beschädigt worden – und nicht mehr funktionstüchtig. So konnte der Spielstand am Samstagabend im Drittliga-Spiel gegen den VfB Friedrichshafen II nur auf kleinen Täfelchen angezeigt werden konnte. Immerhin: Bis zum ersten Ballwechsel um 20 Uhr konnte eine Ersatz-Anlage besorgt werden, so dass während den Spielzügen wie gewohnt flotte Rhythmen durch die Halle dröhnten.



Und noch wichtiger: Die Punkte ließ sich Bliesen nicht stehlen. Die Mannschaft von Trainer Gerd Rauch siegte im ersten Rückrundenspiel gegen die Reserve des deutschen Rekordmeisters mit 3:1 (25:22, 22:25, 25:21, 25:23) – und nahm damit erfolgreich Revanche für die 1:3-Niederlage aus dem Hinspiel.

Bliesen zeigte am Samstag zwar nicht seine beste Vorstellung in dieser Saison – aber das war Trainer Rauch am Ende ziemlich egal. „Es war ein hart erkämpfter Sieg, der gegen einen direkten Konkurrenten enorm wichtig war“, freute sich der Übungsleiter. Rauch gab aber auch zu: „Wir hatten deutliche Schwankungen in unserer Leistung. Das war nicht so gut. Positiv war aber, dass wir immer da waren, wenn es gezählt hat.“

Das beste Beispiel für diese Leistungsschwankungen war der vierte Satz: Da begann Bliesen furios, machte spektakuläre Punkte – beispielsweise durch den Engländer Tobias French oder Tobias Merkel. Beim Zwischenstand von 9:3 für die Gastgeber sah es schon so aus, als habe der TV den Widerstand der Gäste endgültig gebrochen.

Aber Pustekuchen! In der Folge schlichen sich bei den Nordsaarländern Unkonzentriertheit ein. Hinzu kam eine Wahnsinns-Aufschlagserie von Gäste-Akteur Niklas Stooß. „Der hat uns die Dinger da ganz schön um die Ohren gehauen“, musste auch Rauch zugeben. Und so stand es plötzlich 15:10 für Friedrichshafen II. Bliesen drohte der Gang in den Tie-Break – und damit der sichere Verlust eines Punktes.

Doch dann legten die Gastgeber den Hebel wieder um. Die Hausherren kämpften sich Punkt um Punkt heran und gingen durch einen Schmetterball von Lukas Kaiser beim 19:18 erstmals wieder in Führung. Wenig später hatte Bliesen beim Stand von 24:22 zwei Matchbälle. Den ersten konnten die Gäste noch abwehren, den zweiten schmetterte Merkel aber zum 25:23 für den TV ins Feld des VfB.

Durch den Dreier machte der TV in der Tabelle mächtig Boden gut. Das Team von Trainer Rauch kletterte von Platz sechs auf Rang vier – und überholte dabei nicht nur den Gegner aus Friedrichshafen, sondern auch noch den TV Waldgirmes (0:3 gegen den TuS Kriftel). Auf die Abstiegsplätze hat Bliesen jetzt einen komfortablen Sieben-Punkte-Vorsprung.

Am kommenden Samstag wartet nun aber eine ganz harte Nuss: Um 20 Uhr sind die Nordsaarländer beim TuS Kriftel zu Gast. Der ist Tabellendritter mit zehn Punkten Vorsprung auf Bliesen. Trainer Rauch bangt vor der Partie noch um die Einsätze von Steve Weber und Jérôme Klauck. Beide schieden im Laufe der Partie gegen Friedrichshafen II mit Blessuren aus: Bei Weber brach eine Fußverletzung, die er sich bei einem Spiel der luxemburgischen Nationalmannschaft zugezogen hatte, wieder auf. Klauck verletzte sich bei einem Ballwechsel am Daumen.