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Struktur
Es gibt sie doch noch: die Dorfpolizisten

In der Außenstelle in Freisen kümmern sich Polizeikommissar Volker Dewes, Oberkommissar Thomas Günther sowie Kommissar Hans-Peter Wack (von links) um die Belange der Bürger.
In der Außenstelle in Freisen kümmern sich Polizeikommissar Volker Dewes, Oberkommissar Thomas Günther sowie Kommissar Hans-Peter Wack (von links) um die Belange der Bürger. FOTO: B&K / Bonenberger/
St. Wendel. Zusätzlich zu den festen Präsenzzeiten der Polizeiposten der Inspektion St. Wendel fungieren Freisen und Tholey nun als Außenstellen. Von Evelyn Schneider

Seit gut einem Monat gilt im Landkreis St. Wendel die neue Polizei-Struktur (wir berichteten). Neben den beiden großen Inspektionen, Nordsaarland und St. Wendel, die jeweils rund um die Uhr besetzt sind, gibt es sieben Polizeiposten. Letztere sind neu organisiert worden. Während früher Beamte dort in der Regel den Tagesdienst von 8 bis 16 Uhr verrichteten, gibt es nun feste Präsenzzeiten. Während dieser festgelegten Sprechzeiten ist ein Polizist vor Ort, um sich um die Belange der Bürger zu kümmern.


Zur St. Wendeler Inspektion gehören die Polizeiposten in Oberthal, Namborn, Marpingen, Tholey und Freisen. Für die beiden letztgenannten gibt es jetzt ein Update, eine „On-Top-Leistung“, wie es Ralf Kartes, kommissarischer Leiter der St. Wendeler Polizeiinspektion (PI) beschreibt. „Die Grundstruktur mit den Sprechzeiten bleibt erhalten“, erklärt der Polizeihauptkommissar. Doch werden die Standorte in Freisen und Tholey quasi als Außenstellen genutzt. „Wir haben in St. Wendel keinen Platz, um alle Beamte hier unterzubringen“, sagt Kartes. Es fehle an Arbeitsplätzen und Spinds. Daher werden die später sechs Polizeibeamten, die für die Posten zuständig sind (aktuell sind es mehr), je zu dritt die Räume in Freisen und Tholey beziehen. Von Montag bis Freitag verrichten sie dort den Tagesdienst jeweils von 8 bis 16 Uhr. Und so gibt es ihn eben doch noch den Dorfpolizisten, um dessen Bedeutung für die Menschen Kartes weiß. „Wir werden die Kollegen in den Amtsblättern der Gemeinden vorstellen: Sie sind die Gesichter der Polizei vor Ort“, sagt Kartes.

Für den Polizeihauptkommissar bringt diese Organisation gleich mehrere Vorteile. So würden die Beamten im Service- und Ermittlungsdienst in St. Wendel entlastet, da auch die Posten-Polizisten Fälle übernehmen können. Außerhalb der festen Sprechzeiten haben die Beamten keine Präsenzpflicht in den Posten, „so können sie auch eine schnelle Unterstützung für die St. Wendeler Kollegen sein“. Als Beispiel nennt Kartes die Absicherung nach einem Unfall. Gerade im bevorstehenden Winter ein Plus.



Für die Bürger gebe es die Gewissheit, zu den allgemeinen Dienstzeiten Ansprechpartner in Freisen und Tholey zu erreichen. Denn die Beamten sind jeweils zu dritt – das bedeutet, wenn eine Streifenwagenbesatzung unterwegs ist, ist ein Kollege meist trotzdem vor Ort. Die Telefone der übrigen Posten sind entsprechend umgestellt. Außerdem wüssten die Mitarbeiter in den Rathäusern, wo die Polizisten zu erreichen sind.

Die Beamte der Außenstelle Freisen sind zuständig für die Gemeinden Namborn, Freisen und Oberthal, die der Tholeyer Außenstelle für die Kommunen Marpingen und Tholey. Außerhalb der Dienstzeiten und am Wochenende laufen alle Anfragen der Bürger zentral bei der St. Wendeler Inspektion auf. „Dann können die Anfahrtswege schon mal länger sein“, weiß Kartes.

Wenn es um Einbrüche geht, übernimmt inzwischen eine Spezialeinheit aus Neunkirchen. Wie Kartes erklärt, fahren zunächst die St. Wendeler Polizisten zu einem gemeldeten Einbruch. Geht es dann um die Tatortaufnahme werden die Neunkircher Kollegen informiert.

Der Polizeiposten in Tholey: Kommissar Jürgen Längler, Oberkommissar Franz-Rudolf Brill, Hauptkommissar Roman Barrois sowie Oberkommissar Michael Maas (von links).
Der Polizeiposten in Tholey: Kommissar Jürgen Längler, Oberkommissar Franz-Rudolf Brill, Hauptkommissar Roman Barrois sowie Oberkommissar Michael Maas (von links). FOTO: B&K / Bonenberger/