| 20:20 Uhr

Kommentar
Offenkundige Verhohnepiepelung

FOTO: SZ / Robby Lorenz
Das ist an Paradoxie kaum mehr zu überbieten: Da leistet das Gesundheitsministerium im vergangenen Jahr Schützenhilfe, damit ein Krankenhausträger an Millionzuschüsse aus einem Bundesfonds herankommt und damit Standorte wie den in Wadern schließen kann. Dieser Fonds wurde aufgelegt, um vermeintliche Überkapazitäten in der Kliniklandschaft abzubauen. Und dann legt das gleiche Ministerium noch kein Jahr später einen Krankenhaus-Strukturplan auf, in dem die Zahl der landesweiten Betten um 500 aufgestockt wird, wovon fast 130 aufs Nordsaarland entfallen. Da stellt sich die Frage, wo denn die vermeintlichen Überkapazitäten geblieben sind, für deren Beseitigung die Marienhaus GmbH satte sechs Millionen Euro einstreichen durfte.

Das ist an Paradoxie kaum mehr zu überbieten: Da leistet das Gesundheitsministerium im vergangenen Jahr Schützenhilfe, damit ein Krankenhausträger an Millionzuschüsse aus einem Bundesfonds herankommt und damit Standorte wie den in Wadern schließen kann. Dieser Fonds wurde aufgelegt, um vermeintliche Überkapazitäten in der Kliniklandschaft abzubauen. Und dann legt das gleiche Ministerium noch kein Jahr später einen Krankenhaus-Strukturplan auf, in dem die Zahl der landesweiten Betten um 500 aufgestockt wird, wovon fast 130 aufs Nordsaarland entfallen. Da stellt sich die Frage, wo denn die vermeintlichen Überkapazitäten geblieben sind, für deren Beseitigung die Marienhaus GmbH satte sechs Millionen Euro einstreichen durfte.


Eigentlich müssten die Menschen in Wadern vor Wut die Wand hochgehen angesichts dieser offenkundigen Verhohnepiepelung. Statt dessen müssen sie sich, wohl mit zusammengebissenen Zähnen, dem Hause Bachmann gegenüber auch noch dankbar zeigen, dass die von ihnen geforderte Nordsaarlandklinik als mögliche Option im Strukturplan Berücksichtigung gefunden hat. Es ist der Stadt Wadern zu wünschen, dass sie bei ihrer Suche nach einem neuen Träger für die Nordsaarlandklinik Erfolg haben wird. Dass dies kein heimischer Träger werden dürfte, weil die kein Interesse haben, darf man Ministerin Bachmann getrost abnehmen. Das Gebaren der Träger, die bei uns im Land aktiv sind, ähnelt dem von Mineralölkonzernen, die den Markt unter sich aufgeteilt haben und darauf achten, dass keiner dem anderen allzu sehr weh tut. Es scheint an der Zeit, dass ein neuer Akteur auf der Bühne erscheint, um das traute Miteinander der Träger untereinander und die Kuschelrunden mit dem zuständigen Ministerium ein wenig aufzumischen.