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Neues Leben für alte Theater-Lieder

St. Wendel. „Broadway“ heißt das Programm, mit dem Götz Alsmann am 22. März im St. Wendeler Saalbau gastiert. Kompositionen von Cole Porter, George Gershwin, Jerome Kern, Rodgers & Hammerstein stehen auf dem Programm – in deutscher Sprache. Vor seinem Auftritt in St. Wendel unterhielt sich Alsmann mit SZ-Redakteurin Melanie Mai über vergessene Texte, New York und Haare.

Ihr aktuelles Programm heißt Broadway. Was verbinden Sie persönlich mit dem Broadway und New York ?

Götz Alsmann : Fantastische Musik, eine unglaubliche Tradition an Song-Autoren, sehr gute Lieder, die längst den

amerikanischen Kulturkreis verlassen haben und bei uns angekommen sind.

Das heißt, sie verbinden New York in erster Linie mit Musik?

Alsmann: Viel mehr interessiert mich auch nicht.

Wie wollen Sie es schaffen, einen Hauch von Broadway nach St. Wendel zu bringen?

Alsmann: Ich bin guten Mutes, dass wir das schaffen. Und zwar, in dem wir versuchen, den Melodien unseren Stempel aufzudrücken.

Das American Songbook beinhaltet Lieder, die jeder kennt. Warum überraschen Sie dennoch Ihr Publikum?

Alsmann: Erst einmal durch eine musikalisch ungewöhnliche Besetzung unserer Band. Und dann geben wir den Liedern die alten deutschen Texte zurück. Die wurden einst fürs Theater gemacht und sind fast vergessen, da sie nie aufgenommen wurden. Viele galten als verschollen, bis ich sie ausfindig gemacht habe.

Musical-Klassikern verpassen Sie Ihren eigenen Sound. Wie stehen Sie dem modernen Musical gegenüber?

Alsmann: Leider nix für mich . . .

Haben Sie ein Lieblingslied?

Alsmann: Es wäre vermessen, ein Lieblingslied zu benennen. Dafür ist die Welt der Musik zu vielfältig.

Sie haben einen Doktortitel - was bedeutet der Ihnen?

Alsmann: Den habe ich selbst erarbeitet, das scheint ja nicht mehr üblich zu sein.

Seit fast 20 Jahren moderieren Sie die Sendung "Zimmer frei". Das ist extrem lange in der heutigen Zeit. Was ist das Erfolgsrezept, was unterscheidet die Show von anderen Sendungen im deutschen Fernsehen?

Alsmann: Das Erfolgsrezept ist die Improvisation in der Sendung. Die Gäste wissen nicht, was wir vorbereitet haben, und wir wissen nicht, wie die Gäste reagieren. Das ist schon abenteuerlich.

Sie haben nach 20 Jahren das Ende der Sendung angekündigt. Sind Sie traurig?

Alsmann: Es ist ein selbst gewählter Abschied; nach 20 Jahren ist es gut so.

Sie sind bekannt für Ihren edlen Kleidungsstil. Wann sieht man Sie mal in Jogginghose?

Alsmann: Nie!

Ein weiteres Markenzeichen ist Ihre Haartolle. Gerade bei jüngeren Menschen ist die sogar bekannter als Ihre Musik. Was sagen Sie dazu?

Alsmann: Dass ich so viel mehr zu bieten habe als meine Haare.

Sie kommen zum Konzert nach St. Wendel. Waren Sie schon einmal hier, und was wissen Sie über die Region?

Alsmann: In St. Wendel war ich noch nicht, aber ich mag das Saarland insgesamt. Das sympathische kleine Land hat eine große Bandbreite an Landschaften, Industrie und Orten mit Charakter.

Jetzt dürfen Sie noch Werbung machen. Warum sollte man die Broadway-Show in St. Wendel auf keinen Fall verpassen?

Alsmann: Weil das Leben danach nicht mehr so sein wird wie vorher.

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