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Lauffest
Neue Strecke, neue Herausforderungen

Freudig reißt er die Arme hoch: Alexander Bock ist Sieger beim St. Wendeler Marathon.
Freudig reißt er die Arme hoch: Alexander Bock ist Sieger beim St. Wendeler Marathon. FOTO: B&K / Bonenberger/
St. Wendel. Knapp 2000 Läufer waren am Sonntag beim zwölften Marathon in St. Wendel am Start. Von Frank Faber

Alexander Bock (LC Rehlingen) riss auf den letzten Metern die Arme in halbe Höhe. Geschafft. Der Schwarzenbacher hatte beim zwölften Globus-Marathonlauf in St. Wendel die schnellsten Beine. Im Vorjahr gewann er den Halbmarathon, nun nach 2:38,29 Stunden das Rennen über die Distanz von 42,195 Kilometer vor dem Tholeyer Sammy Schu (LTF Marpingen).


„Es war verdammt hart“, sagte Bock. Für ihn war es ein Wochenende wie gemalt. Am Freitag sprintete der 25-Jährige zur Saarlandmeisterschaft über die Zehn-Kilometer-Distanz und legte noch über den langen Kanten nach. „Der Lauf war anfangs sehr unregelmäßig“, berichtete Bock. Mit seinem ästhetischen Laufstil gab der Eritreer Kibrom Isaac (TSV Rot) bis Kilometer 21 das Tempo vor. Muskuläre Probleme zwangen den 30-Jährigen dann, in den Marathon-Sparschritt zurückzuschalten. Bock, Schu und Vorjahressieger Andreas Probst (Aachener TG) zogen an ihm vorbei.

„Zunehmend ist es wärmer geworden“, meinte Bock. Doch steigende Temperaturen und die Sonnenstrahlen konnten ihn nicht mehr bremsen. Auf dem Rückweg über die Bahnstrasse entfernte er sich vom Dauerbegleiter und dem späteren Zweiten Schu (2:39,34 Stunden) und lief einen Vorsprung von mehr als einer Minute raus. „Eigentlich wollte ich mit der Staffel des LC Rehlingen in Düsseldorf laufen, aber meine Laufkollegen haben wegen Verletzung absagen müssen“, erklärte Bock und freute sich über den Erfolg beim spontanen Ersatztermin in der Kreisstadt. Wahrlich kein schlechtes Trostpflaster.



Bocks Laufkumpel Schu war ebenfalls happy, dass er elf Minuten früher einlief, als noch vor einem Jahr. Probst (2:46,06 Stunden) landete auf dem dritten Platz und meinte, dass der Lauf durch die neue Streckenführung schöner, aber nicht schneller geworden sei. „Ich musste am Ende schon kämpfen“, pustete Probst durch.

In der weiblichen Konkurrenz setzten sich die Äthiopierin Sintayehu Kibedo und Heike Kohler (Grojos Elversberg) schnell von der überschaubaren Konkurrenz mit 18 Teilnehmerinnen ab. „Es ist relativ gut gelaufen. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit war es fast ähnlich wie in einer Waschküche“, meinte die 30-Jährige Äthiopierin. Vor zwei Wochen hatte Kibedo den Bonner Marathon als Erste beendet und nun  siegte sie auch in St. Wendel (3:01,01 Stunden). Drei Minuten darauf war dann Kohler drin (3:04,02 Stunden). „Das Tempo der Siegerin konnte ich nicht mehr mitgehen, dennoch bin ich voll zufrieden“, freute sich Kohler im Ziel. Den dritten Platz erreichte die Ottweilerin Sandra Fuchs (3:16,43 Stunden).

Schon zum Start über die Halbmarathon-Distanz hielt sich Tobias Linn (LLG Wustweiler) ganz vorne auf, eine gute Stunde später lief er solo durch die Bahnhofstraße. „Vorher habe ich gemerkt, dass mir keiner folgt“, sagte Linn, der in 1:17,49 Stunde als Erster wieder im Ziel ankam. Madison Hill aus Baumholder absolvierte als schnellste Frau mit 1:28,29 Stunde das Rennen. Der Franzose Cedric Pietzsch (SaarTriathleten, 35:10 Minuten) und bei den Frauen Sarah Kirner (DJK Herzogenrath, 41,09 Minuten) gewannen die Läufe über die Sprintstrecke von zehn Kilometern. Insgesamt knapp 2000 Teilnehmer – eine Steigerung von 25 Prozent – starteten beim zwölften Marathon in St. Wendel.

Start: Die Läufer des Halbmarathons gehen auf die Strecke.
Start: Die Läufer des Halbmarathons gehen auf die Strecke. FOTO: B&K / Bonenberger/
Deutsch-französische Fans aus  Bliesen an der Strecke.
Deutsch-französische Fans aus Bliesen an der Strecke. FOTO: B&K / Bonenberger/