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St. Wendeler Hauptverkehrsader
Neue Markierungen sollen die Bahnhofstraße entschärfen

Markiert: Erst in Höhe der Wendalinus-Apotheke sollen Fahrzeuge, die von der Mommstraße her kommen, die Fahrbahn wechseln.
Markiert: Erst in Höhe der Wendalinus-Apotheke sollen Fahrzeuge, die von der Mommstraße her kommen, die Fahrbahn wechseln. FOTO: B&K / Bonenberger/
St. Wendel. Gleich an vier Stellen der St. Wendeler Hauptverkehrsader schepperte es auffällig oft. Jetzt wurden die Spuren klarer getrennt. wd-tog-unfall

Reißverschluss oder rechts vor links? Diese Frage stellte sich so mancher Autofahrer, wenn er von der Mommstraße in die zweispurige Bahnhofstraße einbog. Im Idealfall klappten die Einfahrt in die Einbahnstraße und ein möglicherweise anschließender Spurwechsel ohne Probleme – doch manchmal eben nicht. Dann schepperte es. Und das passierte vergleichsweise oft. So oft jedenfalls, dass die Einfahrt zur Bahnhofstraße zu einer sogenannten Unfallhäufungsstelle wurde. Von einer solchen wird gesprochen, wenn sich in einem Bereich „mindestens fünf gleichartige Verkehrsunfälle in einem Jahr ereignen“, erklärt Hauptkommissar Albert Feidt von der St. Wendeler Polizei.


Die Unfälle in der Bahnhofstraße passierten meist tagsüber, wenn die St. Wendeler Hauptverkehrsader so richtig pulsiert. Festgestellt hat das die für St. Wendel zuständige Verkehrsunfallkommission. In ihr sitzen Vertreter der Straßenverkehrsbehörden, der Straßenbaubehörden sowie der Polizei. Die Kommission hat die Aufgabe, Unfallhäufigkeiten an besonders auffälligen Stellen oder Streckenverläufen zu erkennen, zu analysieren und Maßnahmen vorzuschlagen, mithilfe derer kritische Bereiche entschärft werden können. Das Maßnahmenspektrum kann von der Aufstellung eines Verkehrsschildes bis hin zum Umbau einer Straße reichen.

Nun gab es in der St. Wendeler Bahnhofstraße aber nicht nur eine Unfallhäufungsstelle, sondern derer gleich vier (siehe Infografik). Hauptkommissar Ralf Kartes, stellvertretender Leiter der St. Wendeler Polizeiinspektion, spricht daher gar von einer „Linie mit mehreren Unfallhäufungsstellen“. Laut Statistik waren bei den Unfällen in der Bahnhofstraße oft Fußgänger beteiligt. Sie ereigneten sich aber auch beim Ein- oder Ausparken oder beim Wechseln der Fahrspur. „Denn die Straße war nicht so markiert, dass man die Fahrstreifen genau erkennen konnte“, berichtet Kartes.



Ein weiteres Problem war der nicht genau umrissene Parkraum am rechten Fahrbahnrand. „Die abgestellten Autos standen nicht selten zu weit in der Fahrbahn, sodass Autofahrer ausweichen mussten, dabei auf den linken Fahrstreifen gerieten und dadurch mit anderen Verkehrsteilnehmern in Konflikt kamen“, berichtet Kartes. Konflikte – oder gar Unfälle – gab es auch an den beiden Ampeln immer wieder mal. Doch diese Pro-
bleme sollen nun Vergangenheit sein. „Das ganze wurde jetzt in geordnete Bahnen gebracht“, erläutert Feidt. Damit meint der Hauptkommissar, dass die Fahrbahnmarkierung nicht nur erneuert, sondern nach Rücksprache mit der Kommission sogar verbessert wurde. Beispielsweise wurde an der Einfahrt zur Bahnhofsstraße der Mittelstreifen deutlich verlängert, damit klar ist – oder es zumindest sein sollte –, dass erst im weiteren Straßenverlauf die Spur gewechselt werden darf. Die einzelnen Fahrstreifen sind jetzt über die gesamte Streckenlänge klar voneinander getrennt und der Parkbereich am rechten Fahrbahnrand ist ebenfalls deutlich abgegrenzt. Hauptkommissar Kartes ist froh, dass es witterungsbedingt möglich war, die Markierungen noch vor Beginn des Weihnachtsmarktes auf die Fahrbahn aufzubringen. Das geschah sozusagen bei laufendem Verkehr. „Wenn der Schloßplatz das Herz St. Wendels ist, ist die Bahnhofstraße die Hauptschlagader. Die kann man nicht mal so sperren – auch wenn das am einfachsten gewesen wäre.“ Jedenfalls wird die Bahnhofstraße während des Weihnachtsmarktes noch stärker frequentiert werden als eh schon, darum sei es wichtig gewesen, vorher fertig zu werden. Verkehrstechnisch gerüstet sei man jetzt auch für die kommenden Großveranstaltungen in St. Wendel – wie das Schülerferienfest im kommenden Jahr oder das Fanta-4-Konzert. Bis dahin wird sich zeigen, ob die Maßnahme gefruchtet hat.

Es gibt noch weitere Stellen im Landkreis und dem Zuständigkeitsbereich der St. Wendeler Polizei, die von der Unfallkommission als Unfallschwerpunkte erkannt wurden. Zunächst die B 41. Zwar sei diese in der aktuellen Statistik nicht drin, „aber zuletzt haben sich dort wieder mehrere Unfälle ereignet, so dass sie in der nächsten Auswertung sicher wieder auftauchen wird“, erklärt Kartes. Recht unfallträchtig sei auch die B 269 zwischen Winterbach und Alsweiler. Hauptursache hier ist nach Polizeiangaben zumeist überhöhte beziehungsweise nicht angepasste Geschwindigkeit. Aber es gibt auch andere Gefahrenpotenziale. Beispielsweise die beiden Bushaltestellen auf halber Strecke. Die waren jeweils hinter der Kuppe, jetzt wurden sie – vorerst provisorisch – auf den höchsten Punkt gelegt. Damit Autofahrer erstens gleich sehen, wenn ein Bus auf ihrer Fahrspur hält. Zweitens sind die neuen Haltestellen für Fußgänger nun besser zu erreichen, da zu den eigentlichen Haltepunkten keine ausgebauten Fußwege führen und Fußgänger die Bundesstraße mitnutzen müssen.