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Unsere Woche
Namborner Prinzipien

FOTO: Robby Lorenz / SZ
Von Thorsten Grim

Manchmal geht es einfach nur ums Prinzip. Dann will man seinen Kopf durchsetzen. Und dann sind einem auch die Konsequenzen mehr oder weniger egal – was sein muss, das muss sein. Und es kann nicht sein, was nicht sein darf. Ein kluger Mann hat einmal gesagt: Wenn es ums Prinzip geht, streitet man sich um Bagatellen. Betrachtet man sich die Diskussion im Namborner Gemeinderat unter der Woche, ist man durchaus geneigt, dieser These zuzustimmen. Da wurde der wichtigste Teil der Sitzung – nämlich der Haushalt mit allem Drum und Dran – auf kommende Woche vertagt. Weil zwei Gemeinderatsmitglieder es nicht schafften, die elektronische Post aus dem Rathaus zu öffnen. Nun ist ja nicht jeder ein Computerexperte, darum ist Hohn an dieser Stelle nicht angebracht. Aber ein wenig staunen darf man schon. Ja, Bürgermeister Staub hatte zugesagt, dass die Unterlagen den Betroffenen zugesandt würden. Was nicht geschehen ist, weil der zuständige Mitarbeiter erkrankt war. Nun stand in diesen Unterlagen aber auch nichts drin, was den gewählten Volksvertretern nicht schon bekannt war. Denn wochenlang war zuvor in den zuständigen Ausschüssen debattiert und verhandelt worden, bis man in nahezu allen Punkten zu einer einheitlichen Linie gefunden hatte – parteiübergreifend. Und die Ergebnisse der Verhandlungen waren den Ratsmitgliedern in Papierform zugestellt worden. Jetzt ging es nur noch um die Abstimmung dessen, was zum Wohle der Namborner Bürger ausgehandelt worden war. Dennoch haben Freie Liste und CDU gemeinsam die Sitzung gekippt. Was prinzipiell möglich war. Aber war es auch richtig?