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Karate
Mit Wut im Bauch zum Sieg

Julian Hadizadeh bei seiner Kata-Vorführung. Im Einzel-Halbfinale unterlag er durch ein umstrittenes Kampfrichter-Urteil, holte dann aber mit der Mannschaft Gold.
Julian Hadizadeh bei seiner Kata-Vorführung. Im Einzel-Halbfinale unterlag er durch ein umstrittenes Kampfrichter-Urteil, holte dann aber mit der Mannschaft Gold. FOTO: Manfred Engel
St. Wendel. St. Wendeler Karatekas holen bei DM einmal Gold, einmal Silber und zweimal Bronze. red

Ilsenburg in Sachsen-Anhalt war der Austragungsort der deutschen Schüler-Meisterschaft im Karate – und 645 Sportler traten dazu an. Da Karate 2020 olympisch wird, wurde die Messlatte zur Qualifikation nochmals angehoben. Vom TV St. Wendel konnten dennoch sieben Kämpfer das Ticket lösen.


Der Morgen der Meisterschaft gehörte der Disziplin „Kata“ (Kampf gegen einen imaginären Gegner mit vorgegebenen Techniken). Hier war Julian Hadizadeh einer der Mitfavoriten in der Klasse der Schüler A (U 14). Seine vier Vorkämpfe gewann er jeweils mit 5:0 – also ohne einen Punkt abzugeben. Im Halbfinale stand er seinem Bundeskaderfreund Benjamin Zander aus Hamburg gegenüber, gegen den er durch ein umstrittenes Kampfrichterurteil mit 2:3 unterlag. Somit war Hadizadeh der Einzug ins Finale verwehrt – im kleinen Finale sicherte er sich aber mit einem weiteren 5:0-Sieg die Bronzemedaille.

Im Mannschaftswettbewerb ging Hadizadeh dann mit der Kampfgemeinschaft St.Wendel-Nippon Bremen-SKIP Hamburg als Titelverteidiger an den Start. Hier gab es keine Überraschung, die drei Jungs verteidigten ihren Titel und wurden auch 2018 deutscher Meister. 



Anschließend begann dann die Disziplin „Kumite“ (freier Kampf). Alexander Ulbrich (Schüler A, über 50 Kilo) startete furios. Einem 9:0 im ersten Kampf folgte ein 4:1 im zweiten. Danach musste er aber sieben Stunden auf das Finale warten, das am Abend mit allen Gewichtsklassen durchgeführt wurde. Ulbrich konnte seine Anspannung nicht so lange halten und verlor das Finale mit 0:4 gegen Mai Nam aus Nübbel (Sachsen-Anhalt).

Seine Zwillingsschwester Sofia (bis 49 Kilo) verlor zum Auftakt knapp mit 1:2. Ihr Ärger darüber war so groß, dass sie danach von niemanden mehr aufzuhalten war und sie sich souverän den dritten Platz sicherte. Maja Hoffmann wurde bei ihrer ersten DM beachtliche Siebte.