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Aktion
Marschieren, damit es anderen besser geht

Um Bildung für Kinder im Norden Indiens geht es in einem Projekt, das durch den Hungermarsch unterstützt werden soll.
Um Bildung für Kinder im Norden Indiens geht es in einem Projekt, das durch den Hungermarsch unterstützt werden soll. FOTO: Sigrid Selzer
St. Wendel. Zum 41. Mal startet der„Hungermarsch“ am Sonntag. Nach einem Gottesdienst machen sich die Teilnehmer auf einen Rundweg — aus Solidarität. Drei Projekte sollen unterstützt werden.

Ihr Weg führt sie lediglich rund um den Wendelinushof in St. Wendel, ihr Anliegen aber wird in weite Teile der Welt getragen. Es geht um Solidarität, um Hilfe für andere. Zum 41. Mal treffen sich Menschen am kommenden Sonntag, 17. September, zum Hungermarsch.  Um 11 Uhr beginnt der Gottesdienst in der Missionshauskirche. Danach geht’s auf die etwa einstündige Wanderung.



Peter Adams, Organisator des Hungermarsches, ist es wichtig, dass die Menschen, für die die Teilnehmer marschieren, ein Gesicht bekommen. „Es geht um konkrete Projekte, initiiert von Leuten, die wir kennen.“ Drei sollen dieses Mal unterstützt werden.

In Boliven kümmert sich die Sozialstiftung Fassiv um Kinder und Jugendliche mit Behinderungen – in einer Schule und einem Gesundheitszentrum. In letzterem steht die Physiotherapie im Mittelpunkt, um die Motorik der jungen Patienten, die unter Bewegungsstörungen wie Spastik leiden, zu verbessern. Um ein Ultraschallgerät anschaffen zu können und für den Umbau der Räume, braucht die Stiftung Fassiv finanzielle Unterstützung. „Die leisten dort tolle Arbeit“, ist Adams von dem Engagement für behinderte Kinder begeistert.

Die beiden anderen Projekte sind in Indien angesiedelt. Dort geht es  um  die Themen Gesundheit und Bildung. So werden zwischen 20 und 30 HIV-infizierte Kinder und Jugendliche mit vitaminreichen Lebensmitteln versorgt. Monatlich wird für jedes von ihnen ein Elf-Kilo-Paket geschnürt. Das hat einen Wert von 20 Euro. „Bisher ist noch kein Kind gestorben“, sagt Adams.

Um Bildung geht es bei einem Projekt im Staat Meghalaya im Nordosten Indiens. Viele Schulen liegen in Bergregionen, die Kinder müssen beschwerliche Wege dorthin in Kauf nehmen. Hier fehle es an Geld, um die Lehrer angemessen bezahlen zu können, an Büchern und Kleidung.

„Wir marschieren für die Menschen, damit sie ein besseres Leben haben“, sagt Adams. Seit 40 Jahren hat das Wandern aus Solidarität schon Tradition. „Am Anfang ging es tatsächlich um den Kampf gegen den Hunger“, erklärt Adams. Daher der Name. Mit den Jahren seien andere Themen hinzugekommen. Immer mal wieder sei der Name daher auf dem Prüfstand gewesen. Auch nach mehr als 40 Jahren gebe es noch eine richtige Hungermarsch-Gemeinschaft. Es ist ein eingeschworener Kreis. Etwas wehmütig erinnert sich Adams zurück an die 1980er-Jahre, als 500 Menschen und mehr zum Wohle anderer losmarschierten. Ein Großteil davon seien Jugendliche gewesen. Diese sind inzwischen Erwachsene. „Einige Leute von damals kommen heute noch und bringen jetzt ihre Kinder mit“, sagt sich Adams und freut sich über die treuen Mitstreiter. Früher seien die Teilnehmer auch fern der Kreisstadt mit Transparenten durch die Dörfer gezogen.

Inzwischen geht’s auf eine kürzere Tour rund um den Wendelinushof. „Wir freuen uns am Sonntag auf die Altbekannten, aber auch über neue Teilnehmer“, sagt Adams.

Physiotherapie soll Motorik verbessern: Die Stiftung Fassiv betreibt in Bolivien ein Gesundheitszentrum für Kinder mit Behinderungen.
Physiotherapie soll Motorik verbessern: Die Stiftung Fassiv betreibt in Bolivien ein Gesundheitszentrum für Kinder mit Behinderungen. FOTO: Janko Brsiaka
Eine Frau holt ein Essenspaket für HIV-infizierte Kinder ab.
Eine Frau holt ein Essenspaket für HIV-infizierte Kinder ab. FOTO: Peter Adams