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St. Wendel
St. Wendeler reisen gerne ans Meer

Mallorca – hier die Caló des Moro bei Santanyí – wird auch im Sommer 2018 wieder viele St. Wendeler anlocken.
Mallorca – hier die Caló des Moro bei Santanyí – wird auch im Sommer 2018 wieder viele St. Wendeler anlocken. FOTO: dpa-tmn / Stephanie Schuster
St. Wendel. Mallorca, bulgarische Strände und griechische Inseln sind in den St. Wendeler Reisebüros die beliebtesten Ziele im Sommer. Die meisten Osterurlauber zieht es auf die Kanaren.

Am Strand spazieren, in der Sonne liegen, den blauen Himmel genießen – wer die Ostertage Ende März und Anfang April so verbringen will, fliegt in den Süden. Besonders hoch im Kurs stehen bei den Urlaubern im Kreis St. Wendel die kanarischen Inseln. Am beliebtesten sind Gran Canaria, Teneriffa und Fuerteventura. „Dort ist nicht nur das Wetter optimal, auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt“, sagt Annette Weber, Geschäftsführerin des City-Reisebüros in St. Wendel.


Zu ähnlichen Einschätzungen gelangen auch die anderen Reisebüros in St. Wendel. „An Ostern wollen die meisten dorthin, wo es warm ist“, sagt Michael Kremp, Reiseverkehrskaufmann im Tui-Reise-Center. Und das sei auf den Kanaren der Fall. Doch nicht alle haben Lust auf diese Inselgruppe. Stefan Würtz, Inhaber des Best-Reisebüros, hat festgestellt, dass dieses Jahr auch die Kapverden ein attraktives Reiseziel sind.

Darüber hinaus ist Ägypten an Ostern gefragt, allerdings nur vereinzelt. „Das Land ist nach wie vor beliebt“, sagt Annette Weber. Es werde zwar immer noch von vielen Kunden aufgrund der Sicherheitslage gemieden, aber in den vergangenen Wochen habe sie festgestellt: „Ägypten legt wieder zu.“ Vor allem die beiden Badeorte Hurghada und Marsa Alam am Roten Meer seien attraktiv.

Auch für die Sommersaison ist Ägypten für einige St. Wendeler eine Option. Die meisten zieht es allerdings auf eine Baleareninsel. „Mallorca ist der Spitzenreiter – immer noch“, sagt Weber. Die Kunden wissen es zu schätzen, dass die Insel sehr leicht und schnell erreichbar ist. Wer ab Saarbrücken fliegt, ist in rund zwei Stunden da. Gerade für Familien mit Kindern sei das interessant.

Bulgarien und Griechenland sind in Webers Reisebüro die anderen beiden Trendländer für die Sommerferien. Wer Bulgarien bucht, entscheidet sich entweder für den Sonnenstrand oder den Goldstrand. „Bulgarien läuft auch wegen der Kinderermäßigungen sehr gut“, erklärt Weber. „Die Eltern zahlen für ihr Kind eine Pauschale von 99 Euro. Flug- und Hotelkosten sind da bereits drin.“



Bei Griechenland-Urlaubern liegt Kreta an erster Stelle. „Aber auch Kos läuft gut“, sagt Weber. Gerade für Familien mit Kindern sei die Insel aufgrund der vielen Sandstrände interessant. Michael Kremp bestätigt den Griechenland-Trend. „Die großen Gewinner sind diesmal drei griechische Inseln: Kreta, Rhodos und Kos.“ Das liegt auch an der Verbindung: Die Ziele können über Saarbrücken angeflogen werden.

Für das Nachbarland Türkei sieht es unterdessen nicht so gut aus, jedenfalls im City-Reisebüro und im Tui-Reise-Center. Wegen der politischen Lage werde das Land nicht mehr so stark nachgefragt wie noch vor einigen Jahren, sagt Weber. Sie bedauert das. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimme immer noch. Michael Kremp äußert sich ähnlich: „Die Türkei zieht zwar wieder ein bisschen an, ist aber noch lange nicht da, wo sie vor zwei Jahren noch war.“

Ganz anders ist die Lage im Best-Reisebüro von Stefan Würtz. „Bei den Türkei-Buchungen gibt es den größten Zuwachs“, sagt Würtz. Als er sich die Zahlen vor einigen Tagen genauer angeschaut hat, war er verblüfft: „Es ist ein Plus von 130 Prozent gegenüber 2017.“ Ob der Trend anhält, bleibt für ihn aber ungewiss. Es könne sich auch schnell alles wieder ändern, sagt Würtz. Je nachdem, was sich in nächster Zeit politisch tue.

Dass ein anderer Trend schnell vorbei sein könnte, glaubt Würtz dagegen nicht. „Kreuzfahrten laufen auch in diesem Jahr sehr gut“, sagt er und spricht von massiven Zuwächsen. Die anderen Reisebüros stimmen zu. „Es gibt seit ein paar Jahren einen Boom“, sagt Michael Kremp. Beliebt seien vor allem Karibik, Ostsee, Kanaren und Mittelmeer.

Für den Boom gibt es mehrere Gründe. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Größe der Schiffe. „Die Reedereien haben in den vergangenen Jahren die Kapazitäten deutlich erhöht“, sagt Stefan Würtz. Früher sei an Bord Platz für 500 bis 1000 Passagiere gewesen, heute teilweise für 5000 und mehr.

Aufgrund dieser Entwicklung sind die Reisen günstiger geworden. „Vor zehn Jahren“, erinnert sich Stefan Würtz, „haben Kreuzfahrten noch mehrere Tausend Euro gekostet.“ Heute zahle eine Person eine Woche zwischen 300 und 400 Euro. Deshalb könnten sich mittlerweile viel mehr Menschen eine solche Reise leisten, sagt Annette Weber.

Und sie nennt noch weitere Gründe für die zunehmende Beliebtheit: „Wer eine Kreuzfahrt bucht, lernt mehrere Urlaubsziele kennen. Außerdem gibt es an Bord viel Unterhaltung.“ Kreuzfahrten seien nicht mehr nur etwas für Rentner, sondern auch für Pärchen und Familien mit Kindern. Die Ausnahme seien Flusskreuzfahrten. „Die bevorzugt nach wie vor ein eher älteres Publikum.“

Die Vulkaninsel Teneriffa, die größte Insel auf den Kanaren, ist bei Urlaubern aus dem Kreis sehr gefragt.
Die Vulkaninsel Teneriffa, die größte Insel auf den Kanaren, ist bei Urlaubern aus dem Kreis sehr gefragt. FOTO: Sarah Konrad
Der Boom hält an: Immer mehr Menschen buchen Kreuzfahrten, zum Beispiel in die Karibik.
Der Boom hält an: Immer mehr Menschen buchen Kreuzfahrten, zum Beispiel in die Karibik. FOTO: dpa / A9999 Transocean Tours
Endlich: Am Montag beginnen im Saarland die Osterferien. Viele fliegen dann auf die Kanaren.
Endlich: Am Montag beginnen im Saarland die Osterferien. Viele fliegen dann auf die Kanaren. FOTO: dpa/dpaweb / Jens Büttner/dpa