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Ehrentag
Joachim Fritz erhält Bundesverdienstkreuz

Im historischen Sitzungssaal überreicht Landrat Udo Recktenwald (links) das Bundesverdienstkreuz am Bande an Joachim Fritz.
Im historischen Sitzungssaal überreicht Landrat Udo Recktenwald (links) das Bundesverdienstkreuz am Bande an Joachim Fritz.
St. Wendel. Der Namborner hat sein Leben der Feuerwehr gewidmet. Nun wurde er für sein Engagement geehrt. Von Sarah Konrad

Es ist ein Raum voller Geschichte. Fotos der ehemaligen Landräte zieren die Wände des historischen Sitzungssaales. Das Wappen des Landkreises St. Wendel hängt in der einen, das des Saarlandes in der anderen Ecke. Landrat Udo Recktenwald (CDU) steht vor den farbenfrohen Mosaikfenstern. Mit dem Finger deutet er auf einen Spruch unterhalb der Decke. „Was immer Du tust, tue es klug und beachte das Ende“ steht da. Auf Latein und Deutsch.


Joachim Fritz habe sich immer an diese Worte gehalten. Bei all seinem Engagement sei der 64-Jährige aus Namborn stets überlegt vorgegangen. „Authentisch, gradlinig und überzeugend hat er sich für andere eingesetzt“, sagt Recktenwald. Der Landrat und etwa 30 weitere Personen haben sich im Landratsamt eingefunden, um Fritz für diese Leistung zu ehren – mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande.

Fritz ist vor fast 50 Jahren in die Feuerwehr Gehweiler eingetreten und wurde im Sommer 1970 in den aktiven Dienst übernommen. Ein Jahr später übernahm er für fünf Jahre das Amt des Jugendwartes. 1979 machte er sein Hobby zum Beruf. „Bis zu seinem Eintritt in den Vorruhestand am 1. August 2014 war er bei der Feuerwehr im Heeresinstandsetzungswerk der Bundeswehr in St. Wendel tätig“, blickt Recktenwald zurück. 1986 wurde Fritz stellvertretender Wehrführer und 1988 Wehrführer der Gemeinde Namborn. Dieses Amt übte er bis zum 13. März 2016 aus und wurde danach zum Ehrenwehrführer ernannt.



„Schon während seiner Dienstzeit als Jugendwart, aber auch später als Wehrführer der Gemeinde Namborn hat er unzählige Gemeindejugendzeltlager organisiert, und sich mit seinem Küchenteam um die Verpflegung gekümmert“, erzählt Recktenwald. Als Wehrführer habe sich Fritz dafür eingesetzt, dass verstärkt Meldeempfänger angeschafft, alle Fahrzeuge mit Handsprechfunkgeräten ausgestattet und der komplette Fuhrpark mit insgesamt 14 Fahrzeugen ersetzt wurde. Außerdem hat Fritz die Feuerwehrtage am Bostalsee, das Kreisjugendzeltlager und viele andere Veranstaltungen und Aktionen der Feuerwehren und des Feuerwehrverbandes im Landkreis St. Wendel mitorganisiert. „Besonders mit Sicherheits- und Einsatzplanungen hat er sich auseinandergesetzt, immer Verantwortung übernommen und wichtige Weichen gestellt“, betont Recktenwald. Dann überlässt er das Rednerpult anderen Gratulanten.

Kreisbrandmeister Dirk Schäfer bezeichnet Fritz als einen verlässlichen Partner, der immer offen für Neues gewesen sei und in Stresssituationen besonnen reagiert habe. Namborns Bürgermeister Theo Staub (SPD) beschreibt den passionierten Feuerwehrmann als sachlich, ruhig und loyal. Als eine Person, mit der er nie Streit gehabt hätte und die in den vergangenen Jahren zu einem Freund geworden ist.

„Ohne meine Familie wäre all das nicht möglich gewesen“, gibt Fritz zu. Kinder, Frau und Freunde hätten oft zurückstecken müssen. Erst vor drei Jahren trat der Feuerwehrmann kürzer, nachdem er einen Herzinfarkt hatte. „Die Zeit nach dem Ehrenamt tut mit gut“, erklärt der 64-Jährige. Außerdem bleibt die Liebe zur Feuerwehr in der Familie. „Mein Sohn Kevin ist Löschbezirksführer in Gehweiler“, sagt Fritz stolz. Das kann er auch beim Blick auf die eigene Uniform sein: Dort prangt nun das Bundesverdienstkreuz am Bande.