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Abschluss
Kunstfreunde wandern Finissage entgegen

20 Wanderer sind am Sonntag an der Bosener Mühle auf die Strecke entlang der Straße der Skulpturen gestartet. Hier sind sie auf Höhe der Elsenbergmühle. Ziel war das Museum in St. Wendel. Hier warteten unter anderem Essen und Musik auf die Teilnehmer.
20 Wanderer sind am Sonntag an der Bosener Mühle auf die Strecke entlang der Straße der Skulpturen gestartet. Hier sind sie auf Höhe der Elsenbergmühle. Ziel war das Museum in St. Wendel. Hier warteten unter anderem Essen und Musik auf die Teilnehmer. FOTO: Cornelieke Lagerwaard
St. Wendel. Zum Abschluss des Projektes „Die Straße der Skulpturen St. Wendel – Reloaded“ gab es im Museum eine Feier mit Musik und Leckereien. Von Evelyn Schneider

Es gibt im St. Wendeler Land einige Kunstwerke aus Stein, die am Wegesrand stehen, sich wie selbstverständlich in die Landschaft einfügen. Mit dem Projekt „Die Straße der Skulpturen St. Wendel – Reloaded“ sollte ihnen wieder zu mehr Aufmerksamkeit verholfen werden. „Ich denke, es ist uns gelungen, die ,Straße der Skulpturen’ wieder in den Fokus zu rücken“, lautet das Fazit von Cornelieke Lagerwaard, Vorsitzende des Vereins Straße des Friedens, Das Projekt sei eine runde Sache gewesen. Und es verlangte den Kunstbegeisterten am Wochenende nochmals einiges ab.


Denn zum Abschluss ging es auf eine Wandertour. Diese startete am Kulturzentrum Bosener Mühle am Bostalsee. In zwei Etappen ging es nach St. Wendel ins Museum, wo die Finissage der Reloaed-Ausstellung geplant war. „Der erste Streckenabschnitt war wunderbar, bei 24 Grad ging es überwiegend durch schattige Gebiete“, berichtet Lagerwaard, die auch Leiterin des St. Wendeler Museums ist. Mit 20 Leuten ging es auf die zehn Kilometer lange erste Etappe. Bei der Rast am Güdesweiler Waldfriedhof beendeten acht Wanderer die Tour. Vier neue stießen zu der Gruppe. „Mit 13, 14 Leuten ging es auf die restliche Strecke“, so Lagerwaard. Und die hatte es in sich. Wenig Schatten, viel Sonne, gerade die Wegstrecke über die Baltersweiler Höhe kostete Kraft. Doch im Museum warteten als Belohnung für die Anstrengung deutsche und syrische Leckereien auf die Gäste. Auch Musik stand auf dem Programm: Der ägyptische Musiker Mustafa Elhagg spielt die Oud,  Bernd Mathias auf dem Klavier. „Der schönste Moment war, als beide zusammen improvisierten“, schwärmt Cornelieke Lagerwaard.

Für sie war es ein würdevoller Abschluss eines gelungenen Projekts. Mit den zahlreichen Workshops seien 600 bis 700 Menschen erreicht worden – Kinder und Erwachsene. Trotz Hitze und Ferienzeit sei auch die Besucherzahl der Ausstellung im Museum recht ordentlich gewesen. Während der Abschlussfeier wurde die Idee geboren, jedes Jahr eine solche Wanderung auf der Straße der Skulpturen zu unternehmen. „Das nächste Mal starten wir am Morgen, allerdings in St. Wendel“, verrät Lagerwaard. Dann geht es bei niedrigeren Temperaturen über die Baltersweiler Höhe und später durch den Wald. In Bosen soll dann ein Bus bereitstehen, der die Wanderer wieder nach St. Wendel bringt. Was auch nach dem Reloaded-Projekt erhalten bleiben soll, sind die Zeichenworkshops in der freien Natur. „Die haben sich herumgesprochen, zu einem Termin kamen zwölf Leute“, sagt die Museumsleiterin. Veranstaltungen wie diese Finissage mit spontanen Musikeinlagen und Essen gefallen Lagerwaard und stehen ihrer Meinung nach auch nicht im Konflikt mit der Ernsthaftigkeit eines Museums. Im Gegenteil. Lagerwaard abschließend: „Ein Museum muss lebendig sein. Dort muss etwas passieren.“