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Schau
Kunst-Raum mit Kreativität verändert

Fußspuren: Isabelle Federkeil hat mit Schülern eine Art menschliche Schlange kreiert und sie mit der Friedensstraße verbunden.
Fußspuren: Isabelle Federkeil hat mit Schülern eine Art menschliche Schlange kreiert und sie mit der Friedensstraße verbunden. FOTO: Frank Faber
St. Wendel. Ausstellung „Straße der Skulpturen St. Wendel – Reloaded“ noch bis 5. August zu sehen. Von Frank Faber

Steinalt, verwittert, und stumm sind die seit Jahrzehnten entlang der „Straße der Skulpturen“ auf der Baltersweiler Höhe platzierten Kunstwerke. Die teils sperrigen Schöpfungen vermitteln Freude und Inspiration an Kunst. In den vergangenen Wochen haben sich Erwachsene und Schüler in Workshops und Mitmach-Aktionen unter künstlerischer Anleitung von den alten Steinen insspirieren lassen. Die Ergebnisse sind in der Ausstellung „Straße der Skulpturen St. Wendel – Reloaded“ im Mia-Münster-Haus noch bis zum 5. August zu besichtigen.


„Die Ausstellung ist nicht nur sehenswert, sondern sie regt zum Nachdenken an“, meint Museumsleiterin Cornelieke Lagerwaard bei der Vernissage. Für eine Verwunderung in der St. Wendeler Bevölkerung und bei Stadtführerin Anneliese Schumacher hat die 10. Klasse des Gymnasiums Wendalinum gesorgt. Die Schüler haben mit weißem Papier einen Baum verbunden und davor einen Erste-Hilfe-Koffer stehen lassen. Auch an weiteren Standorten wurde mit kreativen Eingriffen der öffentliche Raum verändert.

Eine andere Schülergruppe hat aus massiven Betonblöcken verschiedene Skulpturen angefertigt. „Vor Ort haben sich die Schüler dazu die Impressionen geholt“ berichtet Steinbildhauerin Frauke Eckhardt, die die Jugendlichen im Workshop begleitet hat.



Den Fußabdruck als Symbol für einen bewegten und dynamischen Prozess haben sich Grundschüler aus Oberlinxweiler und die aus Freisen stammende Bildhauerin Isabelle Federkeil zum Thema gemacht. „Wie beim Modellbau haben wir die Motive aus leichtem Holz ausgesägt“, erklärt Künstlerin Federkeil. Alle Fußabdrücke seien dann zu einer Art menschlichen Schlange, die sich entlang der Friedensstraße bewegt, zusammengesetzt worden. „Die Kinder hatten einen Heidenspaß dabei und deshalb ist etwas Tolles entstanden“, freut sich die Künstlerin.

In der Freiluft-Werkstatt auf der Baltersweiler Höhe haben Drittklässler aus Namborn unter der Leitung von Künstlerin Mane Hellenthal mit Ton die großen Steine  im Miniformat nachgestaltet. „Ich habe ein Boot aus Ton gebaut“, erklärt Mete aus Oberthal. Der Siebenjährige stellt die aus Ton gefertigten Objekte seiner Mitschüler aus der ersten Klasse der Oberthaler Grundschule vor. Zwei Stunden haben sie mit Hellenthal modellieren können. „Hier haben wir ein Ufo und hier steht der Eiffelturm“, präsentiert Mete zwei Kunstwerke. Was auf den ersten Blick für den Betrachter nicht sichtbar wird, aber was zwei weitere junge Künstler aus Oberthal damit ausdrücken wollen, erklärt Mete. „Das hier ist ein Essensstand und das eine Schutzmauer von den Römern“, erläutert er Gegenstände, die dem Besucher der Vernissage auf einem großen Tisch ins Auge stechen.

Genauso auffallend sind fünf internationale aus Pappmaché und Kleister gefertigte Hände, die auf einem blauen Teller ruhen. Frieden. Die Straße der Skulpturen verbindet Völker. Während des Workshops „Sculpture Sketching“ haben sich Erwachsene mit dem Maler Armin Rohr zu Zeichenstunden auf der Baltersweiler Höhe und in St. Wendel getroffen. Vor Ort haben die Teilnehmer Bilder gezeichnet und gemalt. Neue Wegweiser, auch in arabischer Sprache, gibt es ebenfalls in der Schau zu sehen.

Nachwuchskünstler Mete präsentiert auf unserem Bild sein aus Ton modelliertes Boot.
Nachwuchskünstler Mete präsentiert auf unserem Bild sein aus Ton modelliertes Boot. FOTO: Frank Faber
Eine interessante Ansicht: Internationale Hände verbinden die Straße der Skulpturen.
Eine interessante Ansicht: Internationale Hände verbinden die Straße der Skulpturen. FOTO: Frank Faber