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Naturschutz
Krötenwanderung um St. Wendel hat begonnen

Krötenwanderung bei Niederkirchen: Trotz Fangzaun können Amphibien auf die Straße gelangen.
Krötenwanderung bei Niederkirchen: Trotz Fangzaun können Amphibien auf die Straße gelangen. FOTO: Bonenberger/ / B&K
Werschweiler. Mächtig was los ist derzeit auf der Straße zwischen Niederkirchen und Werschwei- ler. Denn das ist eine beliebte Wanderstrecke für Kröten, Frösche und Co. Von Evelyn Schneider

Mächtig was los ist derzeit auf der Straße zwischen Niederkirchen und Werschwei-
ler. Denn das ist eine beliebte Wanderstrecke für Kröten, Frösche und Co.


Meist sind die Tiere an milden Abenden zwischen 19 und 24 Uhr unterwegs. Damit sie sicher in ihr Sommerquartier gelangen, errichtet das Umweltamt der Stadt St. Wendel Jahr für Jahr einen Folienzaun. Der stoppt den Weg der Amphibien, ehe sie auf die für sie gefährliche Fahrbahn gelangen.

In Fangeimern verbringen sie die Nacht, ehe sie früh am nächsten Morgen von Mitgliedern des Bundes für Naturschutz im Ostertal (BNO) sicher auf die andere Straßenseite gebracht werden. „427 Kröten, 15 Frösche und einen Molch hatten wir heute in den Eimern“, berichtet Peter Volz vom BNO am Dienstagmorgen. Das ist in dieser Saison bislang die höchste Zahl an Amphibien. Die Aktion läuft noch die ganze Woche. Pro Saison retten die Naturschützer laut Volz zwischen 1200 und 1500 Tiere.

Immer zu Beginn des Frühlings wandern die Amphibien von ihren Winterverstecken zu Laichgewässern. Das Paarungsspiel der Kröten beginnt meist schon während der Wanderung. Dann lässt sich das Männchen huckepack von der Auserwählten zum Gewässer tragen. Im Doppelpack brauchen die Tiere zehn Minuten, um eine 7,50 Meter breite Straße zu überqueren. Vom Winter- ins Frühlingsquartier nehmen die Tiere eine Strecke von bis zu zwei Kilometern auf sich.

Tim (li.) und Benjamin Reinshagen und Anna Lena Volz haben unter Anleitung von Peter Volz 427 Kröten, 15 Frösche und einen Molch gesammelt.
Tim (li.) und Benjamin Reinshagen und Anna Lena Volz haben unter Anleitung von Peter Volz 427 Kröten, 15 Frösche und einen Molch gesammelt. FOTO: Bonenberger/ / B&K