| 20:42 Uhr

Klimatag
Beim Klimatag gab’s einige Aha-Erlebnisse

Lehrerin Verena Schu (links) und Dastin servieren den Kartoffelpuffer aus dem Solarkocher. Das ist dann mal eine etwas andere Art der Zubereitung.
Lehrerin Verena Schu (links) und Dastin servieren den Kartoffelpuffer aus dem Solarkocher. Das ist dann mal eine etwas andere Art der Zubereitung. FOTO: Frank Faber
St. Wendel. „Wir können Klimaschutz“ hieß es an der St. Wendeler Gemeinschaftsschule. Die Schüler waren engagiert bei der Sache. Von Frank Faber

Das Schulsprecher-Duo Emili und Fynn ist im Stress. Noch einmal lesen die beiden ihren Moderationstext durch. An der St. Wendeler Gemeinschaftsschule (GMS) wird der neue, unter ökologischen Aspekten gestaltete Schulhof offiziell eingeweiht und gleichzeitig steht der bundesweite Klimaschutz-Aktionstag „Wir können Klimaschutz“ an. „Wir sind darauf gut vorbereitet“, meint Fynn. Die Schule wolle einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und das allen Gästen zeigen.


15 Stationen haben dazu verschiedene Klassen aufgebaut und sich zuvor im Unterricht mit dem Klimaschutz vertraut gemacht. Nun wird die Theorie zur Praxis, die Schüler erhalten Laufzettel, der Besuch an drei Stationen gehört zum Pflichtprogramm. Raman und Selina (beide Klasse 7c) bauen einen Wasserfilter in eine Plastikflasche ein. Zuerst wird eine Kiesschicht eingefüllt, zerkleinerte Kohle kommt obendrauf, dann Watte und feiner Sand. „Das schmutzige Wasser wird beim Durchlaufen gefiltert und unten kommt Trinkwasser raus“, erklärt Raman. Mit der Batik-Technik gestalten Schüler der Klasse 9a kreative Baumwolltaschen. „Wir wollen keine Plastiktaschen, im Meer schwimmt ja genug Plastikmüll rum“, sagt der stellvertretende Schulsprecher Fynn.

Die Baumwolltaschen als umweltfreundliche Alternative zu den Einkaufstüten gibt es zum Preis von 2,50 Euro mit roten und blauen Motiven. Bis sie den Besitzer wechseln können, dauert es noch einen Moment. Nach dem Eintauchen in die Farbe werden die bunten Batik-Tragetaschen für zehn Minuten zum Trocknen aufgehängt.



In der Zwischenzeit kann man sich ja ein Mittagessen gönnen. Kartoffelpuffer mit Apfelmus steht auf der Speisekarte, es wird mit Sonnenenergie gekocht. Mitten in einem Parabolspiegel aus Aluminium ist der Brattopf platziert. Im Brennpunkt wird das Fett zum Sieden gebracht und darin die Kartoffelmasse angebraten. „Knappe 15 Minuten, dann sind die Kartoffelpuffer fertig“, sagt Dastin.

Zum Nachtisch empfiehlt die GMS-Küche Waffeln auf einer tellerförmigen Waffel, zubereitet mit regionalen Produkten. „So kann man alles aufessen und ohne Pappteller produzieren wir keinen Müll“, erklärt Fynn den tieferen Sinn. Dereil werden am Stand der Klasse 5a neue Geschenktüten aus altem Packpapier gefertigt und bedruckt.

Im Unterricht sind die Schüler derzeit mit der Verminderung von Treibhausgasen beschäftigt.

Eine andere Gruppe trommelt in einem Workshop, bastelt Mini-Windräder, bemalt Blumentöpfchen oder testet, wie viele Energie ihr Körper unter sportlicher Belastung verbraucht.

Sollte sich dabei jemand seine Hose dreckig gemacht haben, kein Problem. Mit dem Waschmittel, dessen Hauptzutaten vom schuleigenen Kastanienbaum kommen, ist der Fleck im Nu weg.

Rundum läuft alles, kurze Pause für Fynn. „Ich hoffe, dass wir alle Schüler für den Umwelt- und Klimaschutz sensibilisieren können“, sagt er. Gegen 15 Uhr ist dann an diesem Samstag Schulschluss. Macht nichts, so Fynn, dafür sei Montags schulfrei.