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Volleyball
Foot steht in der Luft wie Miro Klose

Ein fliegender Jordan Foot setzt zum Angriff an. Sein Teamkollege Lukas Bennoit gibt die Vorlage.
Ein fliegender Jordan Foot setzt zum Angriff an. Sein Teamkollege Lukas Bennoit gibt die Vorlage. FOTO: B&K / Bonenberger/
Bliesen. Der Kanadier ist neu bei Volleyball-Drittligist TV Bliesen. Der 23-Jährige trifft mit seinem Team an diesem Samstag im Sportzentrum St. Wendel auf den USC Konstanz. Dann kann Foot auch wieder seine enorme Sprungkraft einbringen. Von Philipp Semmler

Wenn Jordan Foot vom Volleyball-Drittligisten TV Bliesen vor 14 Tagen im ersten Heimspiel seiner Mannschaft gegen den TSV Stuttgart (3:2) am Netz hochstieg, dann erinnerte er ein wenig an den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose. Setzte der im Strafraum zum Kopfball an, hatten die Zuschuss für Sekundenbruchteile die Illusion, der Stürmer würde quasi in der Luft stehen. Ähnlich war es auch bei Foot. Wenn der 23-jährige Kanadier am Netz hochstieg, konnte man denselben Eindruck gewinnen. Mit enormer Sprungkraft und einem sensationellen Timing beim Hochsteigen brachte er den Gegner ein ums andere Mal zum Verzweifeln.


„Ich hatte die besten Sprungwerte bei meinem alten Team in Kanada“, berichtet der Bliesener Neuzugang stolz. „Daran habe ich auch mit Stretching und Flexibilitätsübungen viel gearbeitet“, verrät der Mittelblocker. Die große Sprungkraft – gepaart mit seiner Körperlänge von 1,98 Meter – machen ihn zu einem wichtigen Bestandteil im Team des TV. „Jordan macht einen blitzsauberen Job“, lobt Trainer Michael Hefter.

Für Foot, der mit seinem amerikanischen Teamkollegen Steven Braswell gemeinsam in Oberlinxweiler wohnt, ist das Kapitel TV Bliesen ein großes Abenteuer. „Nachdem ich mein Studium an der Universität abgeschlossen habe, wollte ich weiter auf professionellem Niveau Volleyball spielen“, verrät der Mittelblocker. „In Kanada wäre das nicht möglich gewesen. Deshalb habe ich mich entschlossen, nach Übersee zu gehen“, erklärt Foot. Im Gegensatz zu Europa gibt es in Nordamerika im Volleyball kein Ligen-System mit Vereinen. Teams gibt es nur an Universitäten. Hat man die Hochschule abgeschlossen, ist man für diese Mannschaften nicht mehr spielberechtigt. „Dann kann man nur noch mit Freunden zum Spaß spielen“, berichtet Foot.



Deutschland ist für ihn aber kein absolutes Neuland. „Meine Mutter ist gebürtige Deutsche und ich habe Tanten, Onkel und Cousins in Pforzheim“, verrät der Bliesener Neuzugang. Die hat Foot in der Vergangenheit auch schon mal besucht. Seit seinem Wechsel zum TV kam es aber noch nicht zu einem Wiedersehen. „Bisher war ich dafür zu beschäftigt“, erklärt der 23-Jährige. „Aber im Februar kommt meine Familie aus Kanada ein Heimspiel besuchen, vielleicht machen wir dann ein großes Familien-Treffen.“

In seiner neuen Heimat hat sich Foot schon gut eingelebt. „Die Menschen hier sind genau wie in Kanada sehr freundlich“, sagt der Bliesener Neuzugang. „Und ich mag das warme Wetter“, verrät er. „In British Columbia, wo ich herkomme, ist schon der erste Schnee gefallen. Und hier haben wir noch 20 Grad. Das gefällt mir“, erklärt der Mittelblocker und lacht.

Weniger gefallen hat ihm, was sein Team am Samstag auf dem Feld ablieferte. Da verlor Bliesen am dritten Spieltag zum ersten Mal in dieser Spielzeit. Beim TV Waldgirmes gab es eine 0:3-Pleite. „Wir haben da nicht abgerufen, was wir können“, ärgert sich Foot. Mit diesem ersten Negativ-Erlebnis bei seinem neuen Club will er sich aber nicht lange beschäftigen. „Wir müssen den Fokus jetzt schnell aufs nächste Heimspiel richten. Das will ich unbedingt gewinnen“, sagt er.

Das von Foot angesprochene Heimspiel seiner Mannschaft steigt am Samstag, 13. Oktober, um 20 Uhr im Sportzentrum St. Wendel. Gegner des TV Bliesen ist dann der USC Konstanz. Bliesen ist vor der Partie mit fünf Punkten Tabellenvierter. Der Gegner vom Bodensee liegt mit zwei Zählern weniger auf Rang acht – hat aber noch eine Partie weniger bestritten.

Für die Fans des TV ist das Duell gegen Konstanz übrigens die vorletzte Gelegenheit, Neuzugang Foot und seine Teamkollegen in St. Wendel anzufeuern. Denn danach hat der TV nur noch am 27. Oktober gegen den VfB Friedrichshafen II ein Heimspiel. Alle anderen Begegnungen bis zum Jahresende finden auswärts statt.