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Immer aktuell: Dem Nächsten zur Wehr

St. Wendel. Ein Saal voller Feuerwehrleute, ein festlich geschmückter Saalbau und eine großartige Stimmung - das alles bildete den Rahmen für die Jubiläumsfeier zum 125. Geburtstag des Löschbezirks St. Wendel der Freiwilligen Feuerwehr und für das 20-jährige Bestehen der Jugendwehr

St. Wendel. Ein Saal voller Feuerwehrleute, ein festlich geschmückter Saalbau und eine großartige Stimmung - das alles bildete den Rahmen für die Jubiläumsfeier zum 125. Geburtstag des Löschbezirks St. Wendel der Freiwilligen Feuerwehr und für das 20-jährige Bestehen der Jugendwehr. Mit dem "Coburger Josias-Marsch" hatte der Spielmannszug des Löschbezirks Primstal die passende Auftaktmusik ausgesucht, die das Stadtorchester St. Wendel anschließend festlich fortsetzte. Schirmherr Bürgermeister Klaus Bouillon erinnerte daran, dass die Brandbekämpfung in früheren Jahren mit vielen Risiken verbunden gewesen sei. Die moderne Gesellschaft habe diese Risiken allerdings nicht verringert. Deshalb seien Mut, Selbstdisziplin und Begeisterungsfähigkeit der Wehrleute heute ebenso notwendig wie vor 125 Jahren. Immer habe sich die Stadt der Feuerwehr verpflichtet gefühlt. Während seiner Amtszeit, so Klaus Bouillon, habe St. Wendel 20 Millionen Euro in die Wehren investiert. Die Löschbezirke in den Stadtteilen bezeichnete er als wertvolle Ergänzung für die Wehr in der Kernstadt. "Wenn ich nach St. Wendel komme geht mir das Herz auf, denn hier passt alles zusammen", sagte der saarländische Minister für Inneres und Sport, Klaus Meiser, und schloss in sein Lob auch die jubilierende Feuerwehr ein. Der Minister ermunterte die Anwesenden, künftig noch mehr Kinder und Jugendliche für die Wehren zu werben, denn "nur ganz selten gerät ein Jugendlicher, der bei der Feuerwehr ist, auf die schiefe Bahn". Die neuerdings geforderten Sonderprüfungen für die Fahrzeugführer bezeichnete Meiser als unsinnig und als das Ehrenamt erschwerend. Die ehrenamtliche Arbeit und der selbstlose Einsatz für Andere hätten sich 125 Jahre lang von Generation zu Generation durch die Stadt fortgepflanzt, fand der St. Wendeler Landrat Udo Recktenwald. Die Feuerwehr habe während dieser Zeit zwischen Pflicht und Freiwilligkeit gependelt, enorme Schwierigkeiten überwinden müssen und sei heute eine schlagkräftige und gut ausgebildete Truppe. St. Wendel sei auch der Vorreiter für die stille Alarmierung der Wehrleute gewesen. Ortsvorsteher Kurt Wiese sprach vom Werdegang der Wehr, die einst mit Wassereimern den Bränden zu Leibe gerückt, heute aber ganz modern ausgerüstet und für die Stadt eine unverzichtbare Einrichtung geworden sei. Zum 125. Geburtstag gratulierten auch Landesbrandinspekteur Bernd Becker, Kreisbrandinspekteur Hans-Josef Keller, Dirk Schmidt als Wehrführer der Stadt und der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes, Andreas Wita. Löschbezirksführer Oliver Grimm blickte auf den 29. Mai 1884 zurück, als sich in St. Wendel 60 Männer zusammenfanden, um auf freiwilliger Basis "Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr" Brände zu bekämpfen. Das Aufgabengebiet der Wehr erstrecke sich heute auch auf viele technische Hilfeleistungen. Grimm begrüßte die Vertreter verschiedener Hilfsorganisationen, von Parteien, Kirchen und Löschbezirken. Nach St. Wendel gekommen war auch die Patenwehr aus Schonach mit 13 Wehrleuten (drei von ihnen hatten die Feuerwehrkluft von 1898 angezogen) und zehn Vertreter einer Duisburger Wehr. gtr


Auf einen BlickEhrungen beim Festabend "125 Jahre Löschbezirk St. Wendel": Deutsches Feuerwehrehrenkreuz in Silber für Löschbezirksführer Oliver Grimm. 40 Jahre: Hans-Josef Munkes und Edgar Hiltl. 35 Jahre: Peter Wita und Rudolph Drehmer. 25 Jahre: Dirk Schmidt, Eric Petschull und Hans-Jürgen Breitenstein. Beförderungen: Felix Freude und Denis Ala zum Feuerwehrmann, Benedikt Lauer zum Löschmeister, Daniel Schweig und Andreas Maas zum Oberlöschmeister, Martin Spaniol zum Hauptlöschmeister, Michael Dorscheid zum Brandmeister, Andreas Wita und Bernd Munkes: Oberbrandmeister. gtr