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Baustelle
Im Winter ist es vorbei mit der Vollsperrung

Momentan ist die Schorlemerstraße noch Schotterpiste: Im November wird die Teerdecke aufgetragen, Mitte 2019 sollen die Bauarbeiten beendet sein.
Momentan ist die Schorlemerstraße noch Schotterpiste: Im November wird die Teerdecke aufgetragen, Mitte 2019 sollen die Bauarbeiten beendet sein. FOTO: Frank Faber
St. Wendel. Jetzt läuft wieder alles nach Plan. Zwischenzeitlich kam es bei den Arbeiten in der Schorlemerstraße zu Verzögerungen. Von Frank Faber

Seit dem Frühjahr wird die Schorlemerstraße in St. Wendel in drei Bauabschnitten komplett saniert. Jürgen Althoff, Anwohner der Biermannsstraße, befürchtet,  dass die laufende Baumaßnahme zu einem dritten Pavillon oder zum Pannenhochhaus wie dem Saarbrücker HTW-Gebäude werden könnte. „Seit einem halben Jahr werden Schrittchen für Schrittchen der Hauptkanal und Leitungen verlegt und Hausanschlüsse erneuert“, teilt Althoff der St. Wendeler SZ-Redaktion seine Beobachtungen schriftlich mit. Für Daniel Fuchs, Fachbereichsleiter Tiefbau bei der Kreisstadt, ist das ein normaler Vorgang. „Die Baustelle wandert. Wir haben an einem festen Punkt begonnen, den Kanal auf der 400 Meter langen Straße zu verlegen“, erklärt Fuchs. Dabei sei es, so räumt er ein, bei der Verlegung der Versorgungsleitungen zu einer Zeitverzögerung gekommen. „Deshalb hat der Kanalbau etwas später als geplant begonnen“, begründet der städtische Tiefbauleiter.


Immerhin nach einem halben Jahr, so Althoff weiter, seien die Anwohner der Schorlemerstraße und Biermannsstraße während eines Informationsgespräches am 30. August in der Turnhalle der Nikolaus-Obertreis-Schule über die Planung und das weitere Vorgehen der Baumaßnahme informiert worden. Zu dessen Beginn habe sich der „inzwischen zum Projektverantwortlichen bestellte Herr Fuchs für das von seinem Vorgänger angerichtete Chaos entschuldigt“, behauptet Althoff. Für ihn wäre es angemessener gewesen, dass der anwesende Bürgermeister Peter Klär sein Organisationsverschulden eingestanden hätte. Den Vorwurf will Fuchs nicht so stehen lassen. „Da ist was missverstanden worden. Es gab eine personelle Veränderung, die mit der laufenden Baumaßnahme überhaupt nichts zu tun hat“, stellt Fuchs fest. Auch Bürgermeister Klär (CDU) weist die Anschuldigung eines Organisationsverschuldens zurück. „In der Anwohnerversammlung bin ich überhaupt nicht auf solche Dinge angesprochen worden“, wundert sich der Stadtchef im Nachhinein über die Rüge. Im Verlauf der Diskussionen, so Althoff weiter, habe sich dann herauskristallisiert, dass die Vorstellungen der Verwaltung „ziemlich blauäugig auf das Modell Brühlstraße“ hinauslaufen würden. Allerdings ohne zu berücksichtigen, dass die Schorlemerstraße keine Einbahnstraße sei und neben Parkmöglichkeiten auch der Busverkehr für zwei Schulen zu beachten sei. „Wir haben eine Fahrbahnbreite von 5,50 Metern für eine Zweibahnregelung“, bekräftigt Fuchs, dass alles in die Planung miteinbezogen worden ist. Als eine Bürgerbefragung im Stil „Ei, wie hätten sie´s denn gern“, stellt Althoff den Infoabend „nach einem halben Jahr Chaos“ dar. Dagegen wehrt sich der Bürgermeister. „Wir haben alles mit Karten vorgestellt, um die Bürger mitzunehmen und werden auf deren Wünsche und Bedürfnisse eingehen“, entgegnet Klär. Momentan sei man dabei, ergänzt Fuchs, die Rückmeldungen in die Planung einzuarbeiten.

Ein weiterer kritischer Einwand Althoffs ist, dass die Anwohner nur ganz nebenbei erfahren hätten, dass sie mit einer ein- bis zweiwöchigen Sperrung der Straße rechnen müssen. „Die Straße ist für die Anwohner befahrbar, und im Winter ist die Vollsperrung weg“, erläutert Fuchs dazu. Im November wird die Teerschicht aufgetragen, was einen Tag in Anspruch nimmt. Die Straßenbauarbeiten beginnen im Frühjahr und können drei bis vier Monate andauern. „Mitte 2019 ist alles fertig“, meint Fuchs.