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Vorlesewettbewerb
„Scheherazade“ macht Probleme

Hannah Ley hat in St. Wendel aus dem Buch „Was wir dachten, was wir taten“ von Lea-Lina Oppermann gelesen. Am 18. Mai tritt sie in Saarbrücken beim Landesentscheid an.
Hannah Ley hat in St. Wendel aus dem Buch „Was wir dachten, was wir taten“ von Lea-Lina Oppermann gelesen. Am 18. Mai tritt sie in Saarbrücken beim Landesentscheid an. FOTO: tau
St. Wendel. Hannah Ley hat in St. Wendel den Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbes des Deutschen Buchhandels gewonnen.

Einen Text mit der Stimme zum Leben zu erwecken, das Publikum zu erreichen und verständlich zu vorzulesen – darum geht es beim Vorlesewettbewerb des Deutschen Buchhandels. Hannah Ley aus Selbach ist das alles am Mittwoch am besten gelungen. Die Zwölfjährige hat im Sitzungssaal des Landratsamtes den Kreisentscheid des Wettbewerbes gewonnen.


Mit ihrem Lesetalent beeindruckt die Schülerin des St. Wendeler Cusanus-Gymnasiums eine sechsköpfige Jury und setzt sich gegen andere Sechstklässler aus dem Landkreis St. Wendel durch – fünf Mädchen und einen Jungen.

Für Hannah und die anderen Teilnehmer gibt es beim Kreisentscheid zwei Aufgaben. Zunächst lesen sie eine Textstelle aus einem selbst ausgewählten Buch; bei Hannah ist es „Was wir dachten, was wir taten“ von Lea-Lina Oppermann. Die zweite Aufgabe gestaltet sich danach etwas schwieriger: Jeder muss aus einem unbekannten Text vorlesen, und zwar eine Passage aus dem Buch „Kichererbsen mit Schokolade“ von Jana Frey.



Mit dem Namen „Scheherazade“ haben die Schüler die größten Probleme. Scheherazade heißt die Harfe einer Figur in „Kichererbsen mit Schokolade“. Fast alle verlesen sich, verschlucken ein paar Buchstaben und sprechen den Namen undeutlich aus. Auch Hannah erzählt, mit „Scheherazade“ die meisten Schwierigkeiten gehabt zu haben.

Nach dem Vorlesen ernten die Schüler viel Applaus von Eltern, Großeltern und Lehrern, die im Publikum sitzen und die Daumen drücken. Auch Benedikt Schäfer spendet Beifall. Der Dezernent für Familie, Gesundheit und Soziales des Landkreises moderiert den Lesewettstreit und überreicht am Ende die Preise.

Vom Landkreis erhalten die Kinder eine Tasche mit Brotbox, Trinkflasche, Bonbondose und Kugelschreiber. Vom Deutschen Buchhandel gibt es für alle Urkunden und jeweils das Buch „Feo und die Wölfe“ von Katharine Rundell. Hannah bekommt eine Siegerurkunde und zusätzlich das Buch „Wie ein springender Delfin“ von Mark Lowery, die Broschüre „Dein Spiegel“, die Bücherbox 2018 und ein Lesezeichen.

„Ich habe schon immer gerne gelesen“, sagt Hannah. Als sie fünf Jahre alt gewesen sei, habe sie sich das Lesen selbst beigebracht. Mama Petra und Papa Mario, die zur Unterstützung mitgekommen sind, nicken. Am liebsten beschäftigt sich ihre Tochter mit den Abenteuern von Harry Potter – und zwar im Original auf Englisch. Ihr Lieblingsband ist „Harry Potter und der Gefangene von Askaban“.

Der Kreisentscheid ist nicht der erste Vorlesewettbewerb, bei dem Hannah ganz vorne landet. Vor zwei Jahren gewann sie im Mia-Münster-Haus schon den Lesedino, den Regionalentscheid des landesweiten Vorlesewettbewerbes für Viertklässler. Und zu weiteren Erfolgen hat sie in den kommenden Monaten die Gelegenheit: Am Freitag, 18. Mai, tritt sie in Saarbrücken beim Landesentscheid an. Und sollte sie auch Saarlands Beste werden, liest sie am 20. Juni beim Bundesentscheid in Berlin.

Sie haben beim Kreisentscheid im Sitzungssaal des Landratsamtes gelesen (von links): Gina Wagner, Aaron Schultheis, Siegerin Hannah Ley, Vivien Moses, Emilia Mohr, Tia Klein und Cora Kalinowski.
Sie haben beim Kreisentscheid im Sitzungssaal des Landratsamtes gelesen (von links): Gina Wagner, Aaron Schultheis, Siegerin Hannah Ley, Vivien Moses, Emilia Mohr, Tia Klein und Cora Kalinowski. FOTO: tau